Amazon Prime Music sorgt für noch mehr Wettbewerb beim Streaming

Der US-Riese motzt seine Flatrate Amazon Prime in Deutschland um ein Angebot für Musik-Streaming auf. Das Ringen um Kunden für die Audio- und Video-Dienste im Netz intensiviert sich weiter.

Amazon startet Prime Music in Deutschland und Österreich - als Bestandteil von Amazon Prime ohne zusätzliche Kosten. Quelle: obs

Aktuell vergeht praktisch kaum ein Tag ohne Neuigkeiten aus dem Markt für Internet-Streaming. Der jüngste Streich kommt von dem Online-Handelsriesen Amazon: So ist der Audio-Dienst Amazon Prime Music ab sofort auch in Deutschland nutzbar. Der Clou: Amazon Prime Music ist Bestandteil der populären Liefer-Flatrate Amazon Prime. Dort erhalten Kunden für eine Einmal-Gebühr von 49 Euro im Jahr die kostenlose Lieferungen eines Großteils des Warenangebots nach Hause.

Dazu hat Amazon diesen Dienst in den vergangenen Jahren Stück für Stück weiter ausgebaut: Etwa mit Prime Video, einem umfangreichen Angebot mit Kinofilmen und Serien, die Prime-Kunden per Streaming kostenlos anschauen können.

Wie die neuen Streamingdienste die Unterhaltungswelt verändern

Amazon-Streaming weniger Songs als Spotify oder Apple Music

Ebenso gratis gibt’s den Cloud-Dienst Prime Photos für das unbegrenzte Speichern von Bildern in der Internetwolke, oder der Zugriff auf die Kindle-Leihbücherei für Amazons E-Reader.

Dazu kommt unter dem Label Amazon Prime Music nun ein Katalog von derzeit rund einer Millionen Songs. Zudem können Musikliebhaber unter Prime Radio aus 13 verschiedenen Listen auswählen: Diese beinhalten Endlos-Abspiellisten nach Stilrichtungen wie „Pop“, „Rock“, „Alternative & Indie“ und dergleichen.

Die aktuellen Ankündigungen von Amazon intensivieren den Wettbewerb im Markt für Audio- und Video-Streaming weiter. Erst kürzlich hatte YouTube einen kostenpflichtigen Abo-Video-Dienst namens YouTube Red präsentiert. Dabei können Kunden gegen eine Monatsgebühr von knapp 10 Dollar alle YouTube-Videos werbefrei anschauen und auf weitere spezielle Video-Inhalte zugreifen.

Was Kunden am Musik-Streaming schätzen

Während sich der jüngste Schritt der Video-Tochter aus dem Hause Google vor allem gegen den Streaming-Rivalen Netflix richtet, dürfte es Amazon vor allem auf Spotify und Apple abgesehen haben – und zwar wiederum mit einer ähnlichen Botschaft wie bei Amazon Prime Video gegen Netflix.

So ist der Katalog im Falle von Amazon Music zwar deutlich kleiner als bei Spotify oder Apple Music. Für den Gelegenheitshörer, der vielleicht bereits Prime-Kunde ist, dürfte das Angebot dennoch reichen. Das Ziel lautet bei Amazon Music wie Video vor allem: Verhindere, dass der Kunden zu einem der Rivalen abwandert.

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Jetzt dürfte spannend zu beobachten sein, ob und wenn ja wie die Konkurrenten darauf reagieren. Etwa wann YouTube Red nach Deutschland kommt. Oder ob Netflix doch noch über eigene Musikinhalte nachdenkt.

Dagegen hatte sich CEO Reed Hastings bisher aus gutem Grunde stets gestemmt: Denn anders als Netflix macht der Musik-Streaming-Pionier Spotify bisher keinen Gewinn. Und wegen der neuen Angebot erst mit dem Mitte des Jahres gestarteten Apple Music und nun mit dem weiteren Ausbau von Amazon Music dürfte die Gewinnschwelle für das Startup aus Berlin eher noch schwerer zu erreichen sein.

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