Wirtschaftsspionage Schutzschild gegen Spione dringend notwendig

Wirtschaftsspionage kostet die deutsche Wirtschaft jedes Jahr Milliarden. Verbände und Politik trommeln für einen besseren Schutz. Und der ist offenbar dringend notwendig.

Wirtschaftsspionage kostet die deutsche Wirtschaft jedes Jahr Milliarden. Quelle: dpa

Ein deutscher Unternehmer reist nach China und verstaut Geschäftsunterlagen, Notebook und Handy im Safe seines Vier-Sterne-Hotels. Akten und Notebook werden gestohlen. Eine Firma erhält zu Weihnachten CDs und USB-Sticks mit dem Absender eines seriösen Geschäftspartners. Die Datenträger enthalten Spähprogramme.

Wie Unternehmen ihre IT-Systeme schützen können
Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum im Gebäude des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik Quelle: REUTERS
Eine Viren-Warnung auf einem Computer-Bildschirm Quelle: dpa
Ein Mann ist via WLAN mit seinem Laptop im Internet Quelle: dpa
Kabel an einem Server Quelle: dpa
Ein E-Mail-Postfach Quelle: AP
Eine Frau vor einem Computer Quelle: REUTERS
Eine Hand hält einen USB-Stick Quelle: dpa
Ein Mann an einem Laptop Quelle: AP
Einige Euro-Münzen und -Scheine Quelle: dpa


Es sind nur zwei Fälle, mit denen Hans-Georg Maaßen jüngst im Gespräch mit der WirtschaftsWoche deutlich machte, wie sehr hiesige Unternehmen durch Wirtschaftsspionage bedroht sind. Doch häufig werden Gefahren unterschätzt, warnt der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Unter dem Dach des Bundesinnenministeriums soll seine Behörde deshalb gemeinsam mit dem Industrieverband BDI und den Industrie- und Handelskammern  (DIHK) für einen besseren Wirtschaftsschutz sorgen. Das gaben Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, BDI-Präsident Ulrich Grillo und DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Mittwoch in Berlin bekannt.

Was der Verfassungsschutz bei Geschäftsreisen ins Ausland rät


Welchen finanziellen Schaden die deutsche Wirtschaft jedes Jahr durch Spionage erleidet, lässt sich nur schwer beziffern. Glaubt man den gängigen Studien, ist die Summe immens. So kommt eine Hochrechnung der Universität Lüneburg bundesweit auf einen Schaden von 50 Milliarden Euro. Das Sicherheitsforum Baden-Württemberg, eine Initiative des dortigen Verfassungsschutzes, sieht mehr als jedes vierte forschungsintensive Unternehmen von Wirtschaftsspionage betroffen.

Werner Heinzelmann, Leiter der Abteilung Patente und Schutzrechte der Hansgrohe SE, zieht gemeinsam mit dem Zoll die Kopie einer Hansgrohe Küchenarmatur auf der Messe ISH in Frankfurt aus dem Verkehr. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse


Auf Piratenjagd mit dem Zoll
Die meisten Angriffe zielen auf illegale Nachahmung, wie aus einer aktuellen Studie des Wirtschaftsprüfers Ernst&Young hervorgeht. Knapp ein Viertel der Geschädigten klagt demnach über Verstöße gegen das Patentrecht oder illegale Produktkopien.
Beispiel Hansgrohe: Der Schwarzwälder Wasserhahn- und Brausenhersteller schätzt seinen Schaden durch Plagiate auf bis zu zehn Prozent des Umsatzes. Auf der weltgrößten Sanitärfachmesse ISH in Frankfurt jagt deshalb Hansgrohes Patent-Chef Werner Heinzelmann regelmäßig Produktpiraten - gemeinsam mit dem Zoll. In diesem Jahr zogen die Fahnder mehrere Kopien von Brausen und eine gefälschte Küchenarmatur aus dem Verkehr.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%