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US-Großaktionär Elliott zweifelt offenbar an Thyssen-Krupp-Aufspaltung

Thyssen-Krupp will sich aufspalten. Anteilseigner Elliott stellt laut Medienberichten den Nutzen in Frage und wendet sich Konzernchef Kerkhoff.

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Der Konzern soll aufgespalten werden: In eine Materials AG (Werkstoffhandel + Stahl-Joint-Venture Tata Steel + Marinegeschäft) und eine Industrials AG (Aufzugsgeschäft + Autozuliefergeschäft + Kernanlagenbau) Quelle: Reuters

Frankfurt Die Pläne für eine Aufspaltung des Traditionskonzerns Thyssen-Krupp überzeugen einem Insider zufolge den Anteilseigner Elliott nicht. Elliott zweifle, ob der Vorschlag die erhofften positiven Effekte habe, schrieb der aktivistische Investor dem Insider zufolge im Dezember in einem Brief an Thyssen-Krupp-Chef Guido Kerkhoff. Von Elliott war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Ein Sprecher von Thyssen-Krupp wollte sich nicht äußern. Zuerst hatte das „Manager Magazin“ über den Brief geschrieben.

Kerkhoff hatte im September mit der Ankündigung der Konzernaufspaltung für Furore gesorgt. Dem Aktienkurs hatte er damit aber nicht auf die Sprünge geholfen, Thyssenkrupp-Anteilsscheine hatten in der Folge rund 31 Prozent an Wert verloren. Am Donnerstag gaben die Anteilsscheine nach der Reuters-Meldung über die Zweifel des US-Hedgefonds weiter nach und notierten mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 15,06 Euro.

Der über 200 Jahre alte Konzern soll Kerkhoffs Plänen zufolge aufgespalten werden: In einer Materials AG soll der Werkstoffhandel sowie der Anteil am geplanten Stahl-Joint-Venture mit dem indischen Konzern Tata Steel und das Marinegeschäft aufgehen.

Daneben soll es eine Industrials AG mit dem lukrativen Aufzugsgeschäft, dem Autozuliefergeschäft und dem Kernanlagenbau geben. Elliott hatte sich dazu bislang in Schweigen gehüllt. Der Brief sei auch eine Reaktion auf Aussagen Kerkhoffs vom dem November, er habe seit Juli nichts mehr von dem für sein aktivistisches Vorgehen bekannten Investor gehört, sagte der Insider. Dies hat sich nun geändert. „In der neuen Aufstellung können sich beide Unternehmen besser auf ihr jeweiliges Geschäft fokussieren.

Die Struktur wird weniger komplex, Entscheidungen werden schneller getroffen und umgesetzt“, hatte Kerkhoff für seine Pläne geworben. Doch auch Kleinaktionäre hatten schon Zweifel angemeldet. „Insgesamt sehe ich noch nicht, wie Thyssen-Krupp auf einen grünen Zweig kommen soll“, hatte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Es sei weiter unklar, wie die operativen Geschäfte verbessert werden könnten.

Eine Aufspaltung alleine löse die Probleme nicht. Eine Abkühlung der Wirtschaft könne zudem dafür sorgen, dass Thyssen-Krupp in schweres Fahrwasser gerate, hatte ein weiterer Investor gesagt. Zudem drohen Thyssen-Krupp Auflagen der Wettbewerbshüter beim Stahl-Gemeinschaftsunternehmen mit Tata. Die Aufspaltungspläne dürften auch im Mittelpunkt der Debatten bei der Hauptversammlung am 1. Februar in Bochum stehen.

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