Zulassung in Europa: Eine Spritze für die Menschen, ein Booster für Biontech und Moderna
EMA-Zulassung: Alle rechnen mit dem Booster-Impfstoff von Moderna und Biontech.
Foto: imago images, Collage: Marcel ReyleEs ist eine Formsache. Aber eine mit Folgen. Niemand rechnete damit, dass die Omikron-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bei der europäischen Arzneibehörde EMA durchfallen. Am Donnerstag haben die Arzneiprüfer die Genehmigung aussprochen.
Ab Montag sollen die Ärzte den Booster bereits bestellen und zeitnah einsetzen können. Die Impfstoffe sind an die Omikron-Variante BA.1 angepasst. Derzeit dominiert zwar bereits die Variante BA.5. Doch auch dagegen wirke der BA.1-Booster gut, versichern Mediziner. Eine spezielle BA.5-Variante soll dann später im Herbst folgen.
Umsatzrückgang bei Biontech
Bei Biontech und Moderna werden die neuen Impfstoffe für einen Umsatzschub sorgen. Denn zuletzt war die weltweite Impfkampagne doch deutlich erlahmt – und damit reduzierten sich auch die Einnahmen bei Biontech. Für das zweite Quartal meldete das Mainzer Biotechunternehmen einen relativ starken Umsatzrückgang – auf 3,2 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal waren es noch 5,3 Milliarden Euro. Im Quartalsvergleich reduzierte sich der Nettogewinn um 40 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis halbierte sich mit 2,2 Milliarden Euro nahezu.
Biontechs Finanzchef Jens Holstein erwartet nun „wegen unserer Fortschritte rund um die variantenangepassten Covid-19-Impfstoffkandidaten“ einen Anstieg „der Nachfrage in unseren Schlüsselmärkten im vierten Quartal.“ Insgesamt rechnet Biontech in diesem Jahr mit einem Umsatz zwischen 13 und 17 Milliarden Euro; im vergangenen Jahr waren es noch 19 Milliarden Euro gewesen.
Besser als Biontech schlug sich US-Konkurrent Moderna im zweiten Quartal. Die Amerikaner, die mit ihren Impfstoff kurz nach Biontech im Januar 2021 starteten, konnten ihren Umsatz zwischen April und Juni 2022 gegenüber Vorjahr sogar steigern. Für das Gesamtjahr erwartet Moderna einen Umsatz von 21 Milliarden Dollar, im vergangenen Jahr 2021 waren es 18 Milliarden Dollar.
Nächstes Ziel: Krebs-Impfstoffe
Sowohl Biontech als auch Moderna benötigen die Einnahmen aus den Corona-Impfstoffen, um ihre ehrgeizigen Projekte etwa für Krebs-Impfstoffe zu finanzieren. Entsprechende Präparste sind allerdings erst in einigen Jahren zu erwarten. Für die weitere Finanzierung hat Moderna kürzlich eine weitere potenzielle Geldquelle entdeckt. Das US-Unternehmen kündigte Ende vergangener Woche zwei Klagen in Deutschland und den USA gegen Biontech an – wegen angeblicher Patentverletzungen beim Corona-Impfstoff.
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