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Internet Winziger Monopolist

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In diese Internet-Diaspora dringt Zimmer mit seinen Glasfaserleitungen vor und steigert so die Geschwindigkeit auf sensationelle 50 Megabit pro Sekunde – diesen Standard gibt es sonst nur in Städten. Dabei geht der Inexio-Chef nach einem simplen Schema vor. Meist sucht er sich einen Großkunden wie Vodafone oder Kabel Deutschland, der eine Glasfaserleitung braucht, um seine Sendemasten oder TV-Kabel anzuschließen. Ohne die modernen Glasfasern auf den Zubringern würden die explosionsartig steigenden Datenmengen im Netz schon nach wenigen Metern im Stau stehen.

Die Glasfaser-Trasse legt Zimmer dann so, das möglichst viele bislang unterversorgte Dörfer ihre eigene Auffahrt auf die Datenautobahn bekommen. Auch auf dem Weg zum Donnersberg-Funkturm lohnt sich deshalb ein kleiner Umweg durch die Dörfer Dannenfels, Jakobsweiler und Börrstadt, die zusammen gerade mal 2000 Einwohner haben.

Rund 800 Kilometer Glasfaser hat Zimmer so schon im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Teilen Hessens verlegt. 50 Dörfer sind seitdem dank Breitbandanschluss nur noch einen schnellen Mausklick vom Rest der Welt entfernt, Verträge mit 220 weiteren Orten liegen unterschrieben in der Schublade. 450 Unternehmen und 6800 Privatkunden steigerten den Umsatz 2010 von 5,0 auf 7,5 Millionen Euro.

Hohes Ausbautempo

Künftig will der Unternehmer jedes Jahr weitere 200 Gemeinden mit Glasfaser versorgen, bis Ende 2016 sollen es 1000 Orte mit rund 200 000 Haushalten sein. „Wir wollen der zweitgrößte Infrastruktur-Anbieter neben der Telekom in Südwestdeutschland werden“, sagt Zimmer.

Ein hohes Ausbautempo ist Teil seiner Wachstumsstrategie – nur so kann er die Konkurrenz fernhalten. „Eine zweite konkurrierende Infrastruktur lohnt in ländlichen Regionen auf keinem Fall“, sagt Zimmer und fühlt sich wie ein winziger Monopolist.

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