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Alibaba-Mitbegründer Jack Ma kündigt offiziell seinen Rückzug an

Jack Ma galt bislang als das allgegenwärtige Gesicht und Vordenker der größten chinesischen Handelsplattform Alibaba. Quelle: dpa

Jack Ma hat mit Alibaba den Handel in China revolutioniert. Nun räumt der einstige Englischlehrer seinen Posten beim Online-Giganten. In Zukunft will sich der Milliardär vor allem wohltätigen Aufgaben widmen.

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Jack Ma will in einem Jahr als Vorstandschef des chinesischen Online-Giganten Alibaba abtreten. Das gab der chinesische Milliardär am Montag in einem von Alibaba veröffentlichten Brief bekannt. Nachfolger von Ma soll Daniel Zhang werden, der schon seit gut fünf Jahren als CEO das Tagesgeschäft verantwortet.

Bereits am Wochenende hatte es Berichte gegeben, dass Ma am Montag seinen Rücktritt ankündigen werde. Darüber, wann er seinen Vorsitzenden-Posten bei der Alibaba Group aufgibt, gab es allerdings unterschiedliche Angaben. Nun scheint das Timing klar: Um einen „reibungslosen und erfolgreichen“ Übergang zu gewährleisten, werde Ma bis September 2019 Vorstandsvorsitzender bleiben, schrieb der 54-Jährige.

Als ein Direktor im Aufsichtsrat wolle Ma demnach noch bis zum Aktionärstreffen 2020 bleiben: „Lehrer wollen immer, dass ihre Schüler sie übertreffen. Das Verantwortungsvollste für mich und das Unternehmen ist es, dass jüngere, talentiertere Leute die Führung übernehmen.“

Ma galt bislang als das allgegenwärtige Gesicht und Vordenker der größten chinesischen Handelsplattform. Dass Ma einmal das größte börsennotierte Unternehmen des Landes schmieden und und es mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34,3 Milliarden Euro) zu einem der reichsten Männer des Landes bringen würde, war noch vor zwei Jahrzehnten nicht einmal zu erahnen.

Nicht nur, dass Ma mit einer Bewerbung als Verkäufer bei der Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken scheiterte. Er brauchte auch mehrere Anläufe für die Uni-Aufnahmeprüfungen, bis es endlich mit dem Englisch-Studium in seiner Heimatstadt Hangzhou klappte. Erst 1995, als ihn ein Job als Übersetzer erstmals in die USA führte, lernte er das Internet kennen. Ein halbes Jahr später war seine erste Website in China online. Das Verzeichnis, in dem sich chinesische Unternehmen suchen lassen konnten, wurde allerdings ein Flop. Erst seine zweite Idee zündete: Ausgestattet mit 60.000 Dollar von Freunden gründete Ma 1999 Alibaba.

Jack Ma: Der „große Motivator“

Als „großen Motivator“, „menschenfreundlich“ und „Stimmungskanone“ wird Ma von Leuten beschrieben, die mit ihm zusammengearbeitet haben. Regelmäßig jettet der Milliardär, der Häuser in New York und Weingüter in Frankreich besitzt, für Auftritte um die Welt.

Aber auch von einer harten und unnachgiebigen Seite ist immer wieder die Rede. Besonders wurde das in den ersten Jahren von Alibaba deutlich. Hart ließ er sein Team arbeiten, bis der Konkurrent Ebay vom chinesischen Markt gedrängt war. „Wer einen 9 to 5 Job sucht, ist bei Alibaba nicht richtig“, soll Ma damals gesagt haben. Über seinen Konkurrenten sagte er einmal: „Ebay ist vielleicht ein Hai im Ozean, aber ich bin ein Krokodil im Fluss Yangtze.“

Der Erfolg von Alibaba basiert auf hohen Investitionen in Logistiknetzwerke, um Waren innerhalb Chinas auszuliefern. Dazu kam das eigene Bezahlsystem Ant Financial, ursprünglich Alipay.

Das Wachstum des Unternehmens verlief nicht ohne Probleme. Unter anderem gab es Ärger mit chinesischen Behörden wegen des Verkaufs gefälschter Waren. Auch die USA setzten Alibaba in den Jahren 2016 und 2017 wegen gefälschter Markenwaren auf die schwarze Liste.

Auch die Handelsspannungen mit den USA stellen die Branche vor Probleme, da als Folge die Expansion ins Ausland ausgebremst werden könnte. Neben jungen Volkswirtschaften in Südostasien, Afrika und Lateinamerika ist Alibaba derzeit auch dabei, westliche Märkte zu erschließen. Auch in München unterhalten die Chinesen längst ein Büro.

Ma hatte sich schon in den vergangenen Jahren ein Stück weit aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und häufig als Philanthrop in Erscheinung getreten. Er kündigte an, mit großzügigen Spenden seiner Nation etwas zurückgeben zu wollen. Vor allem im Umweltschutz ist Ma aktiv.

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