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Widersprüche Stahlindustrie ohne Orientierung

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Keine Schwarzmalerei

Die Wirtschafts-Giganten aus NRW
Das Logo von Evonik Quelle: dpa
Beim Abstich wird der Himmel über dem Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HWK) in Duisburg von hellem Feuerschein erleuchtet Quelle: dpa
Homepage von Abus Quelle: Screenshot
Die Kombo zeigt die Schilder von Aldi Süd und Aldi Nord Quelle: dpa
die Zentrale der Rheinmetall AG in Düsseldorf. Quelle: dpa/dpaweb
Das Verwaltungsgebäude der Bertelsmann AG in Gütersloh Quelle: dpa/dpaweb
Der geschäftsführende Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe Karl-Erivan W. Haub hält einen Tengelmann-Prospekt. Quelle: AP

 

„Die Händler kalkulieren immer kurzfristiger, niemand füllt sein Lager auf“, beschwert sich ein Stahlmanager bei einem der großen Produzenten. Doch die Stahlhändler haben ihre Auf-Sicht-Strategie nicht eingeschwenkt, weil sie die Produzenten quälen wollen. Auch bei den Händlern dominiert reine Überlebensstrategie. So erwartet der Stahlhändler Klöckner & Co (Klöco) aus Duisburg für 2013 ein weiteres Verlustjahr. Noch Anfang Mai hat Klöco-Chef Gisbert Rühl für 2013 die Hoffnung auf einen kleinen Gewinn geweckt, da er bereits 2012 mit einem Verlust abschloss. Daraus wird nun nichts mehr. Von den Händlern ist also nicht sehr viel zu erwarten.

Wer ganz schwarz malt in der Stahlindustrie, liegt trotzdem nicht ganz richtig. Es gab zuletzt auch positive Nachrichten. Die amerikanische Konjunktur verbessert sich etwas, und die Erzpreise sind nicht so stark angestiegen wie erwartet. Die Aktienkurse steigen, auch die von ThyssenKrupp. Anleger kauften das Papier nach dem Ableben von Berthold Beitz. Steht die Branche in Deutschland vor einem großen Umbruch? Werden Stahlwerke geschlossen und zusammengelegt?

Ein positive Überraschung gibt es, wenn man kurz über die Grenze nach Österreich blickt. Der Stahlkocher Voestalpine hat seit fast zwei Jahrzehnten keine Verluste gemacht. Es geht bei der Voest aus Linz alles umgekehrt: Die Österreicher profitieren vom Pipelinegeschäft (bei dem Salzgitter verliert) und für Luftfahrt und Bahn, wo 60 Prozent des Umsatzes erzielt werden. Aus dem Schienengeschäft will sich der deutsche Konkurrent nun ganz zurückziehen (es gab auch nur einen Schienenhandel).

Industrie



Und dann plant Voest noch etwas, mit dem ThyssenKrupp eine sehr schmerzhafte Bauchlandung hingelegt hat: Ein neues Werk in den USA. In Texas, will man bauen. Die Finanzierung soll kein Problem sein, erklärten die Voest-Manager. Bei einem Umsatz von 11,5 Milliarden Euro erwirtschaften sie 522 Millionen Euro Reingewinn. Das Eigenkapital beträgt 40 Prozent der Bilanzsumme.

Es muss etwas geben, was die Linzer richtig machen. „Vielleicht machen sie ihre Fehler nur später als wir“, sagt ein ThyssenKrupp-Manager dieser Tage, etwas frustriert über die fünf Milliarden Verlust des eigenen Konzerns und die fehlende Perspektive im gesamten Unternehmen und auf dem deutschen Stahlmarkt.

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