Ukraine-Krieg Continental prüft kompletten Rückzug aus Russland

Der Autozulieferer prüft einen Rückzug aus Russland. Quelle: dpa

Nach Michelin und Nokian prüft auch der Dax-Konzern einen Rückzug aus Russland. Bei den Erwägungen bleiben die Mitarbeiter ein wichtiger Gesichtspunkt.

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Nach den Reifenherstellern Michelin und Nokian prüft auch der deutsche Autozulieferer Continental einen Rückzug aus Russland. „Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen sehr genau und evaluieren kontinuierlich alle uns zur Verfügung stehenden Optionen“, erklärte der Dax-Konzern aus Hannover am Mittwoch. Dies beinhalte auch die Option eines kontrollierten Rückzugs. Bei den Erwägungen blieben die Mitarbeiter ein wichtiger Gesichtspunkt.

Sollte sich Conti zum Rückzug entscheiden, hätte dies keine Auswirkungen auf die Geschäftsprognose, erläuterte ein Sprecher. Die Effekte würden aus der Bilanz herausgerechnet. Die Niedersachsen weisen bei ihrem Ausblick bereinigte Zahlen aus.

Als erster westlicher Hersteller hatte Michelin am Dienstag erklärt, seine Aktivitäten in Russland bis Ende des Jahres an eine lokale Gesellschaft zu übertragen. Der französische Konzern begründete dies mit Lieferkettenproblemen im Zusammenhang mit den Sanktionen gegen Russland, die es unmöglich machten, die Produktion wieder aufzunehmen.

von Sonja Álvarez, Max Biederbeck, Thomas Kuhn, Silke Wettach

Kurz darauf kündigte Nokian Tyres an, Russland kontrolliert zu verlassen. Die Finnen unterhalten dort ihre größte Produktionsstätte. Zu der Entscheidung der Unternehmen dürfte beigetragen haben, dass Russland ein Gesetz vorbereitet, das es Moskau erlaubten soll, Vermögenswerte ausländischer Unternehmen zu beschlagnahmen und strafrechtliche Sanktionen zu verhängen, wenn sie das Land wegen des Krieges in der Ukraine verlassen wollen.

Conti hatte Anfang März als Reaktion auf den russischen Einmarsch in der Ukraine seine Produktion im Werk Kaluga südwestlich von Moskau, wo vor allem Reifen hergestellt werden, eingestellt.

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Wenige Wochen später wurde die Produktion wieder aufgenommen. Als Grund nannte Conti strafrechtliche Konsequenzen, die Mitarbeitern drohten, sollten diese den Bedarf im Land nicht bedienen.

Lesen Sie auch: Continental droht nun auch Bußgeld wegen Verfahren in Frankfurt

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