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5G-Funknetze Siemens, Volkswagen und BASF an Aufbau lokaler 5G-Netze interessiert

Die Konzerne wollen einen schnellen Aufbau der 5G-Netze, um Zukunftstechnologien, wie autonomes Fahren oder virtuelle Realität voranzutreiben.

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Dax-Konzerne sind an Aufbau lokaler 5G-Netze interessiert Quelle: AP

Berlin, Frankfurt Einige der größten Dax-Konzerne wollen ihre Digitalisierung mit dem Aufbau eigener 5G-Funknetze vorantreiben. Siemens, Volkswagen und BASF wollen sich um lokale oder regionale Frequenzen bemühen, die die Bundesnetzagentur nach der Auktion der nationalen 5G-Frequenzen im Frühjahr vergeben will, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht.

5G soll Datengeschwindigkeiten ermöglichen, die mindestens 100 Mal schneller sind als die der aktuellen 4G-Netze und für sehr niedrige Reaktionszeiten sorgen. Zudem müssen keine Unterbrechungen während der Übertragung befürchtet werden. Das sind Bedingungen, wie sie für künftige Schlüsseltechnologien nötig sind – etwa das autonome Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0.

„Da können wir nicht warten, bis die Netzbetreiber mit der Versorgung fertig sind. Wir sind mitten in der Industrie 4.0“, begründete ein Siemens-Sprecher das Interesse des Münchner Industrieriesen. Eigene Firmennetze, über die Maschinen und Anlagen vernetzt werden, könnten etwa an den großen Produktions-Standorten in Berlin-Spandau (Siemensstadt) oder Erlangen entstehen.

Auch Volkswagen bereitet sich darauf vor, einen solchen Frequenzbereich zu beantragen, um ein lokales 5G-Netz „innerhalb des Werkszauns“ zu errichten. Zugleich wies der Wolfsburger Autokonzern darauf hin, dass die Tochter Audi zusammen mit dem schwedischen Netzausrüster Ericsson bereits eine 5G-Laborinstallation für die Produktion testet. Letztlich sei denkbar, die 5G-Netze für den Betrieb von Robotern oder fahrerlosen Transportsystemen zu nutzen.

BASF will einen Antrag für lokale 5G-Frequenzen stellen, um die Digitalisierung der Produktionsanlagen voranzutreiben. „Momentan sind auf unserem Standort in Ludwigshafen rund 600.000 Sensoren und Aktoren“, teilte eine Sprecherin des Chemiekonzerns mit. Es könnten zehnmal so viele werden.

So viele Daten zu übertragen, könnten weder 4G noch eine andere herkömmliche Technologie leisten. „Dafür brauchen wir 5G.“ Zudem würden einige Mitarbeiter mit Tablets und Augmented-Reality-Brillen ausgestattet, etwa um Kollegen bei der Instandhaltung von Maschinen anzuleiten. Auch das gehe mit 5G am besten.

Nach der Auktion der nationalen Frequenzen wird die Bundesnetzagentur auf Antrag Nutzungsrechte für lokale und regionale Frequenzen vergeben, mit denen Unternehmen den Ausbau vor Ort aus eigener Hand vorantreiben können. An den Details arbeitet die Bonner Behörde derzeit noch. Fest steht, dass eine Verwaltungsgebühr fällig wird. Den Firmen ist dann überlassen, mit wem sie die Netze bauen oder ob sie diese Aufgabe einem Telekomanbieter wie der Deutschen Telekom übertragen. Zu den möglichen Kosten wollte sich keiner der Konzerne äußern.

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