Unsicherheit beim Baukonzern Das Damoklesschwert über Hochtief

Bei Hochtief brodelt es unter der glänzenden Fassade. Die Zahlen stimmen – doch noch ist nicht klar, ob diese korrekt zustande gekommen sind.

Ein Hochtief-Bauarbeiterhelm liegt auf dem Dach der Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg. Quelle: dpa

An der Oberfläche ist beim spanisch dominierten Essener Baukonzern Hochtief alles bestens. Die Zahlen zum dritten Quartal, die Hochtief-Chef Marcelino Fernandez heute präsentiert zeigen, dass das Kalkül des spanischen Großinvestors ACS bis jetzt aufgeht.

Unter der Oberfläche aber schwelen Hochtief-intern weiter Konflikte, die das positive Bild in Frage stellen. Im September berichtete die „WirtschaftsWoche“ von einem Aufstand in der Offshore-Sparte. Die drei Offshore-Geschäftsführer warfen der Führung des übergeordneten Bereichs Hochtief Infrastructure (HTI) einhellig vor, im Halbjahresbericht Verluste kaschiert zu haben.

Die Antworten von Hochtief leugneten den Konflikt und waren unbefriedigend. Die Frage, was die Finanzaufsichtsbehörde Bafin dazu sagt, ist nach wie vor offens. „Unsere routinemäßige Analyse läuft noch“, teilte die Bafin dazu gestern mit.

Routine ist der Vorgang für Hochtief aber nicht. Wenn die Bafin zum Schluss kommt, dass die kritischen Manager, die inzwischen bei Hochtief von Bord gegangen sind, Recht haben, kann das den Konzern erschüttern. Und zwar bis ganz oben, warnen Aktienrechtler. Insofern schwebt ein Damoklesschwert über Hochtief und Fernandez – und die Frage, ob die glänzenden Zahlen der Vergangenheit korrekt zustande kamen.

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