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Amazon Mit Vollgas gegen den Konkurrenten Netflix

Der Internetriese Amazon will dem Rivalen Netflix im Filmgeschäft Paroli bieten: Für eine Viertelmilliarde Dollar hat der Internetriese Amazon den ehemaligen TopGear-Moderator Jeremy Clarkson und seine Co-Moderatoren für eine neue Autoshow verpflichtet. Online-Streaming-Dienste erhöhen mit solchen Deals auch den Druck auf traditionelle Medien.

BBCModerator Jeremy Clarkson Quelle: dpa

Erst Woody Alan, jetzt Jeremy Clarkson. Für 250 Millionen Dollar - umgerechnet 228 Millionen Euro - werden der ehemalige BBC-Starmoderator und seine beiden Kollegen Richard Hammond und James May für den Streaming-Dienst Amazon Prime ab 2016 eine neue Autoshow präsentieren. "Ich fühle mich als sei ich von einem Beiboot in ein Raumschiff geklettert" kommentierte Clarkson seinen Wechsel. Mit Kosten von knapp sieben Millionen Dollar je Folge wird die neue Autoshow eine der teuersten Serien überhaupt. Geplant sind 36 Folgen, die über einen Zeitraum von drei Jahren ausgestrahlt werden und an das populäre Format TopGear anknüpfen sollen, das Clarkson bis zu seinem Rauswurf in diesem Frühjahr beim britischen Sender BBC präsentiert hatte. Mit 350 Millionen Zuschauern weltweit gehörte die beliebte Serie zu den erfolgreichsten Sendungen des öffentlich-rechtlichen Senders.

Die wichtigsten Anbieter im Online-Fernsehen

Die BBC behält die Markenrechte an TopGear und führt die Serie mit einem neuen Moderator fort. Doch weil auch der Executive Producer und langjährige Freund Clarksons, Andy Wilman,  Teil des Amazon-Pakets ist, ist der Erfolg der BBC-Serie in Zukunft nicht garantiert. Allerdings ist sie für die Zuschauer kostenlos, während das Abo von Amazon Prime in Deutschland 49 Euro im Jahr kostet. Das zahlungspflichtige Angebot garantiert den Zugang zu bestimmten Inhalten und außerdem bessere Lieferkonditionen für Amazon-Produkte.

Der Deal ist ein Zeichen für die wachsende Bedeutung und Finanzkraft der Internetfirmen im Bereich von Film und Entertainment und die sich ändernden Sehgewohnheiten vor allem junger Zuschauer: immer mehr Jugendliche sehen Filme und Serien im Internet statt im Fernsehen. Streaming-Dienste werden in dieser Gruppe inzwischen sogar stärker genutzt als die Mediatheken der Fernsehsender. Entsprechend preschen die Online-Filmdienste wie der US-Video-auf-Abruf-Anbieter Netflix der Internethändler Amazon vor und versuchen durch attraktive eigene Inhalte und selbst produzierte Filme und Serien neue Zuschauer anzulocken. Wie die Wirtschaftsprüfergesellschaft PwC in einem jüngst veröffentlichten Bericht konstatierte, wird dadurch immer mehr Druck auf die traditionellen Fernsehsender ausgeübt. Der Konkurrenzkampf dürfte sich noch weiter verschärfen, wenn Apple Ende diesen Jahres oder Anfang 2016 seinen eigenen Filmdienst lanciert.

Amazon in Zahlen

"Der Kuchen wird größer und die Online-Dienste sind wichtige Player. Sie sind nicht mehr länger Start-ups" sagte Bruce Rosenblum, der Chef der amerikanischen Academy of Television Arts & Sciences, die in Los Angeles die begehrten Emmys vergibt. Dieses Jahr werden die Fernsehpreise am 20. September verteilt. Ausgezeichnet werden neben lang laufenden Serien auch Miniserien, Fernsehfilme und die besten Shows. Die Produzenten von nur im Internet empfangbaren Serien erfreuen sich bei den Emmys wachsender Anerkennung:  Amazon Instant Video kommt auf zwölf Nominierungen, Netflix ist sogar mit 34 Nennungen dabei, davon elf für die erfolgreiche Politik-Serie "House of Cards". Auch die Serie "Transparent" von Amazon kann sich Hoffnungen auf einen oder mehrere Preise machen.

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