WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

US-Automarkt Absatz bleibt hinter den Erwartungen zurück

Chrysler und General Motors haben in den USA weniger Autos abgesetzt, als erwartet. Volkswagen verzeichnet dagegen deutliches Wachstum auf dem US-Markt.

Im vergangenen Monat setzte Volkswagen 36 728 Autos ab und damit gut 29 Prozent mehr als vor einem Jahr. Chrysler und General Motors blieben dagegen hinter ihren Erwartungen zurück. Quelle: dpa

Der amerikanische Automarkt zeigt sich günstig für Volkswagen: Auch im November hat der deutsche Automobilhersteller ein steiles Wachstum hingelegt. Im vergangenen Monat setzten die Wolfsburger dort 36 728 Autos ab und damit gut 29 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der Konzern am Montag mitteilte.

Zwar wuchs auch der zum italienischen Fiat-Konzern gehörende Hersteller Chrysler mit 14 Prozent ebenfalls zweistellig, Experten hatten aber mit einem noch etwas stärkeren Plus gerechnet. Auch der größte US-Hersteller General Motors blieb hinter den Erwartungen zurück und wurde im November nur 3,4 Prozent mehr Autos los als vor einem Jahr. Hier hatten Experten mit mehr als 7 Prozent gerechnet.

Dabei hatten viele Hersteller bereits im Vorfeld deutliche Absatzsteigerungen vorhergesagt, weil die Menschen ihre durch den Wirbelsturm Sandy zerstörten Autos ersetzen müssten. Der Hurrikan hatte Ende Oktober weite Teile der US-Ostküste getroffen.
Dagegen schnitt der dritte große US-Hersteller Ford im November besser als erwartet ab. Während das Europa-Geschäft kräftig unter der hiesigen Krise leidet und hohe Verluste einfährt, kletterte der Absatz in den USA um gut 6 Prozent. Experten hatte im Durchschnitt nur mit 2,4 Prozent gerechnet.

Ford macht drei Werke in Europa dicht
FordAls erster Autobauer zog Ford angesichts der Absatzkrise in Westeuropa die Notbremse und macht drei Werke mit Tausenden Beschäftigten dicht: Das Werk im belgischen Genk mit 4300 Mitarbeitern sowie die zwei Standorte Southampton und Dagenham in Großbritannien mit 1400 Beschäftigten. Abgesehen von Russland werde die Produktionskapazität in Europa um 355.000 Fahrzeuge verringert, eine Kürzung um fast ein Fünftel. Der wegen der weggebrochenen Verkaufszahlen für dieses Jahr erwartete Verlust werde über 1,5 Milliarden Dollar liegen, räumte Ford ein. Bisher war der Autobauer von lediglich über einer Milliarde ausgegangen. In Saarlouis hat Ford seine Produktion bereits gedrosselt: Sie soll von täglich 1.670 Fahrzeugen ab November 2012 auf 1.530 pro Tag sinken. Außerdem entlässt das Unternehmen Leiharbeiter. Schon im Sommer hatte Ford mehrere tausend Mitarbeiter seines Kölner Werks (Foto) in Kurzarbeit geschickt. Quelle: dpa/dpaweb
AudiStille Nacht in Neckarsulm: Über Weihnachten soll im dortigen Audi-Werk die Produktion der Modelle A7 (Foto) und A8 ruhen. Schon Anfang August stoppte der Konzern seine Fertigung in der Fabrik für eine Woche. Audi hatte bereits im Sommer 2012 angekündigt, sich schrittwiese in Neckarsulm von Leiharbeitern zu trennen. Quelle: obs
BMWBMW will sich vom europäischen Markt emanzipieren. Dabei setzt der Konzern auf vielversprechendere Märkte wie Asien, Süd- und Nordamerika. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ist ein neues Werk in Brasilien geplant. Außerdem leitet BMW jene Modelle, die in Europas Autohäusern verstauben, nach Asien und in die USA um. Dieses wiederfuhr laut Vertriebsvorstand Ian Robertson in den vergangenen Monaten bereits mehreren zehntausend Autos, die in Europa nicht verkauft werden konnten. Quelle: REUTERS
PSA Peugeot CitroënEin eingesperrter Personalchef – das zeigt, wie kritisch die Lage von Europas zweitgrößtem Autobauer PSA Peugeot Citroën ist. Nachdem der Manager des Werks in Aulnay-sous-Bois die Löhne gekürzt hatte, sperrten ihn die Mitarbeiter am 17. Oktober ein. Eine Woche zuvor demonstrierten Werksmitarbeiter vor dem Pariser Autosalon (Foto). Das Unternehmen will die Fabrik 2014 still legen. Insgesamt sollen bei PSA Peugeot Citroën 8.000 Stellen fallen. Der französische Staat und mehrere Banken verhandeln mit der konzerneigenen Banque PSA Finance über eine Finanzspritze. Im ersten Halbjahr 2012 machte das Unternehmen 800 Millionen Euro Verlust. Quelle: Reuters
OpelDer sogenannte Deutschland-Plan soll Opel wieder auf die Beine helfen. Doch die Verhandlungen dazu sind ins Stocken geraten. Bis Ende 2012 will das Unternehmen seine Mitarbeiter in den Werken in Rüsselsheim (Foto) und Kaiserslautern an 20 Tagen in Kurzarbeit schicken. Quelle: dpa
VolkswagenDie Produktion des VW Passat in Emden (Foto) soll einige Tage ruhen. Bei Volkswagen leidet vor allem die Mittelklasse unter der Kaufzurückhaltung der Kunden. Quelle: dapd
PorschePorsche will seine Produktion im Jahr 2013 zurückfahren: Sie soll um fünf bis zehn Prozent sinken. Kurzarbeit ist jedoch nicht vorgesehen. Quelle: dapd

Trotz großer Zuwachsraten ist Volkswagen in absoluten Zahlen aber noch weiter von den drei großen US-Herstellern entfernt: General Motors, mit denen VW genau wie Toyota um den Rang des weltweit größten Autobauers kämpft, setzte im November gut fünfmal so viele Fahrzeuge ab wie die Wolfsburger.

Bei denen findet besonders der Passat weiter reißenden Absatz. Das Modell legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 75 Prozent zu. Die zweite tragende Säule ist der Jetta, bei dem der Absatz um etwa 10 Prozent stieg. Seit Jahresbeginn hat VW mehr als 394 000 Autos in den USA verkauft und damit 35 Prozent mehr als in den ersten elf Monaten 2011.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%