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Widerstand IG Metall stemmt sich gegen Umbaupläne bei Airbus

Die Gewerkschaft befürchtet das Ende des Flugzeugbaus in Augsburg. Airbus will verschiedene Eigentümerstrukturen prüfen, um die beste Lösung zu finden.

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Die IG Metall sieht durch den geplanten Umbau in der Produktion von Flugzeugteilen bei Airbus Tausende von Arbeitsplätzen bedroht. „Wir sehen bei 2000 der 2700 Mitarbeiter am Standort Augsburg eine riesengroße Verunsicherung“, sagte der Bevollmächtige der Gewerkschaft in Augsburg, Michael Leppek, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir befürchten das Ende der Flugzeugbaus in Augsburg“. Der europäische Flugzeugbauer will zwar den Teil der Belegschaft der Zuliefer-Tochter Premium Aerotec, der sich in Deutschland mit der Montage von Flugzeug-Rümpfen beschäftigt, enger an den Konzern binden. Die Produktion von Klein- und Einzelteilen, die in Augsburg, Varel und Brasov in Rumänien angesiedelt ist, soll jedoch in eine eigene Firma ausgegliedert werden, die letztlich verkauft werden könnte. Das betrifft nach Angaben von Airbus insgesamt 3500 Mitarbeiter.

„Wir prüfen hier verschiedene Eigentümerstrukturen, um die beste Lösung zu finden“, sagte ein Airbus-Sprecher. „Nach einem Verkauf drohen ein Arbeitsplatzabbau und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen“, sagte Leppek. Der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Johann Horn und sein Kollege Daniel Friedrich vom Bezirk Küste sprachen von „Zerschlagung“ von Premium Aerotec. Der Konzern-Betriebsrat von Airbus kündigte auf Flugblättern unter dem Titel „Wir lassen uns nicht spalten“ Widerstand gegen die Pläne an. Die Zuliefer-Tochter war 2009 aus dem Airbus-Konzern ausgegliedert worden, mehrere Anläufe, sie zu verkaufen, scheiterten aber. In Augsburg waren kürzlich bereits 500 Stellen abgebaut worden.

Die Montage von Flugzeugrümpfen, die an Premium Aerotec und die französische Tochtergesellschaft Stelia ausgelagert worden war, gilt für Airbus-Chef Guillaume Faury wieder als Kerngeschäft. Grund dafür sei die größere Bedeutung der Rumpf-Montage für die nächste Generation von Flugzeugen, die emissionsfrei fliegen soll, sagte ein Sprecher. Dabei kommt es mehr als bisher auf die Aerodynamik des Flugzeugrumpfes an. Die Integration solle die Steuerung vereinfachen, der Bereich solle „schlanker sowie flexibler werden“. Ein Stellenabbau stehe dabei aber nicht im Vordergrund, betonte der Sprecher.

In Deutschland sollen dazu insgesamt 7000 Mitarbeiter von Airbus in Stade und Hamburg sowie von Premium Aerotec in Bremen, Nordenham und Augsburg bis Anfang nächsten Jahres in einer neuen Gesellschaft vereinigt werden. Auch in Frankreich organisiert Airbus die Rumpf-Produktion bei Stelia in St Nazaire und Nantes nach dem gleichen Muster neu. Frankreich ist für den vorderen Teil des Flugzeug-Rumpfes zuständig, Deutschland für den hinteren. In Spanien bleibt die Zukunft der Rumpf-Montage in der Schwebe. Dort bricht durch das Aus für das Großraumflugzeug A380 ein Großteil des Geschäfts weg. Airbus arbeite daran, die Produktion in und um Cadiz zu optimieren, „um die Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft sicherzustellen“, hieß es in der Mitteilung.

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