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US-Elektropionier Tesla schmeißt reihenweise Mitarbeiter raus

Die Produktion des Model 3 kommt bei Tesla noch nicht in Gang – dennoch schmeißt der US-Elektroautobauer hunderte Mitarbeiter raus. Trotz der Probleme wollen sich Konkurrenten wie VW zunehmend auf Tesla fokussieren.

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Elektroauto-Hersteller Tesla schmeißt reihenweise Mitarbeiter raus Quelle: Reuters

Palo Alto, Wolfsburg Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat mitten im schwierigen Produktionsaufbau für seinen ersten günstigeren Wagen Model 3 in großem Stil Mitarbeiter nach der jährlichen Bewertung entlassen. Nach Informationen der „San Jose Mercury News“ vom Wochenende sind 400 bis 700 Beschäftigte betroffen, darunter seien Ingenieure, Manager und Arbeiter. Das Unternehmen selbst nannte keine Zahl. Tesla hat nach jüngsten Angaben insgesamt rund 33 000 Mitarbeiter - und über 2000 offene Stellen.

Der Autobauer musste jüngst einräumen, dass die Produktion des Model 3 bei weitem nicht so schnell anläuft wie geplant. Im vergangenen Quartal wurden statt der anvisierten 1500 Fahrzeuge nur 260 gebaut. Tesla nannte keine genaueren Gründe, erklärte aber, es gebe keine grundlegenden Probleme in der Fertigung.

Trotz der Probleme in der Produktion gilt der Pionier aus Kalifornien bei der Konkurrenz noch immer als Maß der Dinge in Sachen E-Mobilität: Auch Volkswagen sieht in Tesla einen zunehmend wichtigen Rivalen. „Tesla wird sich mit seinem innovativen Geschäftsmodell nicht nur auf das Premiumsegment beschränken, sondern seine Fähigkeiten auch auf das Volumensegment auszurollen versuchen“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess der „Automobilwoche“ laut Vorab-Bericht vom Samstag. „Daher fokussieren wir uns im zukünftigen Wettbewerb sehr stark auf Tesla und weniger auf Toyota oder Hyundai.“

Strategiechef Michael Jost sagte, VW werde Tesla in den USA früher als geplant mit einem geeigneten Modell begegnen. Der Automobilwoche zufolge soll dieses Auto zwischen Teslas Model 3 und Model S angesiedelt sein sowie 2021 auf den Markt kommen. Es soll von Leistung, Reichweite und Kosten her auf den US-Markt zugeschnitten sein.

Jost sagte zudem, VW sei mit seinem Elektrobaukasten der Konkurrenz weit voraus. „Darauf werden wir mehrere Millionen Fahrzeuge für die großen Märkte USA, Europa und China bauen.“ VW wolle aber auch wieder mit konventionellen Geländewagen punkten und plant dem Branchenblatt zufolge neben Tiguan und Atlas ein neues Einstiegs-SUV für die USA: „Wir haben die USA noch längst nicht aufgegeben.

Von zentraler Bedeutung wird unsere SUV-Strategie sein“, sagte Jost. Das Blatt berichtete, interne Planungen gingen von jährlich weltweit bis zu 500.000 verkauften Einheiten des neue Einstiegs-SUVs aus. Zudem werde das Preisgefüge für mehr Konkurrenzfähigkeit geändert.

„Wir waren in den USA preislich bisher immer über dem Wettbewerb positioniert“, sagte Jost. „Das ändern wir gerade und müssen dafür natürlich auch unsere Kostenstruktur verbessern.“

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