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Verkauf von Urenco Bieter für Uranfirma gesucht

RWE und E.ON wollen laut "Süddeutscher Zeitung" ihre Anteile am Uran-Konzern Urenco verkaufen. Ein brisantes Geschäft - denn das Unternehmen produziert Elemente für die Atombombe.

Großbritannien will einem Zeitungsbericht zufolge aus dem deutsch-niederländisch-britischen Urananreicherungsunternehmen Urenco ausstiegen. Quelle: dpa

Die Eigentümer von Urenco wollen Insidern zufolge bis zum Jahresum Gebote für eine Übernahme des Uran-Konzerns gebeten. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, seien derzeit "Geheimdienste, Spitzenpolitiker, Hedgefonds und selbst Schurkenstaaten" gleichermaßen an dem Unternehmen interessiert.

Der Grund: "Zum Verkauf steht der einfachste Weg zur Atombombe", sagte der "Süddeutschen Zeitung" Michael Sailer vom Öko-Institut in Darmstadt, der die Bundesregierung als Chef der Entsorgungskommission und Mitglied der Reaktorsicherheitskommission berät.

An der Firma halten E.ON und RWE gemeinsam ein Drittel, Großbritannien und die Niederlande jeweils einen Anteil in selber Höhe. Wie am Donnerstag verlautete, wollen die Eigner mit Hilfe der Gebote das Interesse am Markt prüfen. Ein Verkauf könne bis zu zehn Milliarden Euro einbringen.

Urenco beliefert Atomkraftwerksbetreiber mit angereichertem Uran. Die Firma hat auch eine Niederlassung in Gronau im Münsterland. Zwar hatte das Unternehmen im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn gesteigert. Zugleich zeigte sie sich skeptisch, dass dies fortgesetzt werden könne. Die komplexe Eigentümerstruktur macht einen Verkauf schwierig.

Die bisherigen Interessenten sind laut "Süddeutscher Zeitung" der Uranhändler Cameco, der Anlagenbauer Toshiba Westinghouse und Areva aus Frankreich. Außerdem interessiert seien Hedge- und Investmentfonds wie KKR, Blackstone oder Apax.

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