Amazon Echo und Alexa im Dauertest Das soll die Zukunft sein?

Zwischen Freude und Frustration: Amazons Lautsprecher Echo und die smarte Assistentin Alexa sorgen für ein Wechselbad der Gefühle. Wie sich das Leben mit ihnen verändert und wohin die Reise geht.

Amazon Echo im Test. Quelle: Bloomberg

Alexa ist jetzt für alle da. Am Montag hat Online-Gigant Amazon seine Smart-Home-Assistenten Echo und Echo Dot nach einer Pilotphase in Deutschland für den allgemeinen Verkauf freigegeben - überraschend und deutlich früher als geplant.

Vier von zehn Bundesbürgern können sich laut dem Branchenverband Bitkom vorstellen, solche stationären Sprachassistenten zu nutzen. Der Marktforscher Gartner prognostiziert dem Geschäft mit den intelligenten Lautsprechern für 2020 schon mehr als zwei Milliarden Dollar Umsatz, 2015 waren es noch 350 Millionen; vor allem getrieben durch den Verkauf der Amazon-Produkte in den USA. Nun also dürfte der Absatz auch diesseits des Atlantiks anziehen.

Ob alle Neukunden wissen, worauf sie sich da einlassen? Nach wochenlangem Alltagstest von Amazon Echo - Im Format einer Chips-Rolle vergleichbar - und dem kleineren Bruder Dot - groß wie ein besserer Eishockey-Puck - steht fest: Die Technologie fasziniert und macht Spaß, doch der hat auch seine Grenzen. Die Technik hat ihre Schattenseiten.

So funktioniert...

Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wer ist nochmal diese Alexa und was ist ein Echo?

Die Zukunft der Computerintelligenz, ein extrem cleverer Weg, Produkte und Dienste zu verkaufen – oder das endgültige Ende der Privatsphäre. Das hängt davon ab, wen Sie fragen.

Alexa ist der Name von Amazons künstlicher Intelligenz. Ähnlich wie Apples Siri kann sie mit dem Nutzer kommunizieren. Verbaut ist sie in Amazons Echo und Echo Dot.

Echo ist eine mit dem Netz verbundene Lautsprecherbox in der Größe einer Chipsdose. Dot, der kleine Bruder, der mit einem deutlich abgespeckten Lautsprecher auskommen muss.  Die Geräte werden allein mit der Stimme gesteuert – und können auf Befehl Musik spielen, die Nachrichten vorlesen, ein Taxi rufen, das Licht ausstellen, Produkte bei Amazon bestellen und und und.

Der Echo springt an, wenn das Codewort "Alexa"  genannt wird – Sie können aber auch die Begriffe "Amazon", "Echo" oder "Computer" wählen.

Was Sie schon immer einmal von Alexa wissen wollten…

Was brauche ich – Echo oder Echo Dot?

Das ist eine Frage von Budget und bisheriger Ausstattung. Der große Echo ist mit 180 Euro recht teuer, dafür bringt er einen ordentlichen Lautsprecher mit. Der kann natürlich nicht mit richtigen HiFi-Anlagen mithalten. Der Klang ist etwas blechern – reicht aber allemal, um selbst ein Wohnzimmer angemessen zu beschallen, denn auch bei größerer Lautstärke übersteuert die Box nicht.

Der Dot hat zwei Vorteile: Zum einen ist er mit 60 Euro deutlich günstiger und zum anderen kann man ihn, anders als den großen Echo, nicht bloß per Bluetooth sondern auch via Klinkenstecker an vorhandene Lautsprecher oder HiFi-Anlagen anschließen und diese zur Wiedergabe (mit) nutzen. Ohne diese Unterstützung taugt der Dot aber maximal für kleine Räume oder das Gästezimmer, er klingt sehr blechern und es fehlt der Bass.

Wollen Sie den Assistenten möglichst immer um sich haben, können Sie mehrere Geräte in der Wohnung verteilen – Echo in der Küche und Dot an der Anlage im Wohnzimmer zum Beispiel. Auf Sprachbefehle reagiert nur das nächstgelegene.

Wie smart ist Alexa?

"Ich tue mein Bestes", antwortet Alexa, stellt man ihr diese Frage. So eine ehrliche Haut. Die Mühe ist spürbar, von "smart" im eigentlichen Wortsinn ist die Assistentin weit entfernt.

Zunächst können Echo und Alexa einfache Fragen beantworten – das Wetter zum Beispiel.

Amazon Echo ab sofort bestellbar

Lästig: Alexa kommt mit Folgefragen nicht klar. Wer "Wer ist Donald Trump?" fragt, erhält eine Antwort. Im Anschluss zu fragen "Wie alt ist er?", überfordert Alexa. Die Tiefe einer tatsächlichen Google-Recherche erreicht eine Fragerunde mit Alexa ohnehin nie. In der Regel wird ein Passus aus der Wikipedia abgerufen.

Stellen Sie sich Alexa wie Siri vor – nur etwas dümmer. Viel Lob verdient hingegen Alexas Sprache und Ausdrucksweise. Sie klingt überraschend lebendig – WirtschaftsWoche-Kolumnist Markus Werner hat sich gleich ein bisschen verknallt.

In der Praxis dürfte Echo bei vielen Nutzern zum Einstellen von Wecker, Sleeptimer oder Eieruhr genutzt werden. Und zum Musikhören natürlich: Echo hat über das Internet Zugriff auf tausende Radiosender. Außerdem können die Streamingdienste Spotify und Amazon Music damit verknüpft werden. Wer seine Musik allerdings via iTunes verwaltet oder gar daheim eine Festplatte als privaten Music-Server benutzt, hat Pech. Beide Quellen können die Echos bisher nicht anzapfen. Eine bessere Handvoll Lieblingshits lassen sich in den kostenlosen Basisspeicher von Amazon Music kopieren. Was darüber hinaus geht muss an Speicherplatz bei Amazon erworben werden (oder über ein Musik-Abo bezahlt).

Alles in allem ist der Umgang mit der Technik unterhaltsam bis angenehm, aber nicht bahnbrechend. Wer Alexa wirklich smarter machen will, muss sie verknüpfen – mit den Programmen von Drittanbietern oder gleich ganz anderen Smart-Home-Anwendungen

Welche Dienste kann ich mit Alexa nutzen?

Das Einrichten erfolgt via App und ist kinderleicht. Mittlerweile gibt es dutzende der "Skills" genannten nachladbaren Zusatzfertigkeiten aus verschiedenen Bereichen. Taxis lassen sich via MyTaxi ordern, Kochrezepte von Chefkoch.de oder Fahrpläne per Bahn-App abrufen. Letzteres funktioniert allerdings nur holprig. Mitunter ist es einfach deutlich schneller, die gewünschten Aufgaben in der jeweiligen App einzutippen - statt sich durch die teils mehrstufigen Sprachbefehls-Ebenen zu hangeln.

Wer seine Termine mit dem Kalender von Google oder Microsoft managt, kann die Dienste ebenfalls als Skills bei Alexa andocken. Das klappt recht zuverlässig.

Beliebt sind Nachrichtenangebote, die auf Befehl die aktuellsten Entwicklungen wiedergeben. Aus verschiedenen Quellen wie etwa die Tagesschau in 100 Sekunden, N-TV oder Kicker kann man sich schnell sein persönliches Programm basteln. Auch die WirtschaftsWoche ist mit ihrem Nachrichten-Angebot und einem Konzern-Karriere-Spiel vertreten. Der persönliche Nachrichtensprecher, aktivierbar über Sprachbefehle wie "Alexa, sag mit die aktuelle Nachrichtenlage", ist tatsächlich praktisch – und hilft dabei zumindest selber klüger zu werden.

Nützlich und absurd: Die Amazon Skills

Wirklich spannend wird das Befehlen erst, wenn andere smarte Geräte im Haus sind, die sich per Sprache steuern lassen. Kompatibel sind etwa bekannte Hersteller von smarten Heizungssystemen wie Tado und innogy SmartHome, Steckdosen von TP-Link und Beleuchtungssysteme wie Philips Hue und Osram Lightify. Auch da aber gilt: Mindestens bei komplexeren Wünschen geht die Konfiguration über die Original-App oft leichter und schneller.

Wie gut ist die Spracherkennung?

Für den Deutschlandstart des Echo hat sich Amazon Zeit gelassen. In den USA und Kanada vertreibt Amazon die Geräte schon länger mit großem Erfolg. In Deutschland hatten zunächst nur ausgewählte Kunden die Chance Echo und Alexa auf Einladung zu testen. Geräte gingen insbesondere an Interessenten, die aufgrund des Wohnortes einen starken Akzent oder ungewöhnliche Grammatik versprachen. Echo und Alexa musste schließlich noch Deutsch lernen – in allen Facetten.  Nun hält Amazon die Spracherkennung für markttauglich. Die Rückmeldungen der Testkunden hätten wesentlich früher als erwartet das angepeilte Zufriedenheitsniveau erreicht, heißt es aus dem Entwicklerkreis bei Amazon.

Bei aller gemessenen Zufriedenheit: Missverständnisse und Fehler mit unklarer Ursachen bleiben dennoch auch nach dem offiziellen Vertriebsstart nicht aus. Mitunter wird ein eben noch erkannter Befehl zum Licht ausschalten Sekunden später nicht mehr akzeptiert. Aus einem Sleeptimer machte Alexa einmal einen Wecker (besonders unschön, Anm. des Autors). Alles in allem aber klappt die Sprachsteuerung auf Hochdeutsch aber erstaunlich gut.

Für Verwirrung sorgt gelegentlich der Wechsel zwischen Deutsch und Englisch - zum Beispiel bei Musiktiteln: Wer das Lied "4-15-13" hören will, muss nach "Four-Fifteen-Thirteen von den Dropkick Murphys" suchen. Mit etwas Glück - aber längst nicht immer - versteht Alexa die Bitte und antwortet fröhlich mit: "Vier-Fünfzehn-Dreizehn von den Dropkick Murphys".

Meist kleinere Probleme also - die aber der angestrebten WIRKLICH natürlichen Kommunikation zwischen Mensch und Maschine weiterhin im Weg stehen.

Für größeres Aufsehen sorgte hingegen eine Panne in den USA: In einem TV-Beitrag fielen die Worte "Alexa, bestell mir eine Puppenstube". Der Amazon-Assistent fühlte sich angesprochen – und löste in zahlreichen Haushalten den Bestellvorgang aus.

Braucht man das Gerät wirklich?

Die Vernetzung ist prima, um Gäste zu beeindrucken. "Alexa, dimme das Licht im Wohnzimmer", kombiniert mit "Alexa, spiele Musik" hat Charme. Staunen der Gäste ist gewiss – bei Menschen mit Angst vor der Datenkrake übrigens auch Entsetzen. 

Auch "Alexa, setze die Temperatur im Wohnzimmer auf 23 Grad", klingt cool. Wirklich praktisch ist das aber nur selten. Wenn es schnell gehen soll, ist der Druck auf den Lichtschalter ohnehin meist die bessere Wahl. Und wer bereits eine smarte Heizung daheim hat, die beispielsweise auf An- und Abwesenheiten ihrer Nutzer automatisch reagiert, der muss die Temperatur selten anpassen – auch nicht per Sprache.

Eine grundsätzliche Warnung: Wer sich wegen des smarten Assistenten nun auch ein Smart Home basteln will, muss sehr schnell sehr viel zahlen. Schon für ein Starterpaket des Lichtsystems Hue mit drei LED-Birnen werden 170 Euro fällig. Und das ist wirklich nur der Anfang. Heizung, Steckdosen, Klimaanlagen, Überwachungssystem – für entsprechendes Geld kann im Haus inzwischen viel ferngesteuert und, dank Alexa, angesprochen werden.

Andererseits, wer beispielsweise bereits seinen Unterhaltungszoo aus Satelliten-Empfänger, Pay-TV-Decoder, Flachfernseher und Wohnzimmer-Sound-System über eine der lernfähigen Fernsteuerungen von Logitech koordiniert kann - mithilfe eines entsprechenden Alexa-Skills die ganze Schaltorgie nun tatsächlich über den einen oder anderen kurzen Sprachbefehl managen.

Viele der möglichen Alexa-Funktionen braucht niemand regelmäßig. Kleine Annehmlichkeiten, wie das Licht mit vollen Händen per Sprache anschalten und die Musik einschalten, beschert der Echo aber auf jeden Fall.

Und den Entertainment-Faktor spricht dem Echo-Alexa-Gespann niemand ab. Wieder gilt: Das Potenzial ist groß. Weitere Funktionen werden mit Sicherheit folgen. In den USA lässt sich darüber bereits Pizza ordern – und laut Medienberichten könnte bald auch das Telefonieren möglich sein.

Wie komfortabel ist das Einkaufen via Echo?

Amazon wäre nicht Amazon, wenn der Konzern es beim Verkauf der smarten Lautsprecher  belassen würde. Amazon-Prime-Kunden können nun auch per Stimme einkaufen. Wer kein Prime-Abo hat, muss weiter klicken.

Ein allzu großer Verlust ist das nicht. Je nach Wunsch kann der Einkauf via Alexa sehr zäh sein und frustrieren. Der Katalog des Onlineversandhauses ist gigantisch, gezielt etwas per Sprachsuche zu finden, kaum möglich

Kleines Beispiel:

Alexa, bestelle Hundefutter A, 15 Kilogramm.

Ich habe Futtersack X gefunden. Möchtest Du bestellen?

Nein.

Ich habe außerdem Hundefutter B - 25 KG gefunden. Möchtest Du Bestellen?

Nein. Stop.

[Neuer Versuch].

Alexa, bestelle Hundefutter A.

Ich habe Futtersack XY gefunden. Möchtest Du bestellen?

Nein. Stop.

[Mehrere Versuche und 15 Minuten später]

… Ich habe Frisbee Y gefunden. Möchtest Du bestellen?

Aaaah!

Das habe ich leider nicht verstanden.

Was Amazon Echo alles kann
Lernfähiges Assistenzsystem „Alexa“ Quelle: PR
Amazon Echo Quelle: PR
Amazon Echo Quelle: PR
Echo Dot Quelle: PR
Amazon Echo Quelle: PR

Frustration beim Nutzer kontert Alexa mit stoischer Gelassenheit und Serviceorientierung. "Wir arbeiten daran, künftig auch Emotionen zu verstehen", sagte ein für den Bau des Echo verantwortlicher Manager im Gespräch mit der Fachzeitschrift "Computerbild". Das kann noch lustig werden.

Zum Produkt kommt man via Online-Shopping trotzdem schneller. Weiterführende Informationen zu den einzelnen Waren kann der Lautsprecher ohnehin nicht bieten.

Fairerweise: Wer austauschbare Standard-Ware wie  Küchenrollen bestellen will, wird schneller fündig. Außerdem lernt Alexa anhand der bisherigen Bestellungen und des Nutzerfeedbacks stetig dazu. Um auf die Schnelle das gewohnte Waschmittel oder Spülmaschinentabs zu kaufen, ist die Assistentin schon jetzt geeignet.

Entscheidend ist ohnehin weniger, wie gut das Einkaufen gerade funktioniert, sondern welches Potential sich für Kunden und Konzern bietet. Amazon Echo "verändert radikal die Art, wie wir einkaufen", sagt etwa Handelsexperte Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb Research Center an der Hochschule Niederrhein, im Gespräch mit WiWo Online.

Während wir Echo beibringen, was wir eigentlichen wollen, gewöhnen wir uns zugleich daran, dass es gar nicht so merkwürdig ist, die Einkaufsliste im Wohnzimmer vorzulesen.

Spion in den eigenen vier Wänden

Klingt wie ein Albtraum für Datenschützer.

Ist es. Dass in der Wohnung ein dauerhaft geöffnetes Mikrofon mit Internetzugang und Direktleitung zu einem Konzerngiganten liegt, bereitet vielen Bauchschmerzen. Intelligente Sprachassistenten, "die mit einem Mikrofon permanent ihre Umgebung 'belauschen'", sehe sie kritisch, warnte die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Andrea Voßhoff, schon bei Bekanntwerden der Pläne von Amazon und Google in der WirtschaftsWoche.

"Machen Sie sich bewusst, dass auch Familienmitglieder und Gäste im Raum durch das stetige Lauschen auf einen "Alexa"-Zuruf des Geräts potenziell ausgehorcht und sich damit in Ihrem Persönlichkeitsbereich berührt fühlen könnten", mahnt die Verbraucherzentrale.

Amazon beteuert derweil, dass nur ab dem Aktivierungs-Wort mitgeschnitten und Anfragen an die Server gesendet werden. Außerdem sorge der integrierte Abschaltknopf für die Aufnahme sogar physisch dafür, dass kein Strom mehr zum Mikrofon fließe, und der Nutzer das Gerät auf diese Weise tatsächlich taub schalten könne. Zudem ließen sich ältere, bei Amazon protokollierte Aufzeichnungen, über das persönliche Alexa-Portal auch nachträglich komplett löschen.

Amazons Logistik-Netz in Deutschland

Auf die Beteuerungen muss der Kunde schlussendlich vertrauen. Dennoch gilt: So sehr sich Amazon auch um (Daten-) Sicherheit bemüht, gänzlich ausgeschlossen ist ein Missbrauch der Geräte nicht. Auch wenn die Vorstellung, Hacker könnten den Echo als Wanze nutzen, bisher mehr eine theoretische als eine praktische Bedrohung zu sein scheint – begonnen hat der Angriff aufs Wohnzimmer schließlich längst.

Auch Behörden haben das Potential der Geräte schon für sich entdeckt. Kurz vor Jahresende machte die Meldung die Runde machte, Amazons vernetzter Lautsprecher könne der Polizei im US-Bundesstaat Arkansas vielleicht bei der Aufklärung eines Mordes helfen. Die Ermittler hofften Echo könnte etwas aufgezeichnet haben – und verlangten bei Amazon die Herausgabe von Daten. Bislang sperrt sich der Konzern offenbar. Und ob überhaupt verwertbare Daten vorliegen ist unklar. Zugegeben: Schon der Gedanke ist gruselig.

Wie lebt es sich denn sonst mit dem Spion in den eigenen vier Wänden?

Erschreckend gut, erschreckend normal. Der Echo reagiert tatsächlich auf die Nennung des Aktvierungswortes. Sofern im Haushalt niemand "Alexa" heißt, springt das Gerät in der Regel nur an, wenn Sie es möchten (alternativ lassen sich die erwähnten Worte "Echo" oder "Amazon" als Aktivierungsbegriff auswählen, andere, persönlichere Worte hingegen nicht).

Fehlalarme sind höchst selten. Das bedeutet aber auch: Man vergisst schnell, dass der Echo im Raum ist. Binnen der mehrmonatigen Testphase hat Alexa die Diskussion über das Ausräumen der Spülmaschine genauso mitgehört wie die Diskussion über das Abschneiden der AfD im aktuellen Deutschlandtrend. Es lässt sich verschmerzen, WENN man darauf vertraut, dass die Sprache TATSÄCHLICH nicht im Hintergrund doch an die Server von Amazon oder eines neugierigen Spitzeldienstes übermittelt werden.

Die Idee, Alexa regelmäßig auszuschalten oder in einen anderen Raum zu tragen, dürfte jedenfalls in dem meisten Fällen reine Illusion bleiben. Wer den Echo in seiner Wohnung aufstellt, gewöhnt sich wirklich schnell an das Gerät.

Gibt es abseits von Alexa keine anderen smarten Assistenten?

Oh doch. Branchenkenner haben die Künstliche Intelligenz für Zuhause längst als Boom-Thema ausgemacht. Eine eigene KI haben alle Tech-Riesen in petto. Mit Alexa konkurriert Amazon mit Google Now, Siri von Apple und Cortana von Microsoft. Deren Qualitäten, glauben die Marktforscher von Gartner, dürften übrigens zügig mit jenen von Alexa gleich ziehen.

Bei der Vernetzung mit dem Smart Home durch ein eigenes Gerät hat Amazon dennoch bisher eindeutig die Nase vorne. Als nächster ernstzunehmender Konkurrent steht  Google Home in den Startlöchern: Ein smartes, blumenvasenähnliches Gerät, das dem Echo ähnelt.

Fazit

Das erste Spielen mit Echo und Alexa macht Spaß - viel sogar. Der smarte Assistent funktioniert prima als Partygag und als anschließendes Gesprächsthema. Auch das Ausprobieren neuer Skills ist unterhaltsam. Im täglichen Gebrauch schrumpft die Einsatzfreude jedoch schnell: Wecker aus, Licht an, Musik laut, Licht aus, die Nachrichtenlage bitte, Küchentimer auf 15 Minuten, Alexa, Stop.

Wer nur Musik über den Echo will, kommt mit Bluetoothboxen mindestens genauso gut weg - und kann unter Umständen noch ein paar Euro sparen.

Spannend wird sein, wie Amazon Echo und insbesondere Alexa weiterentwickelt. Je smarter die KI wird, je mehr Kontext sie einbeziehen kann und je mehr Anbieter Skills einstellen - desto attraktiver wird der Einsatz. Für ausreichend Motivation zur Weiterentwicklung sorgt dieser Tage schon Googles Konkurrenzprodukt Google Home.

Ob man sich für den Spaß und ein bisschen Nutzwert tatsächlich einer potentiellen Spionin ausliefern möchte, ist eine Typfrage. In den USA haben viele Kunden sie mit "Ich will" beantwortet. Laut Hochrechnungen des Marktforschungsinstituts CIRP hat Amazon seit der US-Markteinführung Ende 2014 mehr als 8 Millionen Geräte abgesetzt.

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