Wachstumsziel verfehlt Nestlé kommt nicht recht auf Touren

Nestlé hat im vergangenen Geschäftsjahr 2013 sein Wachstumsziel verfehlt, weil die Dynamik in den Schwellenländern nachgelassen hat.

Nestlé lotet Verkauf von Tiefkühl-Sparte aus
Davigel vor Verkauf?Drei mit der Situation vertrauten Personen zufolge lotet Nestlé einen Verkauf der Tochter Davigel aus. Der Hersteller von Tiefkühlkost für Restaurants und Krankenhäuser dürfte den Insidern zufolge rund 300 Millionen Euro wert sein. Mögliche Käufer seien die Nahrungsmitteldienstleister Brake Brothers, Booker Group und Sodexho sowie Finanzinvestoren. Offensichtliche Kandidaten sind einem der Insider zufolge Bain sowie Clayton, Dubilier & Ric , weil beide in der Vergangenheit in die Branche investiert hätten. Im Oktober hatte Nestle-Chef Paul Bulcke schwächelnde Geschäftsbereiche mit dem Schlagwort "in Ordnung bringen oder verkaufen" zur Disposition gestellt. Kurz darauf gaben die Schweizer den größten Teil der kränkelnden Diätsparte Jenny Craig an den US-Finanzinvestor North Castle Partners ab. Das US-Tiefkühl-Pasta-Geschäft ging im Januar an Brynwood Partners. Am 3. Februar 2014 meldete Nestle den Verkauf des Energieriegel-Herstellers PowerBar an die amerikanische Post Holdings. Analystenschätzungen zufolge könnte Nestle Geschäfte im Umfang von fünf bis 15 Milliarden Franken Umsatz abgeben. An der Börse wird gerätselt, ob sich Nestle auch von ihrer 30-Prozent-Beteiligung an dem französischen Kosmetikkonzern L'Oreal trennen könnte. Nestlé zählt zu den größten Nahrungsmittelkonzernen der Welt. Seinen Ursprung hat das Unternehmen 1843. Wie alles begann... Quelle: Screenshot
Nestlé-Logo Quelle: dpa
Screenshot eines Bildes auf der Flickr-Seite Quelle: Screenshot
Historische Maggi-Reklame Quelle: dpa
Kosmetik von L´Oreal Quelle: REUTERS
Nespresso-Kapseln Quelle: dpa
Schweizer Börse Quelle: REUTERS
Perrier-Flaschen Quelle: Reuters
Katzenfutter von Nestlé und Purina Quelle: AP
Mövenpick-Eiscreme-Verpackung Quelle: PR Nestlé unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode
Wagner-Pizza Quelle: dpa
Jenny-Craig-Filiale Quelle: PR Nestlé unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode
Ein Baby wird gefüttert Quelle: dpa
Paul Bulcke Quelle: REUTERS
Süßigkeiten von Hsu Fu Chi Quelle: dpa
Pizer-Logo Quelle: REUTERS
Special T Quelle: PR Nestlé unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode

Der größte Lebensmittelkonzern der Welt hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem organischen Wachstum von 4,6 Prozent das im August noch anvisierte „herausfordernde“ Ziel von fünf Prozent verfehlt und blieb damit zum ersten Mal seit 2009 unter dem langfristigen Ziel von fünf bis sechs Prozent. Der Umsatz der Schweizer stieg 2013 um 2,7 Prozent auf 92,2 Milliarden Schweizer Franken. Das entspricht etwa 75 Milliarden Euro. Auch dieser Wert lag leicht unter den Schätzungen von Analysten, die von 93 Milliarden Schweizer Franken ausgegangen waren. Die bekanntesten Marken der Schweizer in Deutschland sind Buitoni-Nudeln, die Mineralwässer Contrex und Vittel, der Kultkaffee Nespresso, Wagner-Pizza, Herta-Wurst, Smarties, Choco-Crossies sowie die Kleinkindernahrung Alete.

Im Vergleich mit dem großen Wettbewerber, dem niederländisch-britischen Unilever-Konzern mit Marken wie Knorr, Dove, Langnese, Rama oder Lätta fällt auf: Während Nestlé das schwächere Wachstum in den Schwellenländern eher bremste, meldete Unilever kürzlich, dass bessere Geschäfte in den Schwellenländern im abgelaufenen Jahr überraschend hohe Gewinne gebracht hätten.
Kräftiges Wachstum in Asien und Südamerika hatte den weltweit zweitgrößten Konsumgüterkonzern Unilever trotz des Preiskampfs in Europa im vierten Quartal auf Kurs gehalten.

Während der um Währungsschwankungen und Zukäufe bereinigte Unilever-Umsatz in Europa und auch in den USA schrumpfte, ging er in Asien um fast sieben und in Lateinamerika sogar um mehr als zwölf Prozent nach oben. Für das Gesamtjahr 2013 ergab sich ein ähnliches Bild: Während der Umsatz in den Industrieländern schrumpfte, legten die Schwellenländer kräftig zu. Dort macht Unilever inzwischen deutlich mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Insgesamt verlangsamte sich das Wachstum aber. Nach knapp sieben Prozent im Jahr 2012 legte der Umsatz 2013 nur noch um etwas mehr als vier Prozent zu. Unter dem Strich blieben mit 4,84 Milliarden Euro fast elf Prozent mehr Gewinn als vor einem Jahr.

Beim Schweizer Konkurrenten Nestlé sank der Gewinn hingegen um 600 Millionen auf zehn Milliarden Franken. Das entspricht etwa rund acht Milliarden Euro. Das organische Wachstum der Gruppe war laut Nestlé „breit abgestützt“, mit 5,1 Prozent in Nord- und Südamerika, 0,8 Prozent in Europa und 7,4 Prozent in Asien, Ozeanien und Afrika. Das Geschäft in den Industrieländern wuchs um ein Prozent und erzielte einen Umsatz von 51 Milliarden Franken. In den aufstrebenden Märkten wuchsen die Verkäufe um 9,3 Prozent auf 41 Milliarden Franken. „Das makroökonomische Umfeld war 2013 geprägt von geringem Wachstum, das in den Industrieländern minimal und in den aufstrebenden Märkten niedriger als zuvor war. Als Antwort darauf haben wir die Markenunterstützung verstärkt, Innovationen beschleunigt und sichergestellt, dass unsere Preisanpassungen die Konsumentenbedürfnisse berücksichtigen. Dies gab unserem internen Realwachstum Schwung und trug zusammen mit Effizienzgewinnen und strukturellen Kostenersparnissen zur Verbesserung unserer Margen und zum starken Mittelfluss aus Geschäftstätigkeit bei“ so Bulcke in einer Mitteilung.

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