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Umstände werden geprüft Wirbel um Gehalt von Siemens-Betriebsratschef

Siemens untersucht die Umstände einer Gehaltserhöhung für Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler. Der Konzern überprüft die Umstände, die zu der Aufstockung des Salärs geführt haben.

Was alles einmal zu Siemens gehörte
Joe Kaeser Quelle: dpa
Wolfgang Dehen Quelle: dpa
Kaffee tropft aus einem Kaffee-Vollautomaten in eine Tasse Quelle: dapd
Gigaset-Telefone Quelle: dapd
Stopp-Schild vor einem Gebäude mit dem Benq-Logo Quelle: AP
Schild Nokia Siemens Networks Quelle: dpa
Infineon-Fabrik Quelle: REUTERS

Siemens kommt nach seinem Führungsumbau weiter nicht zur Ruhe. Nach dem Abgang von Personalchefin Brigitte Ederer steht nun Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler im Mittelpunkt des Interesses. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, Adler habe nach seiner Wahl vom Vize zum Chef des Gesamtbetriebsrates Ende 2008 einen deutlichen Zuschlag auf sein Gehalt erhalten, angeblich auch auf Betreiben des damaligen Konzernchefs Peter Löscher. Ein Sprecher des Managers wies die Vorwürfe zurück.

Derzeit bekomme Adler inklusive der bei Siemens für alle übertariflichen Führungskräfte üblichen erfolgsabhängigen Bestandteile ein Gehalt von mehr als 300.000 Euro, 200.000 davon seien fixe Bezüge, schreibt das Blatt. Adler betonte am Mittwoch gegenüber der dpa, er habe nie eine bestimmte Summe gefordert.

Vielmehr habe er angesichts der Aufwertung seiner Position den Konzern gebeten, ein den Regeln der guten Unternehmensführung entsprechendes Gehalt zu ermitteln. Er habe keinen Anlass, an der Rechtmäßigkeit zu zweifeln. Zudem habe die Arbeitnehmerseite seinerzeit durchgesetzt, dass Betriebsräte bei Siemens keine individuellen Boni, Sonderzahlungen oder Extra-Zuwendungen mehr bekommen.

„Ich habe da ein gutes Gewissen“, sagte der 64-Jährige. Er müsse davon ausgehen, dass Siemens damals eine rechtlich einwandfreie Lösung gefunden habe. Laut Zeitung ist Adlers Wunsch, über die reguläre Altersgrenze von 65 Jahren hinaus noch knapp ein Jahr weiter zu machen, ein Auslöser des Wirbels. Adler stellte klar, es gehe nicht darum, sein Amt als Gesamtbetriebsratschef zu verlängern.

Wo der Elektronik- und Industriegigant heute noch technologisch führt

Dieses Mandat erlösche mit der Neuwahl der Arbeitnehmervertreter im Frühjahr 2014. Er wolle aber bis zur Hauptversammlung im Februar 2015 weiter Siemens-Mitarbeiter bleiben - und sich dann auch aus dem Aufsichtsrat verabschieden, für den er eigentlich bis 2017 gewählt sei. Die Verlängerung der Arbeitszeit wird derzeit vom Konzern rechtlich geprüft.

Der neue Konzernchef Joe Kaeser habe seinerseits angekündigt, den Wunsch Adlers zu prüfen, sagte ein Sprecher am Dienstag. „Herr Kaeser hatte daraufhin eine sorgfältige Prüfung des Sachverhalts zugesagt und unmittelbar veranlasst.“ Dabei dürfte das Unternehmen auch auf den Gehaltssprung gestoßen sein.

„In diesem Zusammenhang hat sich inzwischen weitergehender Klärungsbedarf bezüglich arbeitsrechtlicher Fragen aus der Vergangenheit ergeben, dem derzeit zur weiteren umfassenden Klärung des Sachverhalts und seiner rechtlichen Bewertung nachgegangen wird“, sagte der Sprecher. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen.

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