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Waffenhersteller Warum sich Heckler & Koch vor seinem neuen Investor nicht fürchten muss

Nicolas Walewski konnte sich offenbar mit dem Privatvermögen seiner Familie über 50 Prozent der Firmenanteile sichern. Quelle: imago images

Die Waffenschmiede Heckler & Koch lag in den Händen eines in London lebenden schillernden Deutschen - und gerät jetzt vielleicht in die Hände eines in London lebenden Franzosen, der viel vom Geldverdienen versteht.

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Vor dem französischen Investor Nicolas Walewski, der beim Waffenhersteller Heckler & Koch aus dem Baden-Württembergischen Oberndorf eingestiegen ist, muss sich niemand fürchten. Walewski ist kein Waffennarr, kein Kriegstreiber, aber ein kühler Rechner und dem hochverschuldeten Unternehmen kann ein Eigentümerwechsel nur gut tun. Walewski konnte sich offenbar mit dem Privatvermögen seiner Familie über 50 Prozent der Firmenanteile sichern, die er in der Finanzholding Compagnie de Développement de l’Eau (CDE) verwalten lässt. Da das Privatvermögen der Familie einem Treuhänder anvertraut wurde, der als französischer Anwalt auf der Karibikinsel Barbados sitzt, ranken sich zahlreiche Gerüchte um den Einstieg von Walewski. Er könnte Hintermänner haben, die als dubiose Geldgeber Walewskis-Plan beim Einstieg unterstützt haben.

Der Bundesnachrichtendienst muss solche Zweifel durch seine Recherchen ausräumen, weil Bundesbehörden grünes Licht für die Übernahme geben müssen. Walewski selbst gilt als untadelig. Er tritt bescheiden und zurückhaltend auf, redet mit leiser und sanfter Stimme und investierte schon immer dort, wo er gute Chancen sah. Der gebürtige Franzose, zu dessen Vorfahren Napoleon Bonaparte gehörte, ist ein guter Rechner. Als Treuhänder für Milliardenvermögen, die ihm Anleger anvertrauen, wenn sie seine Aktienfonds kaufen, hat er sich einen guten Ruf erworben.

Er selbst arbeitet und lebt mit seiner Familie in London. Dass Walewski den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Harald Kujat, den früheren Generalinspekteur der Bundeswehr, wegen fehlender Erfahrung in der Wirtschaft absetzen will, leuchtet ein. Dass er dafür aber einen Beraterposten für das Unternehmen behalten soll, ist auch verständlich. Weil Kujat das allerdings nicht die gleichen Einblicke gewährt, wie er als Aufsichtsratsvorsitzender hätte, dürfte es um den Posten noch weitere Kämpfe geben. Kujats Anwesenheit könnte auch die deutschen Behörden vielleicht eher zu einer Genehmigung bewegen.

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