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Angriff auf Twitter Facebook startet Mini-Videos bei Instagram

Der Instagram-Fotodienst des sozialen Netzwerks Facebook gestattet nun auch Videos. Der Facebook-Aktie hilft das allerdings nicht.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg stellt die neue Instagram-Funktion vor. Quelle: AP

Kevin Systrom gibt sich erschrocken. „Also mit einer Frage nach Werbung hatte ich nicht gerechnet“, witzelt der Mitgründer der Photo-App Instagram. Zuvor hatte eine US-Journalistin gefragt, wie sich die von Systrom gerade vorgestellte Video-Funktion der Photo-App kommerzialisieren lasse. „Wir haben erst mal nur an den Anwender gedacht“, erklärt Systrom.

Es ist eine ehrliche Antwort. Und markiert den Moment, an dem die an diesem Donnerstagmorgen so hoffnungsfroh gestartete Aktie von Instagram-Eigentümer Facebook merklich nachgibt. Dass Instagram nicht nur das Knippsen von Fotos erlaubt, sondern nun auch das Drehen von kurzen Videos ist interessant.

Es ist ein logischer Schritt für den populären Smartphone-Fotodienst, der täglich von 130 Millionen Menschen auf der ganzen Welt genutzt wird. Die zusätzliche Funktion wird den Gebrauch von Instagram und damit von Facebook erhöhen. Aber er ist nicht Antwort auf die brennendste Frage der Wall Street Analysten, wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg den durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsatz seiner rund eine Milliarde Nutzer von derzeit rund sieben Dollar pro Jahr signifikant nach oben schrauben will.

Ganz im Gegenteil: Instagram-Eigner Facebook muss erst mal in Vorleistung gehen. Die Videos sind zwar auf 15 Sekunden begrenzt. Aber sie kosten trotzdem zusätzlichen Speicherplatz und Bandbreite. Im ersten Quartal stiegen Facebooks Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um rund sechzig Prozent, vor allem wegen zusätzlichem Personal und Datenzentren. Facebooks Kosten wachsen derzeit schneller als die Einnahmen des sozialen Netzwerks.

Die Geschichte von Facebook
April 2013Mark Zuckerberg stellt die neue Funktion Facebook Home vor. Die Software ist für Android verfügbar und legt sich wie ein Filter zwischen das Google-Betriebssystem und den Desktop. Mit der Installation wird der Facebook-Newsfeed zur ersten Benutzeroberfläche. Ein Angriff auf Google. Quelle: AP
Januar 2013Mark Zuckerberg stellt im Rahmen einer Pressekonferenz das neue Tool "Graph Search" vor. Damit steigt Facebook stärker in die Suche ein. Zuckerberg sieht das Produkt neben "Newsfeed“ (Aktivitäten von Freunden und Bekannten) und "Timeline“ (die eigenen Aktivitäten) als dritten großen Eckpfeiler seines Unternehmens. Mehr zum Thema Quelle: REUTERS
30. Januar 2012Facebook wächst weiter und auch die mobile Werbung nimmt Fahrt auf. Doch die Margen schrumpfen, unter dem Strich bleibt weniger übrig. Die Kosten steigen und es wird massiv investiert. Die Börse reagiert mit Verunsicherung. Das Umsatzwachstum im Weihnachtsquartal von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,58 Milliarden Dollar übertraf sogar die Analystenschätzungen von im Schnitt 1,53 Milliarden Dollar. Doch dem weltgrößten Social Network laufen die Kosten davon. Der Nettogewinn des Unternehmens aus dem kalifornischen Menlo Park fiel im Jahresvergleich um dramatische 79 Prozent auf nur noch 64 Millionen Dollar. Nachbörslich verlor die Aktie in der Spitze bis zu zehn Prozent, erholte sich später aber wieder leicht. Weitere Informationen. Quelle: REUTERS
24. September 2012: Schwarzer Börsen-TagDie Facebook-Aktie hat einen ihrer schwärzesten Tage seit dem Börsengang im Mai erlebt. Sie verlor bis zum Börsenschluss in New York mehr als 9 Prozent auf 20,79 Dollar. Grund für den Einbruch waren erneut hochgekochte Zweifel daran, dass das Soziale Netzwerk seine überlebenswichtigen Werbeeinnahmen wie erhofft steigern kann. Quelle: dpa
18. Mai 2012Facebook geht erstmalig an die Börse und muss schon wenige Tage später eine Schlappe einstecken. Die Aktie fiel auf 13,1 Prozent. Quelle: dapd
Mann sitzt vor einem Skype-Bildschirm
Facebook-Fanpage der Queen Quelle: rtr

Vom Produkt her muss man Systrom und seinem Team Respekt zollen. Die Videofunktion scheint solide. Die Benutzeroberfläche ist klar und sieht gut aus. Instagram gelang mit seinen kreativen Fotofiltern der Durchbruch. Damit will Systrom nun auch beim Aufzeichnen von Videos punkten. „Die hat ein mit Filtern sehr erfahrener Videospezialist für uns extra entwickelt“, sagt er. Viel Liebe ging auch in Details. Beispielsweise in das Titelbild. Statt wie üblich nur die Eingangssequenz als Startbild anzuzeigen, lässt sich ein visuell ansprechenderes Bild aus dem Video auswählen. Das erhöht nicht nur die Chance, dass es von anderen angeklickt wird. Sondern erleichtert auch die thematische Einordnung der Szene.

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