WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen

Insolvenzcountdown 90 Tage und 30 Milliarden Dollar für GM

Der Countdown läuft: Montag wird General Motors vorraussichtlich Insolvenz anmelden. Das Verfahren dürfte zwei bis drei Monate in Anspruh nehmen. Die US-Regierung will in dieser Zeit 30 Milliarden Dollar nachschießen.

General Motors Headquarter in Quelle: AP

Die US-Regierung will den Opel-Mutterkonzern General Motors während eines geordneten Insolvenzverfahrens mit weiteren 30 Milliarden Dollar unterstützen. Zusätzliche 9 Milliarden Dollar sollen von der kanadischen Regierung kommen, erklärte ein hoher Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Donnerstagabend.

Nach seiner Schätzung dürfte der Konzern 60 bis 90 Tage unter Gläubigerschutz stehen. Danach soll GM nach den Plänen des Finanzministeriums zu 72,5 Prozent den USA gehören und den größten Teil seiner Schulden von 67 Milliarden Dollar abgeworfen haben.

US-Regierung hat schon fast 20 Milliarden Dollar an GM überwiesen

Aus Verhandlungskreisen hieß es, GM dürfte den Insolvenzantrag am Montag stellen, wenn das von Präsident Barack Obama gesetzte Ultimatum abläuft. Das Verfahren nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts dürfte länger dauern als bei Chrysler. Die angestrebte Reorganisation, an deren Ende ein schlankeres und wieder gewinnträchtiges Unternehmen stehen soll, brauche wegen der Größe und Komplexität des einst größten Autokonzerns der Welt mehr Zeit, hieß es.

Die US-Regierung hat bisher bereits 19,4 Milliarden Dollar aufgebracht, um General Motors vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Unterdessen scheint die Umschuldung des Konzerns einen Schritt voranzukommen. Ein Teil der Inhaber von GM-Schuldverschreibungen ist auf ein verbessertes Abfindungsangebot eingegangen.

Gläubiger nennen Angebot unfair

In einer Stellungnahme nannte eine Gruppe großer Gläubiger, die etwa 20 Prozent der Anleihen repräsentieren, den Vorschlag zwar unfair. Sie wollten aber nicht das Risiko eingehen, das Angebot abzulehnen - allein aus der Hoffnung heraus, vor Gericht zu einem für sie günstigeren Ergebnis zu kommen, hieß es.

Eine Gruppe von Kleinanlegern äußerte sich aber weiter ablehnend. GM hat sich mit Anleihen im Umfang von insgesamt 27 Milliarden Dollar Geld sowohl bei Finanzinstitutionen wie bei Kleinanlegern beschafft. Das neue Angebot sieht vor, dass den privaten Gläubigern 10 Prozent der Anteile an einer neu gebildeten GM-Gesellschaft gehören sollen. Zudem sollen sie Bezugsrechte für weitere 15 Prozent zu Discountpreisen erhalten.

Inhalt
  • 90 Tage und 30 Milliarden Dollar für GM
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%