Werksschließung 2014 Stahlriese Outokumpu macht Bochum dicht

Schock für die Bochumer Outokumpu-Belegschaft: Bereits im kommenden Jahr will der finnische Edelstahlriese sein Schmelzwerk vorzeitig schließen. Die IG Metall ist empört und warnt vor Vertragsbruch.

Das Werk der ehemaligen ThyssenKrupp-Edelstahltochter Inoxum in Bochum: Der finnische Edelstahlkonzern Outokumpu plant vor dem Hintergrund hoher Verluste ein vorzeitiges Aus für das Schmelzwerk mit rund 450 Beschäftigten. Quelle: dpa

Der finnische Edelstahlkonzern Outokumpu plant vor dem Hintergrund hoher Verluste ein vorzeitiges Aus für sein Bochumer Stahlwerk. Das Schmelzwerk mit rund 450 Beschäftigten werde voraussichtlich bereits im Verlauf des kommenden Jahres geschlossen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Ein Großteil der Bochumer Produktion werde ins nordfinnische Tornio verlagert. Der Konzern hatte nach der Übernahme des ehemals zur ThyssenKrupp-Edelstahlsparte gehörenden Standorts zunächst einen Weiterbetrieb bis mindestens Ende 2016 in Aussicht gestellt.

Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler bezeichnete die Ankündigung als Provokation. „Das werden wir nicht hinnehmen“, sagte er laut Mitteilung. Eine vorzeitige Schließung würde einen Bruch geltender Tarifverträge bedeuten, die den Beschäftigten am Standort Bochum die Fortführung der Produktion bis Ende 2016 zusicherten. „Diese gültigen Verträge sind schlicht und klar einzuhalten“, forderte Giesler.
Zusätzlich zu der Schließung in Bochum kündigte Outokumpu den Abbau von 1000 Stellen in Europa an. Rund 800 davon sollen allein in Deutschland bis Ende 2017 gestrichen werden. Nach Informationen der IG Metall soll etwa die Hälfte des europaweit geplanten Personalabbaus Stellen in der Verwaltung betreffen.

Daneben sei die Schließung des Standorts in Düsseldorf-Benrath mit 480 Beschäftigten und die Verlagerung der Produktion bis Ende 2015 nach Krefeld geplant, berichtete Outokumpu. Einem Teil der Belegschaft solle eine Beschäftigung in Krefeld angeboten werden. Dort seien Investitionen von rund 100 Millionen Euro geplant. Betroffen sei in Deutschland auch ein Stahl-Service-Center mit rund 30 Beschäftigten in Langenhagen bei Hannover. Derzeit sind bei Outokumpu noch rund 5500 Mitarbeiter in Deutschland unter Vertrag.

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Der weltgrößte Edelstahlhersteller verwies in der Mitteilung auf anhaltende Verluste und massive weltweite Überkapazitäten der Branche. „Anzeichen für eine wesentliche Verbesserung des Marktumfeldes sind derzeit nicht zu erkennen“, hieß es. Outokumpu-Chef Mika Seitovirta kündigte an, das Unternehmen mit dem nun vorgelegten Konzept wieder in die schwarzen Zahlen führen zu wollen.
„Diese Maßnahmen sind zwar schmerzhaft, jedoch notwendig, um unter den schwierigen Marktbedingungen eine Trendwende einzuleiten“, sagte der Manager laut Mitteilung. Mit der Umsetzung der Pläne seien schon im Jahr 2015 Einsparungen von rund 380 Millionen Euro geplant. ThyssenKrupp hatte seine Edelstahlsparte Inoxum zum Jahreswechsel an den Konkurrenten verkauft und ist seitdem mit 29,9 Prozent an dem finnischen Konzern beteiligt. Im Rahmen der Edelstahl-Ehe hatte das Essener Unternehmen auch die Übernahme von 600 Mitarbeitern zugesagt.

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