VDMA-Zahlen Maschinenbauer starten stark ins zweite Halbjahr

Kommt der deutsche Maschinenbau endlich in Fahrt? Der Start ins zweite Halbjahr ist jedenfalls geglückt. Vor allem ein kräftiges Plus aus dem Inland und dem Euroraum füllt die Auftragsbücher.

Deutschlands größte Werkzeug-Maschinenbauer
Platz 10: Niles-Simmons Quelle: dpa.
9. IndexDie Index-Gruppe gehört gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Traub zu den führenden Herstellern von CNC-Drehmaschinen. Firmensitz ist Esslingen in Baden-Württemberg. Das Unternehmen blickt wie viele schwäbische Maschinenbauer auf eine lange Tradition zurück. Hermann Hahn legte 1914 den Grundstein und begann mit der Produktion von Revolverdrehautomaten. Heute zählen zu den Hauptabnehmern von Index-Drehmaschinen die Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Maschinenbau, die Elektrotechnik und Elektronikindustrie sowie Hersteller in der Fluidtechnik und dem Armaturenbau. Die Index-Gruppe setzte im Jahr 2012 432 Millionen Euro um (Vorjahr: 450 Millionen) und beschäftigte 2.100 Mitarbeiter. Quelle: Pressebild
Platz 9: Emag Quelle: pr
Platz 7: Körber - Schleifring-GruppeSchleifring gehört zum weltweit tätigen Körber-Konzern, der 30 internationale Technologieunternehmen unter seinem Dach vereint. Die Abnehmer der Schleifmaschinen stammen aus den Branchen Automobilindustrie und Zulieferer, Werkzeugindustrie, Kraftwerkturbinenbau, Werkzeug- und Formenbau, Medizintechnik, Maschinenbau, Uhrenhersteller sowie der Turbinenindustrie. Zu den größten Abnehmermärkten gehören, nebst Westeuropa, Asien (inklusive China) sowie Amerika. 2012 setzte die Schleifring-Gruppe 530 Millionen Euro (Vorjahr: 470 Millionen Euro) und beschäftigte 2200 Mitarbeiter. Quelle: Presse
Platz 5: Heller Quelle: Pressebild
Platz 5: GrobDas Unternehmen Grob mit Stammwerk in bayerischen Mindelheim produziert in Sao Paulo, Brasilien, im amerikanischen Bluffton/Ohio und im neugebauten Werk in Dalian in China. Eigene Service- und Vertriebsniederlassungen unterhalten die Mindelheimer unter anderem in Beijing, Shanghai und Mexiko. Seit Firmengründung im Jahr 1926 ist Grob im Familienbesitz und wird heute in dritter Generation geführt. Weltweit beschäftigt der Maschinenbauer rund 4.000 Mitarbeiter. 2012/2013 erwirtschaftete das Unternehmen 650 Millionen Euro (Vorjahr: 600 Millionen Euro). Quelle: Pressebild
Platz 6: MAG Europe Quelle: pr
Platz 3: Schuler Quelle: dpa.
Platz 2: Gildemeister
Platz 1: Trumpf Quelle: dpa

Dank eines starken Inlandsgeschäfts sind die deutschen Maschinenbauer schwungvoll in die zweite Jahreshälfte gestartet. Die Unternehmen der mittelständisch geprägten Branche verzeichneten im Juli ein Auftragsplus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Mit einem Anstieg um 43 Prozent stiegen die Bestellungen aus dem Inland sprunghaft, während das Auslandsgeschäft um 5 Prozent über dem Vorjahresniveau lag. „Wir hatten ungewöhnlich hohe, großvolumige Aufträge im Inland und im Euroraum“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Das gebe es immer mal wieder und sei daher noch nicht als Trendwende zu bewerten. Die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern zogen im Juli um beachtliche 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr an.

Doch wegen der schwächeren Vormonate bleibt für den Zeitraum Januar bis Juli unterm Strich nur ein kleines Auftragsplus von 2 Prozent: „Das zeigt die aktuelle Situation sicherlich besser als der einzelne Monatswert.“ Im Drei-Monats-Vergleich verbuchten die Maschinenbauer zwischen Mai und Juli unterm Strich immerhin ein Plus von 4 Prozent.

Wie der Branchenverband mitteilte, sank die Maschinenproduktion im ersten Halbjahr 2015 um 0,5 Prozent. Im Juli hatte der Verband seine Jahresprognose von 2,0 Prozent Wachstum auf Stagnation gesenkt. Der Umsatz entwickelte sich mit einem Plus von 2,8 Prozent besser, sagte Wiechers: „Hier dürften auch Wechselkurseffekte eine Rolle spielen und ein gestiegener Anteil an Dienstleistungen wie Revisionen und Reparaturen.“

Die Exporte lagen von Januar bis Juni mit 0,6 Prozent knapp über dem Vorjahresergebnis, wie Wiechers erklärte: „Das ist gemessen am weltwirtschaftlichen Umfeld ein recht gutes Ergebnis.“ Zuwächse verzeichnete die Schlüsselindustrie mit zuletzt mehr als einer Million Beschäftigten insbesondere in den USA und wichtigen europäischen Märkten wie Großbritannien, Polen, Spanien und Italien. Auch in einigen Schwellenländern wie Mexiko oder Indien lief es gut. Das Russlandgeschäft schrumpft hingegen weiter.

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Die Chinaausfuhren gingen im ersten Halbjahr um fünf Prozent zurück. Das schmerzt die Unternehmen: „China ist ein wichtiger Markt für uns“, sagte Wiechers. Die Verlangsamung der Konjunktur in China sei bei den Exporten schon seit geraumer Zeit spürbar. Allerdings verzeichneten einige Teilbranchen wie Präzisionswerkzeuge oder die Antriebs- und die Fördertechnik weiterhin Zuwächse: „Generell kann man sagen, dass Produkte, bei denen wir besondere Angebote machen können, besser laufen in China als die, bei denen wir im großen Wettbewerb stehen.“ Das gelte insbesondere im mittleren Qualitätsspektrum.

Das Reich der Mitte ist der weltweit größte Maschinenbauproduzent, rund ein Drittel des weltweit Maschinenumsatzes entfällt auf die Volksrepublik. Die Produkte sind oft einfacher und günstiger als Maschinen und Anlagen aus Deutschland. Deshalb sind chinesische Hersteller gerade in Schwellenländern ernsthafte Konkurrenten der deutschen Betriebe.

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