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Unbeirrbare Grenzgänger Die Erfolgsgeschichte von Villeroy & Boch

Exklusiv
Seite 4/4

Optimistisch

„Wir werden die Hoffnung nie aufgeben, weil die Menschen, um zu überleben, immer essen und trinken müssen“, gibt sich Villeroy optimistisch. „Vielleicht wird die Zukunft nicht mehr Tischkultur heißen, sondern Esskultur. Das heißt, dass wir weniger den komplett gedeckten Tisch, sondern anlassbezogene Produkte anbieten.“ Damit meint er zum Beispiel Schälchen für Fingerfood und Dips etwa bei Stehempfängen.

Die Ziele sind bescheidener geworden. Immerhin aber ist Villeroy & Boch ein unabhängiges Familienunternehmen geblieben, im Gegensatz zum bayrischen Wettbewerber Rosenthal, der nach der Insolvenz 2009 an den italienischen Besteckhersteller Sambonet Paderno verkauft wurde. „Wir versuchen uns als europäischer Lifestyle-Konzern zu gerieren. Wir müssen eben die Technologie so weiterentwickeln, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten“, sagt von Boch.

Tränen in den Augen

Die kleine Portion Trotz kann sich Villeroy & Boch erlauben. Das Unternehmen ist zwar seit 1990 an der Börse und im SDax notiert. Doch sämtliche Stimmrechte liegen im Besitz der Familien. „Für diese und auch die nächste Generation“ sieht von Boch „keinen Änderungsbedarf“ in der Geschäftspolitik. „Aber wir wollen kontinuierlich weiterwachsen und haben auch Expansionsstrategien“, sagt er selbstbewusst. „Sicher ist immer möglich, in einer bestimmten Größenordnung zu akquirieren, das haben wir auch in der Vergangenheit getan.“

In Arbeit
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Gerührt gehen die Villeroys und von Bochs dem kommenden Jahr entgegen, wenn sich zum 100. Mal der Beginn des Ersten Weltkrieges jährt. Ihr Firmensiegel, das unter jedem Teller, jeder Tasse und auf jeder Badewanne prangt, symbolisiert das Eingangstor zur alten Abtei mit den drei schweren Fundamenten. Für die beiden Familien stehen sie nicht nur für die drei Sparten Geschirr, Sanitär und Fliesen – das Emblem ist für sie zugleich eine Art Treueschwur auf den Standort Mettlach.

Als Europa 2012 den Friedensnobelpreis erhielt, seien ihm die Tränen gekommen, gesteht Vorstand Villeroy. Viele seiner Bekannten hätten damals auf die Behörden und den Regulierungswahn in Europa geschimpft, erinnert sich der Franzose. Doch er habe das anders gesehen: „Europa hat nie zuvor in der Geschichte eine so lange Friedenszeit gekannt wie die seit 1945. Ich glaube, das muss man immer wieder erzählen.“

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