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Wirtschaftliche Aussichten Wie tief der Ölpreis noch fällt

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Gedrosselte Produktion für steigenden Wert

Schon oft haben die Saudis in Zeiten fallender Ölnotierungen ihre Produktion gedrosselt und so den Weltmarktpreis wieder in die Höhe getrieben. Der Hintergrund: Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) würde der saudische Staatshaushalt zusammenbrechen, wenn der Barrelpreis dauerhaft unter 80 Dollar sänke. Dieser Wert ist inzwischen in gefährliche Nähe gerückt.

Warum aber hat Saudi-Arabien dann in diesem Jahr seinen Ölexport eher intensiviert als gedrosselt? Viele Experten sagen: Saudi-Arabien will den Aufstieg der USA zur Erdöl-Supermacht bremsen, indem sie den Preis niedrig halten. Ein Teil des heute geförderten Schieferöls in den USA verursacht mehr als 80 Dollar Produktionskosten pro Barrel, schätzt die IEA.

Sinkt der Ölpreis auf Dauer unter diese Marke, würde kaum jemand noch auf den amerikanischen Ölfeldern investieren. Saudi-Arabien mit seinen niedrigen Produktionskosten bliebe die Nummer eins auf dem Weltmarkt.

Industrie



Die Strategie ist freilich in der saudischen Führung umstritten: Was hat das Herrscherhaus von zukünftiger Marktmacht, wenn zuvor der eigene Staatshaushalt zusammenbricht? Prinz Al-Waleed, der reichste Mann unter den vielen Neffen des Königs, hat Ölminister Ali Al-Naimi daher öffentlich aufgefordert, endlich die Ölproduktion zu drosseln.

Seitdem hält der Streit unter den saudischen Scheichs an. Der Termin für einen möglichen Kurswechsel steht aber schon fest: Am 27. November tagen in Wien die Minister der Opec-Staaten. Mineralölhändler und Hausbesitzer sollten Heizöl- und Benzintanks nach Möglichkeit vorher füllen.

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