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Waffenhersteller Kleiner Gewinn bei Heckler & Koch

Die Waffenschmiede Heckler & Koch kämpft seit langem mit schlechten Zahlen. Nun aber sieht es besser aus – trotz eines hohen Schuldenberges.

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 Heckler & Koch: Waffenhersteller fährt kleinen Gewinn ein Quelle: dpa

Beim Waffenhersteller Heckler & Koch hat sich die wirtschaftlich sehr schwierige Lage etwas entspannt. Wie die Firma aus Oberndorf in Baden-Württemberg am Mittwoch auf ihrer Webseite bekanntgab, verbuchte sie in den ersten drei Quartalen 2019 einen kleinen Gewinn von 1,3 Millionen Euro – nach einem Verlust von vier Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf rund 186 Millionen Euro.Sturmgewehr-Bestellungen aus Frankreich, Litauen und den USA schlugen sich positiv nieder.

Der Schuldenberg bleibt aber hoch, die Finanzverbindlichkeiten liegen bei 235 Millionen Euro – für eine Firma dieser Größe ist das sehr viel. Hinzu kommen noch Pensionsverpflichtungen von H&K gegenüber Mitarbeitern, die vor 2002 ihren Job bei der Waffenschmiede in Baden-Württemberg angefangen haben – solche Altersvorsorge-Extrazahlungen stehen noch mit gut 60 Millionen Euro in den Büchern, Tendenz sinkend.

Für die Führungsriege sind die Quartalszahlen ein Erfolg: Firmenboss Jens Bodo Koch und Finanzchef Björn Krönert übernahmen erst im vergangenen Jahr das Ruder, als das Unternehmen tief in den roten Zahlen war. Die Situation war so mies, dass sich die Arbeitnehmerseite im Frühjahr dieses Jahres sogar zu unbezahlter Mehrarbeit bereiterklärte – pro Woche arbeiten die Mitarbeiter seither zweieinhalb Stunden mehr als zuvor und bekommen dafür kein Geld.

Angesichts der schlechten Lage der Firma hatte die IG Metall ihren Mitgliedern einen entsprechenden Tarifvertrag empfohlen und dafür eine knappe Mehrheit in der Belegschaft bekommen. Das vom Vorstand durchgesetzte Maßnahmenbündel enthielt neben der unbezahlten Extraarbeit auch Investitionen sowie generell bessere Arbeitsabläufe.

Denn eins der Kernprobleme der Firma mit ihren mehr als 900 Mitarbeitern ist der Mangel an wirtschaftlicher Effizienz: Obwohl die Auftragsbücher schon seit langem voll sind, schrieb das Unternehmen in den Jahren 2017 und 2018 Verluste. Firmenchef Jens Bodo Koch zeigte sich am Mittwoch zufrieden, dass die Maßnahmen nun wirkten.

Allerdings leide die Ertragslage „noch immer unter einigen Vorgängen aus der Vergangenheit“ – diese würden nach und nach abgebaut. Die generelle Situation des Unternehmens werde sich in den kommenden Jahren weiter verbessern, betonte er.

Immens wichtig für Heckler & Koch ist eine 250 Millionen Euro schwere Ausschreibung des Bundes für neue Sturmgewehre bei der Bundeswehr. Das von H&K hergestellte Gewehr 36 (G36) soll ausgemustert und gegen eine moderne Variante ersetzt werden.

Heckler & Koch scheint gute Karten zu haben, die Konkurrenten Sig Sauer und Rheinmetall sind aus dem Rennen ausgestiegen. Der Wettbewerber Haenel aus Suhl in Thüringen ist wohl noch dabei, Branchenkenner räumen ihm aber nur geringe Chancen ein.

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