US-Finanzinvestor KKR erteilt Bilfinger Absage für den Kauf der Gebäudemanagement-Sparte

KKR gehörte zu den Namen, die als Top-Kaufkandidaten für Bilfingers Gebäudemanagement galten. Nach Informationen einer Kommunikationsagentur hat KKR Bilfinger nun jedoch abgesagt.

Utnegaard Quelle: dpa

Der Anruf kürzlich kam überraschend. An der Leitung: eine Mitarbeiterin einer großen Frankfurter Kommunikationsagentur, deren Teams bei großen freundlichen wie feindlichen Übernahmen jeweils auf einer der Seiten kämpfen wie Legionäre auf fremdem Schlachtfeld.

Die Agentur-Kommunikatorin hatte den knapp bemessenen Auftrag, der WirtschaftsWoche-Redaktion vom US-Finanzinvestor KKR auszurichten, dieser sei nicht interessiert am Kauf der Gebäudesparte von Bilfinger. Das war's auch schon. Die Dame hatte null Spielraum, mehr zu sagen.

Bilfingers Kandidaten-Karussell

Ob KKR Bilfinger wirklich abgesagt hat oder ob es den Private-Equity-Managern nur darum geht, den Preis zu drücken - wir machen die Information hiermit öffentlich. Sie könnte ja interessant sein für gebeutelte Bilfinger-Aktionäre, die nach der endlosen Kette schlechter Nachrichten über Bilfinger am Mittwoch erfuhren, dass ihre Dividende für 2015 ausfällt. Und die sich fragen, ob sie in ein solides deutsches Unternehmen investiert haben oder in die Titanic. Der amerikanische Private-Equity-Anbieter KKR gehörte immerhin zu den Namen, die gut unterrichtete Bilfinger-Kreise im Januar plötzlich als Top-Kaufkandidaten für Bilfingers Gebäudemanagement nannten. KKR-Europachef Johannes Huth und Bilfinger haben damals auf Anfrage dazu nicht Stellung genommen.

Damals wurde durch WirtschaftsWoche-Recherchen bekannt, dass Bilfinger-Chef Per Utnegaard seine im Herbst bekannt gegeben Strategie für Bilfinger eventuell über den Haufen wirft und über einen Verkauf des einzig gesunden Drittel des MDax-Konzerns verhandelte. Bis dahin hatten das Gebäudemanagement und das damit verbundene restliche Bilfinger-Baugeschäft als unverkäuflich gegolten. Bilfingers Konzernbetriebsratschef und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Stephan Brückner hatte keine Ahnung und lehnte den Verkauf umgehend ab.

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Bilfinger bestätigte im Januar mit einer Ad-hoc-Meldung die Verhandlungen und behauptet seitdem, die Angebote für die Gebäudemanagementsparte seien überraschend herein gekommen. Tatsächlich aber hatte der Chef des Facility Managements von Bilfinger, Otto Kajetan Weixler, Utnegaard den Verkauf seines Unternehmensbereichs schon kurz nach dessen Amtsantritt im Sommer 2015 vorgeschlagen – weil auch Weixler Bilfinger inzwischen offenbar als eine Art Titanic sieht.

Er wäre mit seiner gesunden Sparte lieber von Bord, bevor das ganze Schiff sinkt. Hat die Anruferin recht, fällt KKR als Retter jetzt aus.

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