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Interview mit Ursula Von der Leyen "50 Mio. Euro zur Förderung von Betriebskitas"

Mit dem Programm können 4.300 neue Kita-Plätze geschaffen werden. Ministerin von der Leyen sagte zudem, der Streit zwischen Union und SPD um Betreuungsgeld solle noch im Februar beigelegt werden.

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Die fünfjährige Chiara sitzt Quelle: dpa

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat ein Programm zur Förderung von Betriebskindergärten aufgelegt, das bis 2011 Fördermittel in Höhe von 50 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Das kündigte die Ministerin im Gespräch mit der WirtschaftsWoche an. „Ab sofort stellen wir aus dem Europäischen Sozialfonds 50 Millionen Euro für neue Plätze in Betriebskitas bereit. Wir fördern maximal 6.000 Euro Betriebskosten pro Kind und pro Jahr, über zwei Jahre. Dieses Geld steht Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten bis 2011 zur Verfügung.“ Von der Leyen rechnet mit der Schaffung von 4.300 neuen Plätzen für Kinder unter drei Jahren.

Das neue Förderprogramm soll die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern verbessern. „Der demografische Wandel macht Fachkräfte rar. Unternehmen werden eine höhere Produktivität haben, wenn es ihnen heute gelingt, Fachkräfte zu binden. Das sind häufig junge Väter und Mütter. 80 Prozent der jüngeren Arbeitnehmer sagen, sie würden den Arbeitgeber wechseln, wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht mehr stimmt. Jeder vierte hat dies schon getan.“ Gerade nach dem ersten Kind sei es wichtig, dass Eltern feststellten, dass sich Beruf und Familie verbinden ließen. „Gerade für Eltern mit dem ersten Kind ist es sehr wichtig, positive Erfahrung mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu machen. Dann haben sie eher den Mut zum zweiten und dritten Kind.“

Mit einer baldigen Klärung rechnet von der Leyen im Streit zwischen Union und SPD um das Betreuungsgeld. „Wir reden noch in diesem Monat darüber. Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden, denn SPD und Union stehen geschlossen hinter dem Ziel, bis 2013 die Betreuung bedarfsgerecht auszubauen. Niemand wird dieses große Ziel aufs Spiel setzen.“

Verteidigt hat von der Leyen die geplante Erhöhung des Kindergeldes und kündigt eine Staffelung der Beträge nach Kinderzahl an. „Ich will gezielt kinderreichen Familien helfen. Das Kindergeld soll nach Geschwistern höher gestaffelt werden, damit Eltern, die erwerbstätig sind und mehrere Kinder haben, gestärkt werden. Ab dem dritten oder vierten Kind steigen die sogenannten Sprungfixkosten: Sie brauchen eine größere Wohnung, die Waschmaschine läuft öfter. Und: Spätestens ab drei Kindern ist es eine Heldentat, alles zu wuppen, wenn beide Eltern arbeiten.“

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