Verdacht auf illegale Waffenlieferungen Neue Durchsuchungen bei Sig Sauer

Sig Sauer ist am Montag erneut durchsucht worden. Das Unternehmen steht im Verdacht, illegal Waffen nach Kolumbien geliefert zu haben. Für die 65.000 Pistolen gab es keine Genehmigung des Bundesamts.

Eine Polizeibeamtin verlässt nach einer Durchsuchung die Waffenirma Sig Sauer in Eckernförde. Quelle: dpa

Beim möglicherweise in illegale Waffenlieferungen nach Kolumbien verwickelten Unternehmen Sig Sauer hat es am Montag weitere Durchsuchungen gegeben. Dies sagte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß der Deutschen Presse-Agentur. Wo genau durchsucht wurde, wollte die Staatsanwaltschaft nicht mitteilen. Die Ermittlungen dauerten an.

Waffenexporte aus Deutschland

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Unternehmen mit Sitz Eckernförde ebenfalls wegen einer Pistolenlieferung an die Präsidentengarde in Kasachstan. Diese soll 2010 über die USA abgewickelt worden sein, obwohl keine Genehmigung vorlag.

Zuvor hatten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Anfang Juli die Bearbeitung sämtlicher Ausfuhranträge des Unternehmens gestoppt habe. Das Amt selbst wollte den Bericht nicht kommentieren. Zum Schutz von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen erteile das BAFA keine Auskünfte zu konkreten Antragsverfahren beziehungsweise konkreten Unternehmen, hieß es.

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Kolumbien hat von 2006 an über das US-Verteidigungsministerium knapp 65.000 Pistolen vom Typ SP 2022 für 28,6 Millionen Dollar (rund 21 Millionen Euro) gekauft, die für den US-Markt bestimmt waren. Nach Recherchen der drei Medien lag dafür keine Genehmigung des Bundesamts vor.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte Anfang Juli Ermittlungen gegen Sig Sauer eingeleitet. Die Firma erklärte damals, sie sehe kein Fehlverhalten. Am Montag war bei Sig Sauer zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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