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Zurück auf die Bühne?Foxconn will Elektroauto-Firma Byton helfen

Die chinesische E-Auto-Firma Byton stoppte im Sommer 2020 ihre Produktionspläne. Nun peilt der Autobauer einen Start bis zum ersten Quartal 2022 an. Beim Aufbau des ersten Serienfahrzeugs will Foxconn behilflich sein. 05.01.2021 - 08:14 Uhr aktualisiert

Bei der Technikmesse CES in Las Vegas präsentierte Byton Anfang 2019 das Konzeptauto K-Byte.

Foto: dpa

Der vor allem als Hersteller diverser Apple-Geräte bekannte Auftragsfertiger Foxconn stößt ins Autogeschäft vor. Der Elektronik-Spezialist aus Taiwan will die chinesische Elektroauto-Firma Byton beim Aufbau der Produktion des ersten Serienfahrzeugs unterstützen, wie die Unternehmen am Montag mitteilten.

Byton wollte bereits im vergangenen Jahr die Fertigung in China aufnehmen, in der Coronapandemie wurden die Pläne jedoch auf Eis gelegt. Zunächst waren im April 2020 die Byton-Mitarbeiter am Entwicklungsstandort Santa Clara in Kalifornien nach Hause geschickt worden. Im Laufe der Monate wurden dann fast alle Mitarbeiter weltweit entlassen, darunter die im eigenen Werk in Nanjing (China). Im August dann die Ankündigung: Vorerst steht alles still. Nur ein kleines Rumpfteam aus Byton-Managern sollte versuchen, in den folgenden Monaten neue Investoren aufzutreiben, hieß es damals. Das scheint nun gelungen. Gemeinsam mit Foxconn peilt Byton nun einen Start der Produktion bis zum ersten Quartal 2022 an, hieß es von Seiten der Unternehmen.

Byton war von ehemaligen BMW-Managern gegründet worden und kooperiert unter anderem mit dem chinesischen Autokonzern FAW. Das erste Modell der Firma, der SUV M-Byte, sorgte für Aufsehen unter anderem mit einem riesigen Display praktisch von Tür zu Tür im Cockpit. Ein serienreifes Modell wurde 2019 auf der Automobilausstellung IAA in Frankfurt vorgestellt und sollte nach damaligen Ankündigungen 2021 auch in Europa auf den Markt kommen.

Im Lucid Air haben die Designer ihre Ideen verwirklicht, wie ein Auto im Innenraum aussehen kann, wenn der Wegfall eines Verbrennungsmotors und seiner Komponenten andere Perspektiven zulassen: Viel mehr Raum für Fahrer und Passagiere. In der Mittelkonsole schwebt ein Touchscreen-Display, über das sich Fahrzeugfunktionen wie Sitze, Türe, Verriegelung und Klimaanlage einstellen lassen und das in dieser Position auch für den Beifahrer erreichbar ist. Es ist hochklappbar, ganz nach dem Lucid-Motto von einem luftigen Raumgefühl.

Foto: Presse

Für Minimalismus stehen das Model 3 (im Bild) und Model Y von Tesla, wo es nur noch einen zentralen, mittig angebrachten Bildschirm und zwei Rollknöpfe am Lenkrad gibt.

Foto: Presse

Noch spartanischer zeigt sich der Prototyp des Canoo, jener kalifornischen Elektroautofirma, die von Ulrich Kranz, dem Vater des BMW i3 geleitet wird. Der kugelige Canoo verzichtet ganz auf große Displays, zeigt Fahrgeschwindigkeit und Fahrassistenzfunktionen auf einem schmalen LED-Band an. „Wir gehen davon aus, dass ihre Kunden ihre Smartphones selber mitbringen und ins Fahrzeug einklinken“, erklärt Kranz.

Foto: Presse

Für den Maximalismus, das Ausschweifende, steht der Byton M-Byte aus China. Ein gigantisches Display zieht sich nicht nur über die gesamte Vorderseite des Fahrzeuginnenraums, sondern wird zusätzlich von Displays im Lenkrad und der Mittelkonsole ergänzt.

Foto: Byton

Bei Continental experimentiert man etwa mit einem dreidimensionalen Display, das sich ganz ohne Spezialbrille betrachten lässt und dem Fahrer zusätzliche räumliche Informationen liefert, etwa beim Abbiegen oder Ein- und Ausparken. Das sogenannte Lightfield-Cockpit wird gemeinsam mit dem Silicon Valley Unternehmen Leia entwickelt und soll bis 2022 serienreif sein.

Foto: Presse

Die Fahrzeuge der Flotte von Alphabet-Tochter Waymo Robotaxis können ganz autonom fahren und tuen das bei etlichen Fahrten inzwischen auch ganz ohne Aufsichtsfahrer.

Foto: Presse

Allerdings gab es im Sommer 2019 auch die ersten Gerüchte über finanzielle Engpässe. Zudem verließ bereits im April 2019 der deutsche Ex-BMW-Manager und Byton-Mitgründer Carsten Breitfeld überraschend das Unternehmen. Breitfeld hatte Byton zusammen mit dem aktuellen CEO Daniel Kirchert 2016 gegründet. Ende 2019 sollte mit dem SUV M-Byte das erste Auto der Marke vom Band rollen, laut Byton gab es bereits 60.000 Vorbestellungen. Dazu kam es allerdings nicht.

Mit dem neuen Partner sollen die Pläne nun wieder aufleben. Schon jetzt zeigt die Ankündigung für den Produktionsstart Anfang 2022 aber: Byton liegt weit hinter seinen ursprünglichen Plänen zurück. Die Gründe dafür dürften nicht nur in der Coronapandemie liegen.

Foxconn soll nun „industrielle Ressourcen und seine Expertise in fortschrittlicher Fertigungstechnologie“ einbringen, teilten die Unternehmen mit. Wie intensiv diese Zusammenarbeit wird, bleibt abzuwarten. Foxconn hatte vor einem Jahr bereits eine Kooperation mit dem Autokonzern Fiat Chrysler für den chinesischen Markt bekanntgegeben. Doch der Status dieses Projekts ist unklar.

Mehr zum Thema: Wie winterfest sind Elektroautos wirklich?

dpa, kjo
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