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Zukunftsbranchen Hier haben deutsche Unternehmen die Nase vorn

Energiespeicher mit Methangas, Datenwolke, intelligente Häuser, 3-D-Drucker: In welchen Wachstumsbranchen deutsche Unternehmen an vorderster Front stehen – und wo sie dringend loslegen müssten.

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Welche Branchen optimistisch in die Zukunft blicken
Branchenausblick Logistik 2014 Quelle: dpa
Branchenausblick Maschinenbau 2014 Quelle: dpa
Branchenausblick IT 2014 Quelle: dpa
Branchenausblick Medien 2014 Quelle: dpa
Branchenausblick Luftfahrt 2014 Quelle: dpa
Branchenausblick Chemie 2014 Quelle: dpa
Branchenausblick Gesundheitswirtschaft 2014 Quelle: dpa

Ginge es rein nach den Ideen, müsste sich Deutschland um seine Zukunft wenig Sorgen machen. Mit 13.321 Patenten haben sich Unternehmen und Bastler 2012 mehr Ideen schützen lassen als Erfinder aus jedem anderen Land Europas. Weltweit landet die Bundesrepublik auf Platz zwei hinter den USA und vor der High-Tech-Hochburg Japan.

Doch so erfinderisch Deutschlands Ingenieure auch sind: Sie tun sich vergleichsweise schwer damit, ihre Ideen zu marktfähigen Produkte zu machen, und überlassen den wirtschaftlichen Erfolg oft Unternehmen aus dem Ausland. „Die Liste der verpassten Chancen ist kaum kürzer als die der genutzten Gelegenheiten“, lästert IT-Unternehmer Stephan Scholtissek, zuvor Mitteleuropachef der Beratung Accenture.

Das hat leider eine lange Tradition. Obwohl der gebürtige Kurhesse Philipp Reis 1861 die erste funktionierende elektrische Fernsprechverbindung baute, heimste der Schotte Alexander Graham Bell den wirtschaftlichen Erfolg ein mit seiner Bell Telephone Company, dem Vorläufer des weltgrößten Telekomkonzerns AT&T. Rudolf Hell aus Eggmühl bei Regensburg präsentierte 1956 das erste funktionsfähige Faxgerät. Doch weil der Elektroriese Siemens auf den Fernschreiber setzte, nutzten japanische Unternehmen die Technik ebenso wie beim Aachener Andreas Pavel, dessen Mini-Kassettenspieler Stereobelt 1977 Sony als Walkman zum Welterfolg machte.

Jüngster Patzer: Ein Team um den Elektrotechniker Karlheinz Brandenburg entwickelte an einem Fraunhofer-Institut in Erlangen ab 1982 das als MP3 bekannte Verfahren zur Kompression digitaler Audiodaten – heute der Standard für Musik im Internet und digitale Player. Weil es kein umfassendes MP3-Patent gibt, machen das Geschäft vor allem Riesen wie Apple.

Was die Wirtschaft bewegte
6. Januar: Die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens wird schon wieder verschoben. Der geplante Termin Ende Oktober 2013 ist nicht zu halten. Im März übernimmt der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn die Führung. Er will einen Testbetrieb im Frühjahr 2014 starten. Quelle: dpa
5. Februar: Michael Dell setzt zur Übernahme des von ihm gegründeten Computer-Herstellers Dell an. Nach einem zähen Ringen mit Aktionären, die mehr Geld wollen, steht der Deal für 25 Milliarden Dollar schließlich im Oktober. Dell verschwindet von der Börse. Quelle: dpa
14. Februar: American Airlines und US Airways kündigen ihre Fusion zur weltgrößten Fluggesellschaft an. Die US-Regierung befürchtet weniger Wettbewerb und klagt gegen das 13 Milliarden Dollar schwere Geschäft. Nach einer Einigung verlässt American erst Ende November ein Insolvenzverfahren. Quelle: AP
16. März: Eine Zäsur für die Eurozone: Bei der Rettung Zyperns werden erstmals auch die Bankkunden in die Pflicht genommen. Bei Beträgen ab 100 000 Euro verlieren sie fast ein Zehntel. Der harte Schritt soll einmalig bleiben. Quelle: dpa
28. März: Der Endlosstreit um den Schoko-„Goldhasen“ ist zu Ende: Der bayerische Hersteller Riegelein gewinnt vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen den Konkurrenten Lindt. Die Schweizer kämpften über ein Jahrzehnt gegen den aus ihrer Sicht zu ähnlichen Riegelein-Hasen. Quelle: dpa
17. April: Daimler verkauft seine verbliebenen Anteile an der Airbus-Mutter EADS und erlöst damit rund 2,2 Milliarden Euro. Quelle: REUTERS
22. April: „Drosselkom“: Die Deutsche Telekom kündigt die Tempo-Bremse für das Festnetz-Internet an. Der Konzern will zum Jahr 2016 die Surf-Geschwindigkeit drosseln, wenn ein bestimmtes Datenvolumen verbraucht ist. Das Kölner Landgericht erklärt die entsprechende Vertragsklausel im Oktober für nicht zulässig. Quelle: dpa

Ein Fehler, der US-Unternehmen selten passiert, weiß Matthew Ganz, der vor seinem Job als Boeings Deutschland-Chef die Forschung des Luftfahrtriesen geleitet hat. „Ein Unternehmen muss die Leitungen mit kreativen Ideen füllen und diese Ideen in einem rigorosen Prozess zu Geld machen.“ Die Chance, das Credo des US-Managers umzusetzen und loszulegen, hat nun eine neue Generation von Forschern. „Im Bereich des klassischen Internets, gesellschaftlicher Vernetzung und Mobile Computing ist der Zug zwar abgefahren“, sagt Axel Oppermann, Technologieanalyst bei der Beratung Avispador aus Niestetal bei Kassel. „Doch bei Dingen wie Elektromobilität, intelligenten Stromnetzen oder vernetzter Produktion steht Deutschland gut da.“ Dazu kommen überraschende Felder wie die Logistik und einfachere Good-enough-Produkte für den Massenmarkt.

Damit Neuerern das Schicksal der Walkman- und MP3-Erfinder erspart bleibt, müssen Unternehmen aber nicht nur auf Technik achten, sondern auch auf neue Prozesse und Dienstleistungen. „Damit wir vom Land der Ideen zum Land der Marktumsetzung werden“, so Unternehmer Scholtissek, „muss es ein Umdenken geben: Marke, Design, Lifestyle tragen genauso viel zum Erfolg bei wie Ingenieurskunst.“

Logistik: Durch die Brille

Logistik ist zwar die drittgrößte Branche in Deutschland, beschäftigt 2,8 Millionen Menschen in 60.000 Unternehmen, gilt aber technisch eher als langweilig. Doch auch wenn die Sparte wenig neue Technologien hervorbringt, ist sie bei der Anwendung von High-Tech wie Datenmanagement oder dem Einsatz von Robotern vorn.

Jüngstes Beispiel ist der Einsatz von Datenbrillen, die dem Nutzer alle gewünschten Informationen wörtlich vor Augen führen. Mithilfe der Technologie Augmented Reality, bei der die reale Welt mit virtuellen Informationen überlagert wird, zeigt die Datenbrille Lageristen und Produktionsmitarbeitern, in welchem Regal sich die gewünschte Schraube, Mutter, die bestellte Hose oder das T-Shirt liegt – und den kürzesten Weg dahin. Zuletzt prüft die Brille über die integrierte Kamera, ob der Mitarbeiter auch den richtigen Artikel hat. Damit hat der Lagerarbeiter beide Hände frei und macht weniger Fehler.

Bisher waren solche Brillen zu schwer und unkomfortabel, um sie den ganzen Tag zu tragen. Doch nun bieten US-Unternehmen wie Motorola Solutions und Vuzix sowie der Trierer Optikhersteller Trivisio und demnächst Google mit der Google Glass leichtere Geräte mit teilweise längerer Akkulaufzeit. In die können deutsche Unternehmen ihre Technologien einbringen und sie mit ihren Datenbanken vernetzen. Das könnte ein Milliardenmarkt sein.

Die Gewinner des Dekra-Awards 2013
Der Dekra Award richtet in drei Kategorien den Fokus auf ein aktuelles Thema. In diesem Jahr wurde er für herausragende Leistungen in den Bereichen "Grüne Logistik" (Kategorie Umwelt), "Erfolgreiches Projektmanagement" (Kategorie Sicherheit) und "Nachhaltige Personalpolitik" (Kategorie Gesundheit) verliehen. Foto: Dekra/K.-H. Augustin
Über die Preisvergabe hat eine Jury aus WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy, Katrin Altpeter (Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg), Raimund Klinkner (u.a. Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik), Dekra-Vorstandsvorsitzender Stefan Kölbl und Hatto Mattes (u.a. Ministerialrat im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) entschieden. Tichy (im Bild) war Vorsitzender der Jury. Foto: Dekra/K.-H. Augustin
Durch den Abend führte die ZDF-Moderatorin Barbara Hahlweg, hier im Bild mit Stefan Kölbl. Foto: Dekra/K.-H. Augustin
Jurymitglied Raimund Klinkner (links) übergibt Wolfram Fritz, dem Inhaber der Fritz Gruppe den Dekra-Award in der Kategorie Umwelt. Die Fritz GmbH & Co. KG habe als mittelständische Spedition mit 600 Mitarbeitern exemplarisch nachvollziehbare Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes eingeführt und auch konsequent umgesetzt, heißt es in der Begründung. Gewürdigt wurde außerdem, dass das gesamte Unternehmen ökologisch ausgerichtet ist. Foto: Dekra/K.-H. Augustin
Hier überreicht Jurymitglied Hatto Mattes (links) Peter Bosch, Leiter Strategie, Prozesse und Strukturen, Produktion und Logistik bei der Volkswagen AG, den Dekra-Award in der Kategorie Sicherheit. Die Volkswagen AG habe mit "mach.18FACTORY" beispielhaft ein ganzheitliches Zukunfts- und Veränderungsprogramm der Produktion und Logistik der Marke VW eingeführt, heißt es in der Begründung. Die Jury würdigte die Komplexität des weltweiten Projektmanagements und die tiefe Bedeutung dieses Veränderungsprogramms für VW. Foto: Dekra/K.-H. Augustin
Lothar Weihofen, Geschäftsführer Dekra Certification Gruppe, übergibt den Dekra-Award in der Kategorie Gesundheit an Bodo Schlenker, Operations Manager der Vanderlande Industries. Die Vanderlande Industries Logistics Software GmbH habe ein ganzheitliches Konzept für eine aktive Suche nach Nachwuchskräften eingeführt, heißt es in der Begründung. Ein durchdachtes Arbeitssicherheits- und Gesundheitskonzept runde die Personalpolitik ab und habe eine dauerhaft niedrige Krankheitsquote von unter zwei Prozent zur Folge. Foto: Dekra/K.-H. Augustin

Denn: „Der Bedarf an 100-prozentiger Zuverlässigkeit bei maximaler Flexibilität in der Kommissionierung und Montage steigt“, erwartet Klaus Richter, Logistikexperte am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung in Magdeburg. „Bislang ist Deutschland bei den Logistikanwendungen der Datenbrille am weitesten“, sagt Michael Lawo, Professor am Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Uni Bremen (TZI).

Der Anfang ist gemacht. Im Bremer Mercedes-Werk testete Daimler mit TZI und dem Bremer Unternehmen xCon Partners eine Datenbrille. Salt Solutions aus München und Itizzimo aus Würzburg haben zudem eine Technik entwickelt, die Google-Datenbrillen über WLAN mit dem Lagerhaltungssystem von SAP verbindet.

Maschinenbau 3D-Drucker: Um Jahre voraus

So funktioniert 3D-Druck
Das Unternehmen Botspot hat unter der Leitung von Geschäftsführer Thomas Strenger ein ganz besonderes 3D-Konzept entwickelt. In seinem Berliner Laden können Menschen Miniatur-Figuren von sich nachdrucken lassen. Quelle: dpa
Dafür müssen sich die Kunden erst von allen Seiten in der gewünschten Pose mit speziellen Kameras abscannen lassen. Die 3D-Daten werden dann an einen Computer weitergegeben. Quelle: dpa
Am PC werden die Daten dann auf die Größe der gewünschten Figur umgerechnet. Wie auch ein Dokument an einen Drucker gesendet wird, lässt sich die digitale 3D-Karte des Körpers per Mausklick an den Printer schicken. Quelle: dpa
So sehen Modelle der 3D-Drucker aus, die die Figuren aus Gips produzieren. Jeder 3D-Drucker besteht aus einer Schiene, auf der sich der Druckkopf im Rhythmus des digitalen Fahrplans hin und her bewegt. Über den Kopf wird je nach Drucker das entsprechende Material aufgetragen. Quelle: dpa
Eine rote Schutzhülle sorgt bei Botspot dafür, dass keine äußeren Einflüsse auf den empfindlichen Gips einwirken, der vorsichtig Schicht für Schicht nach der Druckvorlage übereinander gelegt werden. Quelle: PR
Am Ende entsteht eine Gipsfigur, die nur noch etwas Farbe benötigt. Doch wie sieht der Druckvorgang unter der Schutzhülle genau aus? Quelle: PR
Gut ist das auf diesem Foto zu erkennen, das einen 3D-Drucker zeigt, der auf der Messe CeBIT in Hannover Plastik-Elemente gedruckt hat. Aus der kleinen rötlichen Spitze fließt das Material, das in hauchdünnen Schichten Stück für Stück aufgetragen wird. Dabei bewegt sich der Druckkopf langsam hin und her und gibt nach der Druckvorgabe vom PC das Material frei. Quelle: dpa

So innovativ die derzeit gut 6200 Unternehmen des Maschinenbaus auch sind: Das Rückgrat des deutschen Exports hat große Veränderungen vor sich – aber auch die richtigen Werkzeuge. Dafür sorgt neben Fortschritten bei besonders präzisen Sensoren oder Werkstoffen als Ersatz für teuere High-Tech-Metalle vom Typ Seltene Erden eine Revolution der Fertigungstechnik.

Will Airbus-Produktionsvorstand Günter Butschek neue Bauteile für ein Flugzeug ausprobieren, müssen seine Ingenieure keinen Lieferanten mehr suchen. Sie werfen einen Apparat in der Größe eines Kleiderschranks an, und der spuckt das passende Stück aus. Dafür sorgt ein Verfahren namens additive Fertigung, Lasersintern oder – weniger steif – 3-D-Druck. Wohl keine Technik wird die industrielle Wertschöpfungskette so verändern. Wer ein Ersatzteil braucht, bestellt es in spätestens 20 Jahren nicht beim Hersteller, sondern bezahlt für die Datei und druckt es selbst.

3-D-Druck wird keine Alternative zur Massenfertigung sein, wohl aber für Kleinserien von wenigen Hundert oder Tausend Stück. Ein Gerät für voll funktionsfähige Bauteile aus Kunststoff oder Metall kostet zurzeit noch bis zu 250.000 Euro und braucht Stunden, um aus Metall– oder Kunststoffpulver ein streichholzschachtelgroßes Teil in Mikromillimeter-dünnen Schichten aufzubauen.

3D-Drucker für den Hausgebrauch
Ein 3D-Drucker für 220 Euro: Der Micro 3D Printer wurde bereits im Februar 2014 vorgestellt, nun bietet das US-Unternehmen den M3D auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter an. Das Finanzierungsziel des kleinen, würfelförmigen 3D-Druckers lag bei 50.000 US-Dollar - es wurde innerhalb von elf Minuten erreicht. Mittlerweile wurden über 840.000 US-Dollar zugesagt. Die Finanzierungskampagne läuft noch bis zum 7. Mai 2014. Der 3D-Drucker wiegt rund 1 Kilogramm und kann per USB mit dem Computer verbunden werden. Er verarbeitet ABS, Nylon und PLA. Im Schmelzschichtungsverfahren und bei einem Bauraum von 11 x 11 x 12 cm wird nur der Druck von sehr kleinen Gegenständen ermöglicht. M3D will dabei unterschiedliche Kunststofffarben anbieten. Der Kunststoffdraht hat einen Durchmesser von 1,75 mm und wird von einer kleinen Spindel abgerollt, die sich im Gerät befindet. Eine Rolle mit 225 Gramm Druckmaterial soll etwa 12 US-Dollar kosten. Voraussichtlich wird der erste Druckerwürfel im November 2014 ausgeliefert. Quelle: Golem Quelle: Screenshot
140 Euro soll dieser winzige Freihand-3-D-Drucker in der Form eines Stiftes kosten. Damit können besonders feine Strukturen aus erhitztem Kunststoffdraht gemalt werden, dessen Ausgabe-Geschwindigkeit über zwei Tasten gesteuert werden kann. Die Herausforderung für die Entwicklung: Der Lix Pen soll über Kickstarter finanziert werden. Der Stift ist 16,4 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 1,4 Zentimeter - er wiegt 35 Gramm. Gefüllt wird der Stift mit einem Filament, also Fasern, die rund zehn Zentimeter lang ist und für zwei Minuten zeichnen ausreichen. Die Stromversorgung läuft über USB. Quelle: Golem.de Quelle: PR
Fertig montiert und flott einsatzbereit ist das Modell FreeSculpt von Pearl. Der Drucker kostet 800 Euro. Kompakte Formen lassen sich mit dem Gerät gut erstellen, bei feineren Gegenständen franst das Ergebnis häufig aus. Außerdem sind die einzelnen Schichten deutlich zu erkennen. Für den Preis verdient der Drucker trotzdem das Prädikat CHIP-Preistipp. Quelle: Presse
Ab 1000 Euro ist der iRapid zu haben. Das Modell produziert sämtliche Druckaufträge bis zu einem Volumen von 25 Zentimeter Breite, 15 Zentimeter Tiefe und 12 Zentimeter Höhe. Laut Hersteller ist das Gerät nahezu pannen- und wartungsfrei und hat ein nettes Extra eingebaut: Beim Drucken ist das Innenleben des Geräts beleuchtet, so dass man den Vorgang gut beobachten kann. Quelle: Presse
Für den Fabbster der Firma Sintermask blättern Käufer rund 1500 Euro hin. Dafür können Kunden das Gerät leicht in Betrieb nehmen. Die Grundfläche, auf der das Objekt entsteht, lässt sich leicht justieren. Allerdings ist das Druckmaterial komplizierter einzulegen als bei den Konkurrenzmodellen. Quelle: Presse
Der Ultimaker kostet etwas mehr als 2000 Euro und wirkt mit seiner Holzoptik rustikal. Wer Spaß daran hat, kann sich seinen Drucker selbst zusammenbauen. Ein CHIP-Redakteur braucht dafür etwa 16 Stunden. Für andere Bausätze braucht man schon mal 24 Stunden. Wer darauf keine Lust hat, kann sich seinen Drucker auch vormontiert bestellen. Im Test zeigten sich zwei Nachteile des Ultimaker: Zum Einen muss die Grundfläche häufig justiert werden. Zum anderen sind die Führungsstangen ein wenig zu lang. Foto: Mirko Tobias Schaefer/ Flickr Quelle: Presse
Testsieger ist der Replicator 2 der Firma Makerbot. Er kostet zwar 2350 Euro. Laut CHIP lohnt sich das Geld allerdings. Zwar wackelt die Kontrolleinheit, das Druckergebnis leidet aber nicht darunter. Besonders praktisch: Die Kalibrierung fällt leicht, weil das Gerät nicht mehr als die drei nötigen Einstellschrauben hat. Außerdem fährt der Druckkopf automatisch in die richtige Position. Ein Display zeigt an, welcher Schritt als nächstes folgt. Quelle: Presse

Dank individualisierter Prothesen oder Zahnkronen sowie Teilen für die Luftfahrt oder Autoindustrie lagen die Umsätze mit 3-D-Druck allein im Metallbau 2012 weltweit bereits bei 1,7 Milliarden Euro. „Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird sich der Umsatz vervierfachen“, sagt Martin Eisenhut, Partner bei der Beratung Roland Berger in München. Dafür sorgt vor allem, dass die Drucker komplexe Formen ohne Verschnitt am Stück ausspucken, neue Konstruktionen ermöglichen und auch nicht gießbare Legierungen von Spezialmetallen verarbeiten können.

Größte Profiteure des Booms könnten deutsche Maschinen- und Anlagenbauer sein wie SLM Solutions aus Lübeck, Concept Laser aus dem bayrischen Lichtenfels und Weltmarktführer EOS aus Krailling bei München. „Schauen wir auf die Umsatzverteilung, sitzen 80 Prozent der Hersteller in Deutschland“, sagt Eisenhut.

Noch sind sie Wettbewerbern aus den USA oder Asien technisch um Jahre voraus. Doch die Spitzenposition ist ohne öffentliche Förderung wie zum Beispiel das milliardenschwere US-Projekt National Additive Manufacturing Innovation Institute in Gefahr, befürchtet EOS-Strategie-Chef Nikolai Zaepernick: „Wenn die Bundesregierung unsere Position nicht deutlicher unterstützt, werden wir den Vorsprung mittelfristig einbüßen.“

Energiespeicher: Sprit aus Wasser

Eines der größten Probleme der Energiewende wird sich in den kommenden Wochen wieder zeigen: Im Winter, wenn der Himmel über Deutschland grau und der Wind still ist, produzieren grüne Kraftwerke kaum noch Energie. An manchen Tagen decken Solar- und Windanlagen, die über das Jahr gesehen rund 20 Prozent des deutschen Strombedarfs liefern, dann nur ein Prozent der benötigten Leistung. Im Frühjahr und Herbst liefern die Anlagen dagegen regelmäßig viel zu viel Strom.

Eine der besten Möglichkeiten, um die Energieproduktion in den verschiedenen Jahreszeiten zu versöhnen, ist, den Strom in Wasserstoff umzuwandeln. Bei dem Elektrolyse genannten Verfahren spaltet vereinfacht gesagt ein Elektroschock Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff kann in Kavernen oder Tanks beinahe unbegrenzt lagern. Autos können ihn tanken und Kraftwerke ihn mit Erdgas vermischt in Wärme oder Strom verwandeln.

Wasserstoff als Energieträger ist so vielseitig, dass prominente US-Wissenschaftler wie Jeremy Rifkin von einer ganzen Wasserstoffwirtschaft träumen, in der Kohle, Öl und Atom obsolet werden. Daimler-Chef Dieter Zetsche ist sogar überzeugt, dass „Wasserstoff das bessere Öl ist“.

Aber das Öl der Zukunft ist ohne Elektrolyse kaum in Massen herzustellen. Bisher reichte für die Anwendungen in der Chemieindustrie der Wasserstoff, der in Nebenprozessen anfiel oder auch aus Erdgas, Erdöl oder Kohle gewonnen wurde. Für Elektrolyse-Anlagen, die den Energieträger aus Wasser gewinnen, fehlte schlicht die Nachfrage. Die Geräte, die aktuell in Betrieb sind, stellen weltweit rund 40 Unternehmen in Handarbeit her. Führend sind hier vor allem in Europa unbekannte US-Schmieden wie Giner oder Proton Energy Systems. Technische Fortschritte gab es auf dem Gebiet der Wasserelektrolyse in den letzten Jahrzehnten kaum, wie eine Studie von Forschern des Fraunhofer-ISE zeigte. Aber das könnte sich bald ändern.

Denn jetzt, wo Wasserstoffautos etwa von Hyundai und Toyota auf die Straße kommen und weltweit immer mehr grüne Energie erzeugt wird, beginnen deutsche Konzerne wie Siemens und ThyssenKrupp, effizientere Elektrolyse-Maschinen zu entwickeln. Bis 2015 will Siemens sowohl kleine Geräte für die Serienproduktion auf den Markt bringen als auch fußballfeldgroße Anlagen, die den überschüssigen Strom ganzer Windparks verarbeiten können. Der Aufwand könnte sich lohnen: Allein in Norddeutschland wären für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft Investitionen von rund einer halbe Milliarde Euro nötig, errechneten kürzlich die Analysten von Ernst & Young.

Medizintechnik: Gut genug reicht

Davon träumen andere Branchen: 4,5 Prozent Wachstum pro Jahr bis 2018, dann wird der weltweite Umsatz für Medizintechnik bei 455 Milliarden Euro liegen, fast 80 Milliarden mehr als heute. Die Gesundheitswirtschaft gilt als einer der stärksten Treiber globalen Wachstums und made in Germany als perfektes Qualitätssiegel, um deutsche Medizintechnik zu vermarkten.

Doch vor allem Mittelständler unterhalb der Schlagkraft einer Siemens-Medizintechniksparte verpassen gerade den Einstieg in das aussichtsreichste Segment: Es ist die sogenannte Good-enough–Technik. Sie liefert abgespeckte Instrumente und Apparate, die aber passgenau die Konsumentenerwartungen erfüllen.

Denn Milliarden Menschen in Schwellenländern wollen gar nicht die traditionelle Spezialität deutscher Ingenieure: das Neuste vom Besten zum höchsten Preis. Mangels Geld genügen ihnen zuverlässige, transportable und leicht zu reparierende Produkte. Sie sind bei Bild- und Diagnosequalität ähnlich gut wie die High-Tech-Geräte, verzichten aber auf Extras wie externe Anschlüsse oder die Möglichkeiten, Untersuchungsergebnisse auszudrucken. So kostet eine tragbares, PC-basiertes Ultraschallgerät 15.000 Dollar, mit vielen Extras ausgestattete High-Tech-Geräte aber 100.000 Dollar.

Inzwischen steigt der Gut-genug-Absatz selbst in westlichen Staaten. Zum einen, weil dort die Gesundheitsausgaben aus dem Ruder laufen, und zum anderen, weil auch die Good-enough-Technik immer ausgereifter ist. Reverse Innovation nennt sich das: In Ländern wie China oder Indien zunächst für die Heimatmärkte entwickelte Good-enough-Technik erobert den Westen. Bei abgespeckten Produkten aus der Telekommunikationsindustrie – zum Beispiel Tablets – gibt es das längt.

Der Lübecker Medizintechniker Dräger nutzt den Trend in seinem Beritt längst. Der Mittelständler entwickelte dafür beispielsweise in Shanghai ein Narkosegerät.

Doch die Mehrheit ist spät dran. Gregor-Konstantin Elbel, Partner Health Care bei Deloitte in Düsseldorf, warnt: „Familienunternehmen haben diesen Trend zu lange nicht ernst genommen, und den Startups mangelt es anders als in den USA häufig an Kapitalgebern.“ Inzwischen gehe es um Preis- und Qualitäts- statt um Technikführerschaft: „Die Deutschen müssen Produkte auch mit einheimischen Mitarbeitern von Anfang an vor Ort entwickeln.“

Zudem hat sich Europas Medizintechniklobby gerade einen Bärendienst erwiesen, indem sie strengere Qualitätsstandards durch die EU verhinderte. Sie wären mit denen der US-Aufsichtsbehörde FDA vergleichbar gewesen und hätten die Europäer weltweit wettbewerbsfähiger gegenüber den erfolgreichen Medizintechnikern aus Amerika gemacht.

Brennstoffzellen-Auto: Vorreiter Japan

Sosehr Deutschland als Vorreiter der Autotechnik gilt, bei Elektromotoren setzen andere die Maßstäbe. So arbeitet Toyota an einem E-Mobil mit 500 Kilometer Reichweite, das sich in nur drei Minuten betanken lässt. Nicht Akkus treiben den 136 PS starken FCV Concept der Japaner, sondern Wasserstoff. Daraus produziert die Brennstoffzelle Strom.

2015 will Toyota das Modell in der Größe der Mercedes E-Klasse für 80.000 Euro anbieten und damit deutschen Anbietern davonfahren wie bereits beim Hybrid-Vorreiter Prius. Denn obwohl Daimler & Co. seit fast 20 Jahren am Wasserstoffantrieb forschen, zögern sie mit der Serienproduktion und drohen eine Zukunftstechnik und einen Milliardenmarkt zu verpassen.

Dabei fing alles gut an. Mercedes hatte bereits 1994 mit dem bis unters Dach mit Technik vollgepackten Transporter Necar 1 das erste Wasserstoffauto vorgestellt. Doch danach kam nicht mehr viel. Aktuell haben die Stuttgarter nur eine Allianz mit Ford und Renault-Nissan geschmiedet. Zwar verweist Daimler-Chef Dieter Zetsche darauf, dass bereits 100 Brennstoffzellen- Fahrzeuge in Kundenhand seien. Doch die Serienproduktion startet wohl erst 2017 – zwei Jahre nach Toyota, Honda und Co.

Kaum besser stehen die anderen deutschen Autoriesen da. VW hat sich immerhin mit dem kanadischen Brennstoffzellenproduzenten Ballard verbündet, um nicht ganz blank dazustehen, falls die Sache doch in Gang kommen sollte. BMW setzt auf seine Allianz mit Toyota.

Doch ähnlich wie bei Hybrid- und rein batteriegespeisten Fahrzeugen drängt sich der Verdacht auf, dass die deutschen Hersteller kaum Interesse an der Technik haben. Das Elektrozeitalter stellt das bisherige Geschäftsmodell infrage, vor allem die milliardenteuren Motorenwerke. Sie werden dann kaum noch gebraucht, weil Elektromotoren ohne Kolben und Ventile nur ein Zehntel der Teile eines Verbrennungsantriebs haben und weniger Unterhalts- und Werkstattkosten verursachen. Doch lange werden sich Daimler & Co. diese Haltung nicht mehr leisten können.

Smart Home: Fehlende Anreize

Das ist die Technik, die Ihr Haus steuert
Gigaset Elements Quelle: Screenshot
Locca Hund Quelle: Presse
Privat-FernsehenDer taiwanesische Elektronikhersteller Dlink hat eine Überwachungskamera mit Nachtsichtfunktion fürs Eigenheim auf den Markt gebracht: Die DCS-5222L überträgt Livebebilder aus der Wohnung aufs Handy, lässt sich per Smartphone schwenken und zeichnet auf Wunsch automatisch Videos auf, sobald der Bewegungsmelder eine Person erkennt. Preis: 189 Euro. Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
AVM Fritz Powerline Quelle: PR
Luesterklemme Quelle: PR
Enkey Quelle: PR
Enkey Quelle: PR

Vergessen, den Herd auszumachen? Kein Problem: Künftig kann ihn der Besitzer einfach per Handy abschalten. Sinken die Strompreise mittags, weil Solaranlagen auf Volllast Energie produzieren, dann legt die Waschmaschine von selbst los.

Diese sogenannten Smart-Home- und Smart-Grid-Anwendungen sind eine reizvolle Vision – doch im Alltag der Menschen noch nicht angekommen. Noch fehlen Anreize und es hakt an technischen Details, glaubt Peter Kellendonk, Chef des gleichnamigen Mittelständlers aus Köln, der unter anderem Technologien für die Gerätevernetzung entwickelt.

Attraktiver würden Smart-Home-Anwendungen, wenn die Strompreise wie in den USA variabel wären. „Wenn die Kosten für eine Kilowattstunde bei einem Überangebot etwa von 28 auf 14 Cent fallen und eine intelligente Steuerung dann die Haushaltsgeräte einschaltet, kann ich ein paar Hundert Euro im Jahr sparen“, sagt Kellendonk. Dass solche Anreize wirken, zeigte ein Feldversuch in Aachener Haushalten.

Zehn Apps für die Haussteuerung
Fritz!App FonDie App verbindet das Smartphone mit der Fritz!Box und macht so das Handy zum Festnetztelefon. Auch einen Zugriff auf das Telefonbuch der Fritz!Box wird so mit dem Smartphone möglich. Die App wird kostenfrei für iOS und Android sowie für Smartphones als auch für Tablets angeboten. Quelle: Presse
CasaRemote (HD)Diese App ist ein Alleskönner für die Haussteuerung. Sie regelt sowohl Funkschalter als auch Schalter, die an Kabel gebunden sind. Auch Türschließer und Aktoren können gesteuert werden. Nach Wunsch informiert die App auch über die Raumtemperatur und kann HiFi-Geräte bedienen. Eine Liste über die Hardware, die die App unterstützt, finden Sie hier. Preis: 19,99 Euro für iOS Quelle: Screenshot
IP-Symcom MobileGas, Wasser, Strom - die gesamte Versorgung der Mietwohnung oder des Eigenheims lässt sich mit dieser App zur Haussteuerung steuern. Dafür muss allerdings die dazugehörige Server-Software 24 Stunden am Tag auf einem Computer laufen. Preis: Für die Server-Software falls 99 Euro an, dazu kommen für die App 29,99 Euro (iOS und Android) Quelle: Screenshot
Linn KinskyFür Musik-Freunde mit Sound-Ansprüchen ist diese Audi-Streaming-App ein Muss. Sie steuert die Minn-DS-Musiksysteme, über die sich Sounds und Songs mit qualitativ hochwertigen Wandlern verändern lassen. Weil dazu hochaufgelöste Musik benötigt wird, wird diese auf dem Portal linnrecords.com zur Verfügung gestellt. Preis: Die App ist ausschließlich für das Apple Betriebssystem iOS erhältlich und gratis. Quelle: Screenshot
Loewe Media Assist AppDiese App bedient TV-Geräte und kann auch für das AV-Streaming genutzt werden. Ein elektronischer Programm-Guide liefert einen Überblick über das gesamte Fernsehprogramm. Aufnahmen von Sendungen lassen sich per Knopfdruck starten oder programmieren. Außerdem können TV-Apps auf dem iPad angeschaut werden. Die App ist ausschließlich für das iPad erhältlich. Quelle: Screenshot
Philips MyRemote AppSeit 2009 lassen ich Philips SmartTVs, die onlinefähigen BD-Player und auch die Heimkinoanlagen per App fernsteuern. Auch Musik, Fotos und Videos können über ein Netzwerk mit der App angezeigt werden. Die App ist für iOS und Android erhältlich. Quelle: Screenshot
Problem!WohnungÜber ein zentrales Netzwerk lässt sich mit dieser App die ganze Wohnung steuern: Schalter, Dimmer, Heizungen, Rollläden und so weiter. Preis: Die Zentrale namens EZcontrol XS1 ist ab 189 Euro erhältlich. Die App für iOS kostet 19,99 Euro. Quelle: Screenshot

Ein weiteres Problem: Es fehlt eine industrieweite Norm, mit der sich Geräte wie Waschmaschinen und Smartphones verständigen können. Das will Kellendonk mit der Initiative EEBus ändern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Projekt, bei dem gut 40 Unternehmen wie Miele, Bosch, die Telekom, EnBW und E.On einen Standard erarbeiten, über den Stromzähler, Smartphones und Geräte kommunizieren können.

Welche Unternehmen das Wettrennen um die intelligenten Wohnungen und Häuser der Zukunft gewinnen, ist noch völlig offen. Laut einem Report der US-Analysten von MarketsandMarkets kämpfen Siemens, Schneider Electric aus Frankreich, die Schweizer ABB und ein halbes Dutzend weiterer Technikriesen um die Marktführerschaft. Auf denjenigen, der das Rennen macht, warten stattliche Umsätze: Das weltweite Marktvolumen für smarte Hausgeräte und ihre Vernetzung schätzt MarketsandMarkets auf 50 Milliarden Dollar im Jahr 2020.

Cloud Computing: Boom dank NSA

So können Sie Ihre Daten online abspeichern
DropboxEiner der bekanntesten Cloud-Speicher-Dienste ist Dropbox. Der US-Anbieter gewährt Nutzern vergleichsweise geringe zwei Gigabyte Gratisspeicher – wer die Dropbox anderen empfiehlt kann den Speicher auf bis zu 16 GB erweitern. Entweder über einen Browser oder über die Applikationen von Dropbox lassen sich Daten hoch- und herunterladen. Installiert man die Software, erscheint sowohl beim Windows- als auch beim Apple-Betriebssystem ein Ordner im Explorer, in dem einfach per kopieren und einfügen Daten in die Cloud und aus ihr herausgeholt werden können. Wer mehr Speicher benötigt, kann bis zu einen Terabyte für 9,99 Euro pro Monat erwerben oder für 99 Euro pro Jahr. Quelle: dpa
Microsoft OneDriveMit einem großen Gratisspeicher lockt Microsoft, das 2015 mit OneDrive den Nachfolger seines Cloud-Speichers SkyDrive präsentierte. 15 Gigabyte winken hier, die auf bis zu 20 Gigabyte erweiterbar sind, indem man etwa neue Kunden wirbt und die automatische Sicherung von Bildern aktiviert. Auch hier können Nutzer entweder über den Browser oder über eine Anwendung auf die Cloud zugreifen. Für 100 GB verlangt Microsoft 70 Cent pro Monat, ein Terabyte ist für günstige sieben Euro monatlich zu haben – inklusive dem Microsoft 365 Office-Paket. Nur die Anbieter Spideroak und Livedrive sind noch günstiger. Quelle: dpa
Spideroak Quelle: Screenshot
Google DriveWie auch Microsoft wartet Google Drive mit 15 Gigabyte Gratisspeicher auf. Neben dem Speicher bietet Google einige zusätzliche Cloud-Dienste wie ein Office-Programm, das mehrere Anwender gemeinsam und parallel bearbeiten können; die Versionskontrolle wird über die Cloud-Software synchronisiert. Wer mehr als die 15 Gigabyte Speicher benötigt, kann für 1,99 Dollar pro Monat 100 GB erwerben, ein Terabyte kostet 9,99 Dollar. Der Speicher ist auf bis zu 30 Terabyte erweiterbar – Kostenpunkt: 299,99 Dollar. Quelle: dpa
Amazon Cloud DriveDas Online-Kaufhaus Amazon bietet mit seinem Dienst „Cloud Drive“ fünf Gigabyte freien Speicherplatz für die ersten zwölf Monate. Bei Amazon erworbene MP3-Dateien werden direkt auf der Online-Festplatte abgelegt. 50 Gigabyte sind ab 20 Euro pro Jahr zu haben, ein Terabyte ab 400 Euro. Quelle: dpa
Apples iCloudApple-Nutzer erhalten fünf Gigabyte Cloud-Speicher gratis. Sofern ein iPhone-Nutzer keine anderen Einstellungen vornimmt, landen sämtliche Fotos, die er mit seinem Smartphone schießt, in der Cloud. Auch auf Kontakt-Daten, Termine und andere Anwendungen greift die Cloud zu. Solange man ausschließlich Apple-Geräte nutzt, ist die Synchronisation einer der Aspekte, mit denen Apple besonders punktet. Speichererweiterungen sind problemlos möglich: 50 Gigabyte sind für 99 Cent pro Monat erhältlich, ein Terabyte kostet 9,99 Euro – und damit das Doppelte des Dropbox-Preises. Quelle: dpa
ADrive Quelle: Screenshot

Seit Jahren beklagen Experten den Rückstand von Deutschland in der Informationstechnologie (IT). Bis auf den Weltmarktführer für Unternehmenssoftware SAP stammen alle wichtigen Anbieter für Hardware, Software und Internet aus den USA. Dabei sind die Aussichten für deutsche IT-Anbieter aktuell so gut wie lange nicht, vor allem für Unternehmen mit Schwerpunkt Cloud Computing, einem der wichtigsten Wachstumsfelder der IT.

Grund ist die NSA-Affäre. Die gigantische Datenschnüffelei der US-Geheimdienste dürfte zu nennenswerten Geschäftseinbußen bei US-Cloudanbietern führen. Das jedenfalls erwartet die Information Technology and Innovation Foundation (ITIF), ein Thinktank mit Sitz in der Hauptstadt Washington. Laut einer ITIF-Studie könnten amerikanische IT-Unternehmen in den kommenden Jahren 10 bis 20 Prozent ihrer Cloud-Auslandsumsätze einbüßen. Das entspräche rund 35 Milliarden Dollar zwischen 2014 und 2016.

Industrie



Aktuell verbuchen heimische Anbieter von den gut fünf Milliarden Euro Jahresumsatz mit Cloud-Produkten in Deutschland erst ein Fünftel, schätzt der Marktforscher Crisp-Research aus Kassel. „Der Anteil wird nicht zuletzt dank der NSA-Affäre zumindest kurzfristig zulasten der US-Wettbewerber weiter steigen“, sagt Axel Oppermann, Chef des Marktbeobachters Avispador aus Niestetal in Nordhessen.

Helfen soll dabei die Initiative Cloud Services Made in Germany, die das IT-Unternehmen AppSphere aus dem nordbadischen Ettlingen 2010 gegründet hat. Der Verbund in Deutschland ansässiger Cloud-Anbieter, dem auch namhafte Vertreter wie CAS Software, Pironet NDH und Onventis angehören, will für mehr Rechtssicherheit und höchstmöglichen Datenschutz beim Einsatz von Cloud-Diensten sorgen.

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