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Wirtschaftsbrennpunkte Wo sich Deutschlands Zukunft entscheidet

Gelingt der Turn-around? Droht der Untergang? Klappt die Aufholjagd? Für viele Unternehmen werden die Zeiten wieder härter. Zehn deutsche Orte, an denen 2012 besonders weitreichende Entscheidungen fallen.

Zentrale der Deutsche Bank Quelle: dpa/dpaweb

Frankfurt - Deutsche Bank

Anshu Jain zieht es nach Frankfurt. Während der amtierende Investmentbanking-Vorstand der Deutschen Bank bisher meist zu Tages- oder Übernachtausflügen an den Stammsitz flog, legt er sich nun einen festen Wohnsitz zu. Ein Büro in einem der oberen Stockwerke eines Banktowers hat er ohnehin schon.

Wie oft der gebürtige Inder hier und wie oft er in seinem bisherigen Hauptquartier London sein wird, wenn er zusammen mit Jürgen Fitschen die Spitze übernimmt – das und noch einiges mehr ist noch ziemlich unklar in Deutschlands einzigem Kreditinstitut von Weltrang. Am 31. Mai 2012 endet die dann ziemlich genau zehn Jahre währende Ära Josef Ackermanns. Dann teilen sich Jain, 48, und Deutschland-Chef Fitschen, 63, den wichtigsten Job der deutschen Kreditwirtschaft.

Zahlen zur Deutschen Bank

Doppelspitzen sind fragile Konstruktionen. Für Fitschen und Jain spricht, dass sie schon bisher gut kooperiert haben. Dass sie künftig der noch amtierende Allianz-Vorstand Paul Achleitner und nicht wie ursprünglich geplant Ackermann als Aufsichtsratsvorsitzender überwacht, macht ihren Job einerseits leichter. Denn sie müssen keine Einmischung des Übervaters ins Tagesgeschäft fürchten. Andererseits verliert die Bank mit Ackermann eine weltweit herausragende Kapazität, die mit ihrer Vernetzung in der internationalen Politik erste Anlaufstelle in allen Finanzkrisen war.

Fachlich steht die Qualifikation der Nachfolger außer Frage. Dennoch müssen sie schwelende Vorurteile widerlegen. Jain sollte zeigen, dass er kein exotischer Renditegeier ist. Fitschen muss beweisen, dass er mehr als ein Übergangsmaskottchen für die deutsche Seele darstellt.

Mit den Besten der Branche mithalten

Seit Monaten arbeiten beide an Strategie und Aufgabenverteilung. Intern sollen die Ergebnisse im April vorgestellt werden. Die Herausforderungen sind groß. Die Regulierung zwingt die Bank, die meisten Unternehmensbereiche gründlich zu überprüfen und an das veränderte Umfeld anzupassen. Hinzu kommt die Integration der Postbank, mit der die Deutsche Bank im Privatkundengeschäft in neue Dimensionen vorstößt. In der Vermögensverwaltung könnten Teile verkauft werden. Dominierendes Thema bleibt die Staatsschuldenkrise, bei der Ackermann als Präsident des Weltbankenverbandes IIF zu den wichtigsten Akteuren zählte.

Fast schon zweitrangig ist da der künftige Gewinn. Auch Ackermann hatte sein jahrelanges Mantra einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent relativiert und gesagt, dass die Deutsche Bank stets mit den Besten der Branche mithalten solle. Mit weniger werden seine Nachfolger nicht zufrieden sein.

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