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US-Pharmakonzern Opioid-Klagen: Purdue Pharma schlägt neuen Milliardenvergleich vor

Purdue will mit einem neuen Vergleichsangebot Tausende Klagen wegen seines Schmerzmittels Oxycontin beilegen. Die Eigentümerfamilie soll deutlich mehr zahlen.

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Purdue wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung der Suchtgefahren mit rücksichtslosen und aggressiven Methoden vermarktet zu haben. Quelle: Reuters

Der US-Pharmakonzern Purdue will mit einem neuen Sanierungsplan aus der Insolvenz zurückkommen und Tausende Klagen wegen seines süchtig machenden Schmerzmittels Oxycontin beilegen. Der in der Nacht auf Dienstag beim Insolvenzgericht in New York eingereichte Entwurf sieht vor, dass Purdues Eigentümerfamilie Sackler im Rahmen des Vergleichs knapp 4,3 Milliarden Dollar zahlt. Das wären rund 1,3 Milliarden Dollar mehr als beim vorherigen Angebot, das von vielen Klägern als zu niedrig abgelehnt wurde. Insgesamt soll das Volumen des Vergleichspakets über 10 Milliarden Dollar betragen.

Purdue und den Sacklers wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung der Suchtgefahren mit rücksichtslosen und aggressiven Methoden vermarktet zu haben. Damit wurde aus Sicht der Kläger ein wesentlicher Grundstein für die verheerende Opioid-Epidemie in den Vereinigten Staaten gelegt, die in den vergangenen Jahren laut US-Behörden zu Hunderttausenden Toten durch Überdosierungen führte. Opioide wie Oxycontin sind Arzneimittel mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften, bei denen jedoch auch enorme Abhängigkeitsrisiken und hohes Missbrauchspotenzial bestehen.

Gegen Purdue und die Sacklers laufen in den USA knapp 3000 Klagen von Bundesstaaten, Landkreisen und Städten. In einem getrennten Verfahren hatte das Unternehmen im Oktober 2020 einen umstrittenen Vergleich mit der US-Regierung geschlossen, der ein Volumen von 8,3 Milliarden Dollar hat, unterm Strich jedoch viel geringer ausfallen dürfte. Purdue hatte im September 2019 Gläubigerschutz beantragt - Kritiker sehen darin ein Manöver, um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Der Insolvenzplan sieht vor, dass die Firma in eine Stiftung überführt wird und künftige Einnahmen zur Linderung der Schmerzmittelkrise verwendet werden. Die Sacklers sollen keine Kontrolle mehr haben.

Trotzdem sind längst nicht alle Kläger zufrieden. New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James sprach zwar von Fortschritten gegenüber dem ersten Entwurf, zeigte sich aber dennoch enttäuscht. Die Angehörigen der Opioid-Opfer verdienten mehr, so James. „Die Sacklers und Purdue müssen jetzt zu ihren jahrzehntelangen Fehlverhalten und ihrer Rolle bei der Entstehung dieser Krise stehen.“ Der Skandal hat den lange vor allem für sein Mäzenatentum bekannten Sackler-Clan schwer in die Kritik gebracht. Große Museen wie das Metropolitan Museum in New York, die Tate Modern in London und der Louvre in Paris beendeten die Zusammenarbeit mit der Familie.

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