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VW-Tochter Duesmann sieht Audi beim Umbau auf Kurs

Um den Wechsel zur Elektromobilität zu stemmen, setzt Audi-Chef Duesmann weiter auf strikte Kostendisziplin. Die Coronakrise hat zu einem deutlichen Gewinnrückgang geführt.

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Der Audi-Chef will keine neunen Verbrenner mehr entwickeln. Quelle: AP

Seit einem Jahr steht Markus Duesmann an der Spitze der VW-Tochter Audi in Ingolstadt - am Donnerstag (10.00 Uhr) legt er zum ersten Mal eine Jahresbilanz vor. Absatz, Umsatz und Gewinn sind in der Coronakrise deutlich zurückgegangen. Duesmann spricht von einem „robusten Jahresbeschluss“, sieht Audi aber gestärkt aus der Krise kommen: „Ich bin stolz, wie es uns trotz Corona gelungen ist, bei der Transformation mehr Schnelligkeit aufzunehmen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Duesmann ist im Volkswagen-Vorstand für die Entwicklung einer komplett eigenständigen Software für alle Autos des Konzerns zuständig. Zugleich will der Ingenieur mit dem Projekt Artemis Ende 2024 einen voll vernetzten Elektro-Audi mit dieser neuen Software auf den Markt bringen und die von Dieselkrise und Vorstandswechseln gebeutelte Marke wieder zum Technologieführer im Konzern machen.

„Personelle Veränderungen geben oft mehr Spielraum für eine inhaltliche Erneuerung frei“, sagte Duesmann. Und die Veränderungsbereitschaft der Belegschaft „in diesem verrückten Jahr hat mich ehrlich beeindruckt“.

VW-Konzernchef Herbert Diess, der ihn von BMW zu Audi geholt hat, zeigte sich schon im Januar „begeistert, wie Audi im letzten Jahr Tempo aufgenommen hat, wie Markus Duesmann das mit dem neuen Vorstand macht“. Audi müsse nicht nur gute Gewinne abliefern, sondern auch die Technologie für den ganzen VW-Konzern entwickeln und im Wettbewerb mit Tesla, BMW und Daimler „deutlich schneller werden“.

Duesmann sagte, um Innovationen rascher zum Kunden zu bringen, „brauchen wir einen radikalen Bruch mit alten Strukturen, weniger Komplexität und flachere Hierarchien“. Deshalb revolutioniere Audi „die Art, wie wir entwickeln. Das Bordnetz - also Bits und Bytes - ist das neue Ordnungskriterium für unsere Baureihen.“ Um die Zukunftsthemen zu finanzieren, sei weiter strikte Kosten- und Investitionsdisziplin notwendig, sagte der Audi-Chef.

Keine neuen Verbrenner mehr entwickeln

Im vergangenen Jahr sanken die Verkäufe um 8 Prozent auf 1,7 Millionen Autos, der Umsatz von 55,7 auf 50,0 Milliarden Euro, und der Betriebsgewinn fiel von 4,5 auf 2,7 Milliarden Euro. Damit ist im Moment nicht mehr Audi, sondern Porsche wichtigster Gewinnbringer im VW-Konzern.

Obwohl Audi heute mehr als 90 Prozent seiner Autos mit Benzin- oder Dieselmotor baut, will die Marke keinen neuen Verbrenner mehr entwickeln. Nach dem vollelektrischen großen SUV e-tron, dem e-tron Coupé und dem Luxussportwagen e-tron GT soll im April der kleinere SUV Q4 e-tron auf den Markt kommen; 2025 sollen mehr als 20 Stromer im Angebot sein.

Der Q4 etron wird im VW-Werk Zwickau gebaut, der Audi Artemis im VW-Werk Hannover. Audi-Betriebsratschef Mosch hat bereits gefordert, die nächsten Generationen dieser beiden Modelle sowie Batterien in den Audi-Werken Ingolstadt und Neckarsulm zu bauen. Dort baut die VW-Tochter Stellen ab. An der Beschäftigungsgarantie bis 2029 halte Audi fest, betonte Duesmann.

In China erreichte Audi 2020 einen neuen Bestwert bei den Auslieferungen, überschritt die 700.000er-Marke, liegt aber hinter BMW und Mercedes-Benz. „Gerade im Premiumsegment sehen wir großes Potenzial. Deshalb ist China für mich Chefsache“, sagte Duesmann. Mit dem zusätzlichen chinesischen Partner SAIC werde Audi „in eine neue Wachstumsphase starten“.

Und ab April werde in Chanchun mit dem langjährigen Partner FAW ein neues E-Auto-Werk gebaut. Dort sollen 2024 die ersten Autos vom Band rollen. „Bis 2025 werden wir in China sieben lokal produzierte Elektro-Modelle im Portfolio haben,“ sagte Duesmann.

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