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Übernahmeangebot Merck verlängert Offerte für AZ Electronic zum vierten Mal

Anfang Dezember hatte Merck das milliardenschwere Übernahme für die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials angekündigt. Jetzt wurde das Angebot zum vierten Mal verlängert.

Die Strippenzieher bei Merck
Jon BaumhauerDer 68-Jährige ist einer der beiden Sprecher der Eigentümerfamilie, die 70 Prozent an Merck hält. Die Sippe besteht aus 220 Mitgliedern und ist das eigentliche Machtzentrum des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns. Baumhauer, der Philosophie, Psychologie und Geschichte studierte, hat lange in München als klinischer Psychologe praktiziert. Im November vergangenen Jahres wurde der Protestant  von der Martin Luther Stiftung mit der „Luther-Rose“ als „verantwortungsvoller Familienunternehmer“ ausgezeichnet. In zwei, drei Jahren, so heißt es aus dem Unternehmen, könnte er sein Amt als Familiensprecher aufgeben. Quelle: Presse
Foto Rolf Krebs
Theo SiegertDer 65-Jährige könnte Krebs auf dem Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden nachfolgen. Mit den Eigentümlichkeiten von  Familienunternehmen kennt Siegert sich bereits aus: Er hat lange für den Duisburger Mischkonzern Haniel gearbeitet, zuletzt als Vorstandschef, wo er dann allerdings 2005 dem Daimler-Manager Eckhard Cordes weichen musste. Siegert ist gut vernetzt, sitzt in zahlreichen Aufsichtsräten – neben Merck auch bei Henkel, der Deutschen Bank und dem Energiekonzern E.On. Quelle: dpa
Foto Karl-Ludwig Kley Quelle: dapd
Matthias ZachertDer 42-Jährige ist einer der Überflieger der deutschen Wirtschaft. Seit 2011 amtiert er als Finanzvorstand bei Merck; zuvor hat er in gleicher Funktion für den Brötchenbäcker Kamps und den Chemiekonzern Lanxess gearbeitet. Bei Merck hat Zachert dafür gesorgt, dass der Pharma- und Chemiekonzern ein besseres Rating erhielt und beim Schuldenabbau vorankam. Im Gegensatz zu seinem ruppigen, wenig klar kommunizierendem Vorgänger Michael Becker pflegt Zachert ein gutes Verhältnis zu Investoren und Analysten. Seine sportliche Leidenschaft gilt dem Laufen – gerne auch zusammen mit Mitarbeitern. Quelle: Presse
Stefan OschmannDer 55-Jährige gebürtige Würzburger hat die schwerste Aufgabe bei Merck. Er muss das Pharmageschäft- seit über zwei Jahrzehnten haben die Merck-Forscher kein eigenes Medikament mehr entwickelt – wieder nach vorn bringen. Oschmann kann 2011 als Pharma-Boss nach Darmstadt und löste seinen erfolg- und glücklosen Vorgänger Elmar Schnee ab. Seither baut Oschmann die Pharma-Organisation radikal um, schasst zahlreiche Manager und ersetzt diese vorwiegend durch externe Kräfte. Dennoch wird Oschmann im Unternehmen als durchaus verträglicher Manager beschrieben. In der Medikamenten-Branche gilt der promovierte Tiermediziner als Schwergewicht: Über ein Jahrzehnt lang bekleidete  er Top-Positionen beim US-Namensvetter Merck & Co.. Falls Oschmann die Pharma-Wende packt, darf er sich Hoffnungen machen, in einigen Jahren Konzernchef Kley abzulösen. Als einer seiner Konkurrenten gilt Finanzvorstand Zachert. Quelle: Presse
Bernd ReckmannAuch der 57-Jährige Leiter des erfolgreichen Chemie-Geschäfts von Merck darf sich  Hoffnungen auf die Konzernspitze machen.  Reckmann blickt auf eine lange Betriebszugehörigkeit bei Merck zurück, kennt das Unternehmen aus dem Eff-eff.  Der promovierte Biochemiker  ist seit zwei Jahrzehnten dabei – das sichert ihm durchaus Pluspunkte bei der Eigentümerfamilie.         Quelle: Presse

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat sein milliardenschweres Übernahmeangebot für die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials zum vierten Mal verlängert. Aktionäre des Unternehmens können ihre Anteilsscheine nun bis zum 14. März andienen, wie die Hessen am Freitagabend mitteilten. Der Konzern habe die Frist verlängert, weil die kartellrechtlichen Prüfung in China noch andauere. Eigentlich sollte die Frist am Freitag enden.
Inzwischen haben 64 Prozent des Aktienkapitals das Kaufangebot von 403,5 Pence je Aktie angenommen, wie Merck weiter mitteilte. Der Dax-Konzern hatte die Offerte an die Bedingung geknüpft, dass er mindestens 95 Prozent der Anteilsscheine einsammelt. An der Höhe der Offerte änderte Merck nichts.


Merck und AZ hatten die Übernahmepläne Anfang Dezember angekündigt. Insgesamt bieten die Darmstädter rund zwei Milliarden Euro für AZ - eine ehemalige Hoechst-Tochter, die unter anderem Komponenten für Apples iPad liefert. Merck erhofft sich durch die Übernahme noch mehr Geschäft mit Elektronikriesen wie Samsung oder Sony. Die US-Wettbewerbsbehörde und das Bundeskartellamt haben bereits grünes Licht für die Transaktion gegeben. Auch die Freigabe in Japan hat Merck bereits in der Tasche.

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