Wirtschaftsspionage Jedes zweite Unternehmen wird Opfer von Cyberattacken

Ob Geschäftsgeheimnisse oder Forschungsergebnisse - viele Unternehmen werden digital bestohlen. Aus Angst vor Imageschäden zeigen das aber nur die wenigsten an.

Serverkabel in einem Rechenzentrum Quelle: dpa

Rund jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist einer Umfrage zufolge in den vergangenen zwei Jahren Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden. Besonders betroffen seien die Autoindustrie, die Chemie- und die Pharmabranche, teilte der IT-Verband Bitkom am Donnerstag mit.

Der deutschen Wirtschaft sei dadurch ein jährlicher Schaden von rund 51 Milliarden Euro entstanden. Einbußen hätten die Unternehmen durch Plagiate, Patenrechtsverletzungen und den Verlust von Wettbewerbsvorteilen. Zudem müssten Geräte ersetzt und Störungen im Betriebsablauf aufgefangen werden. Der Reputationsverlust könne Unternehmen in ihrer Existenz gefährden. Viele zeigten Datendiebstahl daher nicht an.

Chronik: Die größten Datendiebstähle

Vor allem mittelständische Firmen schützten sich nicht ausreichend, erklärte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Mit dem Einsatz von Verschlüsselungen würde die Zahl an digitalen Angriffen „signifikant kleiner werden“, sagte Kempf. Zudem müssten bereits an Universitäten mehr Kurse für IT-Sicherheit angeboten werden.

Täter sind vor allem Ehemalige

Bei mehr als jedem vierten der 1074 befragten Unternehmen seien Computer, Smartphones oder Tablet-Computer gestohlen worden. Bei fast einem Fünftel wurden nach eigenen Angaben Mitarbeiter manipuliert, um an Informationen zu kommen.

17 Prozent der Unternehmen berichteten vom Diebstahl sensibler elektronischer Dokumente, 16 Prozent von Sabotage ihrer Systeme. Bitkom berechnete aber auch nicht digitale Fälle wie den Diebstahl von physischen Dokumenten ein (14 Prozent).

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Täter sind der Umfrage zufolge vor allem die eigenen und ehemalige Mitarbeiter. Aber auch Wettbewerbern, Lieferanten und Kunden spionierten. 17 Prozent der Unternehmen nannten zudem Hobby-Hacker.

Die Studie ist repräsentativ für die deutsche Wirtschaft. Es wurden Führungskräfte von mehr als 1000 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern befragt.

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