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Intel "Nokia war ein Fehler"

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Intel profitiert nach Ansicht Quelle: REUTERS

Hier dominiert die Prozessorarchitektur des britischen Chipdesigners ARM, vor allem weil sie so stromsparend ist. Alle Android-Smartphones, Research in Motions Blackberrys, Microsoft Windows 7 Telefone, HPs Palm-Handys und auch Apples iPhone und iPad laufen mit ARM-Prozessoren, die von Nvidia, Qualcomm, Samsung oder Texas Instruments gefertigt werden. Nun plant ARM sogar den Einstieg ins Server-Geschäft.

Im Silicon Valley wird sogar gemunkelt, dass Apple auch für seine Notebooks den Umstieg auf ARM-Prozessoren vorbereitet. „Finanziell wäre das für Intel kein Problem, wegen dem relativ geringen Marktanteil von Apple im Notebook-Geschäft“, sagt Analyst Charles King, Chef des Beratungsunternehmens Pund-IT aus dem kalifornischen Hayward. „Aber es wäre ein mächtiger Imageverlust.“

Intel setzt unverdrossen auf seinen stromsparenden Atom-Prozessor auch fürs Mobiltelefongeschäft, wollte diesen ursprünglich mittels des Handy-Weltmarktführers Nokia und dem gemeinsam entwickelten Handy-Betriebssystem Meego in den Markt drücken. Doch nun hat sich Nokia mit Microsoft verbündet. Und dessen Handy-Betriebssystemsoftware Windows Phone 7 läuft derzeit ebenfalls nur auf ARM-Prozessoren.

Intel möchte Offensive auf dem Smartphone-Markt starten

„Im Rückblick war es falsch, Nokia als Partner zu wählen“, räumt Otellini ungewohnt deutlich und etwas verbittert ein. Weil man sich so stark auf Nokia konzentriert habe, sei die Zusammenarbeit mit anderen Partnern vernachlässigt worden. Das habe sich grundlegend geändert, die Sparte sei unter neues Management gestellt und nun werde kräftig investiert. Anfang nächsten Jahres werde eine Offensive gestartet. „Dann kommen unsere Partner und wir mit Smartphones mit Intel-Prozessoren auf den Markt“, sagt Otellini. Damit überlässt er jedoch das wichtige Weihnachts- und Jahresendgeschäft der Konkurrenz.

Eins werde Intel jedoch auf keinen Fall tun: Einen eigenen ARM-Prozessor produzieren. Zwar verfügt Intel über  die entsprechende Lizenz. „Doch unsere Architektur ist überlegen. Außerdem müssten wir dann ja Lizenzgebühren an ARM zahlen, was unattraktiv ist.“  Im übrigen sei Intel gar nicht so schwach im Tablet- und Smartphone-Geschäft wie oft behauptet. Im Gegenteil: „Wir profitieren am meisten davon“, sagt Otellini. Laut seinen Kalkulationen muss im Schnitt für rund 600 Smartphones oder 122 Tablet-PCs ein Server zum Unterstützen des Datenverkehrs angeschafft werden. „Das Geld liegt in der Infrastruktur“, sagt Otellini.

Und noch bei etwas anderem können Intel-Investoren laut Finanzchef Smith sich beruhigt zurücklehnen. Am Dienstagmorgen war bekannt geworden, dass der ehemalige kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger – neuer Spitzname Sperminator – ein Kind mit seiner Haushaltshilfe gezeugt habe. „Weder ich noch Paul (Otellini) haben außereheliche Kinder“, witzelte Smith. „Ich persönlich habe noch nicht mal eine Haushaltshilfe.“ Intel kann seine Krisen-PR also voll aufs Smartphone– und Tablet-PC-Geschäft fokussieren.

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