Volkswagen-Rückrufaktion Umfrage deutet auf Probleme hin

Exklusiv

Die Rückrufaktion wegen des Dieselskandals, bei der VW- und Audi-Fahrzeugen eine neue Software aufgespielt wird, könnte für Volkswagen noch problematischer werden als gedacht.

VW droht neues Ungemach Quelle: dpa

Die Rückrufaktion wegen des Dieselskandals, bei der VW- und Audi-Fahrzeugen eine neue Software aufgespielt wird, könnte für Volkswagen noch problematischer werden als gedacht.

Eine exklusive Umfrage unter vom Software-Update betroffenen Kunden kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als jeder zweite nach dem Update Probleme mit seinem Auto hat. Das berichten über die Hälfte von 135 Haltern, die das Update haben aufspielen lassen, in einer nicht repräsentativen Umfrage, die die WirtschaftsWoche mit der Plattform MyRight initiiert hat. MyRight ist ein Rechtsdienstleister, der Betroffenen anbietet, den Autobauer für sie auf Erfolgsbasis zu verklagen. Die Teilnehmer der Umfrage haben ihre Rechte bereits an MyRight abgetreten.

Teilnehmer, die über Probleme klagen, nannten teils dieselben Mängel: Ihr Diesel verbrauche  mehr Sprit,  ziehe beim Gasgeben nicht mehr richtig und komme nicht mehr auf die vorherige Höchstgeschwindigkeit. Volkswagen sagt, dass es bislang nur wenige Beschwerden von Kunden gegeben habe und in diesen Fällen meist Abhilfe geschaffen werden konnte. Einen Teil der Probleme räumte VW ein. Beim Golf Blue Motion Technology habe es in Einzelfällen Beschwerden wegen Motorruckelns gegeben. Für das Modell hat VW ein weiteres Update entwickelt. Die Betroffenen müssen noch einmal in die Werkstatt kommen, um es aufspielen zu lassen.

VW sagt, dass „eine kleine Anzahl Kunden“ wahrgenommen habe, dass sich durch das Software-Update „das Frequenzspektrum des Motorgeräuschs leicht verschieben“ könne, „obwohl sich die Lautstärke nicht verändert hat“. Betroffen sei der Tiguan. Der Autobauer musste auch hier ein neues Update entwickeln. 

Nach dem Update erleben Fahrer mitunter kuriose Dinge: So berichtet ein Halter, dass die Klimaanlage seines drei Jahre alten Passats nicht mehr lief. „Der Temperaturfühler war fest auf ein Grad Celsius eingestellt“, sagt er. VW räumt ein, dass es „in wenigen Einzelfällen“ solche Beanstandungen gab. Man prüfe, ob das mit dem Update zusammenhänge.

Möglicherweise sind diese Problem erst der Anfang: In Europa wurden 8,5 Millionen Fahrzeuge mit der illegalen Software ausgestattet. Laut VW werden zwar täglich „tausende Fahrzeuge“ umgerüstet. Insgesamt waren aber erst gut 500 000 Autos in der Werkstatt.

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