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Zuliefererstreit Prevent reicht neue US-Klage gegen Volkswagen ein

Der Streit zwischen VW und dem Zulieferer Prevent geht in die nächste Runde. Der einstige Lieferant klagt in den USA gegen den deutschen Autohersteller.

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Der ehemalige Zulieferer Prevent verklagt den deutschen Autoriesen. Quelle: obs

Die zähen Streitigkeiten zwischen Volkswagen und seinem ehemaligen Zulieferer Prevent gehen mit einer neuen US-Klage der bosnischen Unternehmensgruppe weiter. Ein Volkswagen-Sprecher bestätigte am Dienstag, dass Prevent zu Wochenbeginn eine neue Klageschrift bei einem Gericht in Detroit (Michigan) eingereicht habe. Dabei bezichtigt Prevent unter anderem Volkswagen, den Kernmarken-Chef Ralf Brandstätter und die Sitzehersteller Adient und Lear wettbewerbswidrigen Verhaltens, um Prevent vom Markt der Sitzbezüge für Autos auszuschließen. Volkswagen wies die Anschuldigungen zurück.

So habe Prevent bis 2018 mit Adient und Lear Umsätze von 360 Millionen Dollar mit Sitzbezügen erzielt, hieß es in der Klageschrift der Prevent-Anwälte. 2018 habe sich dieser Erlös dann aufgrund ungesetzlicher Vereinbarungen nahezu komplett in Luft aufgelöst.

Das neue Verfahren sei auch vor dem Hintergrund bisheriger Klagen von Prevent in Deutschland ein weiterer Versuch, in dem jahrelangen Streit den Druck aufrechtzuerhalten, hieß es von VW. Wie auch in einem vorherigen US-Verfahren seien die Behauptungen von Prevent grundlos und gehörten nicht vor US-Gerichte.

In einer im November vergangenen Jahres beim gleichen Gericht in Detroit eingereichten Klageschrift hatte Prevent argumentiert, VW habe durch Absprachen verhindern wollen, dass die Bosnier Unternehmen auf dem US-Markt übernehmen. VW hat die Abweisung dieser Klage beantragt, in der Prevent eine Summe von 750 Millionen Dollar verlangt hatte.

Der Streit zwischen VW und Prevent hat eine lange Geschichte und beschäftigt die Gerichte schon seit Jahren. 2016 zwang Prevent den weltgrößten Autobauer über deutsche Tochterfirmen mit einem Lieferstopp von Teilen zu einem zwischenzeitlichen Produktionsstopp in mehreren Werken. Im Sommer dieses Jahres sorgte dann die Spitzelaffäre um mitgeschnittene Gespräche einer internen VW-Arbeitsgruppe für Aufsehen.

Bevor der Konzern im März 2018 alle Verträge mit dem Zulieferer kündigte, sollen Unternehmensvertreter länger über den künftigen Umgang mit der Firma beraten haben. Ende Juli dieses Jahres wurde der mutmaßliche Maulwurf aus der VW-Arbeitsgruppe enttarnt. Kurz darauf wurde dessen Leiche in einem ausgebrannten Auto in Rottorf (Landkreis Helmstedt) gefunden. Für die Ermittler deutet vieles auf einen Suizid hin. Abschließend geklärt ist dies aber nicht.

Vergangene Woche waren erneut VW-Geschäftsräume durchsucht worden. Laut dem Online-Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ soll es rund um die Audiomitschnitte einen Verdacht gegen eine Managerin gegeben haben.

Mehr: Gericht erklärt Audi-Kündigung im Zulieferstreit für unwirksam

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