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Anleger bleiben skeptisch Facebook mit deutlich mehr Werbeeinnahmen

Zum ersten Mal wächst bei Facebook die Mobile Werbung. Der Umsatzwachstum im Weihnachtsquartal von 40 Prozent übertraf sogar die Erwartungen der Analysten. Doch der Anstieg der Personalkosten ist beunruhigend.

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Ein Schild bei Facebooks Firmenzentrale in Menlo Park, Kalifornien. Quelle: Reuters

Facebook wächst weiter und auch die mobile Werbung nimmt Fahrt auf. Doch die Margen schrumpfen, unter dem Strich bleibt weniger übrig. Die Kosten steigen und es wird massiv investiert. Die Börse reagiert mit Verunsicherung.
Das Umsatzwachstum im Weihnachtsquartal von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,58 Milliarden Dollar übertraf sogar die Analystenschätzungen von im Schnitt 1,53 Milliarden Dollar. Doch dem weltgrößten Social Network laufen die Kosten davon. Der Nettogewinn des Unternehmens aus dem kalifornischen Menlo Park fiel im Jahresvergleich um dramatische 79 Prozent auf nur noch 64 Millionen Dollar. Nachbörslich verlor die Aktie in der Spitze bis zu zehn Prozent, erholte sich später aber wieder leicht.

Seit dem letzten Quartalsausweis war die Aktie in der Spitze um bis zu 60 Prozent gestiegen und die Anleger wollten jetzt Beweise dafür sehen, dass die Vorschusslorbeeren in das junge Unternehmen gerechtfertigt waren.
Im Brennpunkt stehen dabei die mobilen Werbeeinnahmen über Smartphones und Tablets wie das iPad. Kurz vor dem Börsengang im Mai 2012 war das Thema hochgekocht, als im Börsenprospekt zu lesen war, dass in diesem Bereich praktisch kein nennenswerter Umsatz wird. Gleichzeitig stieg die Zahl der mobilen Facebooker dramatisch an. Eine gefährliche Mixtur, die bei den Investoren gar nicht gut angekommen war und zu einem guten Teil zur dramatischen Talfahrt des Papiers nach der Erstnotiz beigesteuert hat.

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Seitdem hat Mark Zuckerberg Facebook massiv umstrukturiert und messerscharf auf das mobile Internet fokussiert.

Die Apps für Apple- und Android-Geräte wurden komplett neu geschrieben, laufend werden neue mobile Werbeformen ausprobiert. Der Lohn der Mühen: Der Anteil der mobilen Werbung stieg rasant auf 23 Prozent der gesamten Werbeeinnahmen oder 306 Millionen Dollar. Im 3. Quartal 2012 waren es knapp 14 Prozent, davor praktisch Null. In absoluten Zahlen lagen die Werbeeinnahmen per Mobilgeräte doppelt so hoch wie im Vorquartal. Ovum-Analyst Eden Zoller: „Die Zahlen geben Grund für Optimismus.“

Internet-Aktien im Fokus der Anleger

Rund 680 Millionen Nutzer greifen monatlich auf die mobilen Facebook-Angebote zu, 57 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir sind ein Unternehmen für das mobile Web“, betonte CEO und Mitgründer Mark Zuckerberg im Analystengespräch. Facebook werde mit Hochdruck daran arbeiten, mehr „mobile first“-Angebote auf den Markt zu bringen. Dafür wird kräftig investiert.

Personalbestand wird weiter aufgestockt


Die Geschichte von Facebook
April 2013Mark Zuckerberg stellt die neue Funktion Facebook Home vor. Die Software ist für Android verfügbar und legt sich wie ein Filter zwischen das Google-Betriebssystem und den Desktop. Mit der Installation wird der Facebook-Newsfeed zur ersten Benutzeroberfläche. Ein Angriff auf Google. Quelle: AP
Januar 2013Mark Zuckerberg stellt im Rahmen einer Pressekonferenz das neue Tool "Graph Search" vor. Damit steigt Facebook stärker in die Suche ein. Zuckerberg sieht das Produkt neben "Newsfeed“ (Aktivitäten von Freunden und Bekannten) und "Timeline“ (die eigenen Aktivitäten) als dritten großen Eckpfeiler seines Unternehmens. Mehr zum Thema Quelle: REUTERS
30. Januar 2012Facebook wächst weiter und auch die mobile Werbung nimmt Fahrt auf. Doch die Margen schrumpfen, unter dem Strich bleibt weniger übrig. Die Kosten steigen und es wird massiv investiert. Die Börse reagiert mit Verunsicherung. Das Umsatzwachstum im Weihnachtsquartal von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,58 Milliarden Dollar übertraf sogar die Analystenschätzungen von im Schnitt 1,53 Milliarden Dollar. Doch dem weltgrößten Social Network laufen die Kosten davon. Der Nettogewinn des Unternehmens aus dem kalifornischen Menlo Park fiel im Jahresvergleich um dramatische 79 Prozent auf nur noch 64 Millionen Dollar. Nachbörslich verlor die Aktie in der Spitze bis zu zehn Prozent, erholte sich später aber wieder leicht. Weitere Informationen. Quelle: REUTERS
24. September 2012: Schwarzer Börsen-TagDie Facebook-Aktie hat einen ihrer schwärzesten Tage seit dem Börsengang im Mai erlebt. Sie verlor bis zum Börsenschluss in New York mehr als 9 Prozent auf 20,79 Dollar. Grund für den Einbruch waren erneut hochgekochte Zweifel daran, dass das Soziale Netzwerk seine überlebenswichtigen Werbeeinnahmen wie erhofft steigern kann. Quelle: dpa
18. Mai 2012Facebook geht erstmalig an die Börse und muss schon wenige Tage später eine Schlappe einstecken. Die Aktie fiel auf 13,1 Prozent. Quelle: dapd
Mann sitzt vor einem Skype-Bildschirm
Facebook-Fanpage der Queen Quelle: rtr

Wurde der Personalbestand schon 2012 um 44 Prozent auf 4619 Mitarbeiter aufgestockt, wird es in 2013 weitergehen. Facebook werde weiter „aggressiv einstellen und investieren“. Der gesamte Kostenblock, bereitete Finanzchef David Ebersman die Aktionäre auf die neue Durstrecke vor, werde 2013 voraussichtlich um 50 Prozent ansteigen. Darin sind noch nicht die aktienbezogenen Gehaltsbestandteile eingerechnet, die das Ergebnis zusätzlich routinemäßig belasten.
Im Weihnachtsquartal lag der gesamte Ausgabenblock bereits mit 1,06 Milliarden Dollar um 82 Prozent über dem Vorjahr. Für das gesamte Jahr 2012 wird ein Kostenblock von 4,55 Milliarden Dollar ausgewiesen, mehr als doppelt so hoch wie 2011.

Im Grunde baut Zuckerberg Facebook für das mobilen Internet gerade noch einmal neu auf. Und es muss schnell gehen. Im abgelaufenen Quartal überstieg die Zahl der täglichen aktiven Nutzer, die über ein mobiles Endgerät auf Facebooks Angebote zurückgriffen, erstmals die Zahl der Besucher per Webbrowser, also per PC oder Laptop. Die Zahl derer, die ausschließlich ihr Smartphone benutzen liegt sogar schon bei 175 Millionen der rund 1,06 Milliarden angemeldeten Nutzer.

Zuckerberg bekräftigte trotzdem seine Entscheidung, kein eigenes Facebook-Smartphone auf den Markt zu bringen: „Wenn wir davon zehn Millionen Stück verkaufen – wenn kümmert's?“, stellt er lapidar fest. Sein Ziel sei es, auf allen relevanten Endgeräten vertreten zu sein. Facebook müsse auf auf allen Geräten der Nutzer funktionieren. Das sei es, was sie verlangten. Probleme sieht er dabei nicht. Mit Apple arbeite man gut zusammen und Android sei ein „dynamisches und offenes System“. Jedenfalls solange es Google so lasse, wie es ist.


Google ist der schärfste Rivale, wenn es um Anzeigengelder geht. Laut Emarketer wird der Suchmaschinengigant 2013 Facebook als Nummer eins bei den Online-Displayanzeigen ablösen. Google-CEO Larry Page arbeitet ebenfalls mit Macht an einer mobilen Werbestrategie. Da könnte er schon mal ins Grübeln kommen, zumal Facebook laut Marktbeobachter Comscore zuletzt mit 85 Millionen Unique Usern die mit Abstand beliebteste App auf Android-Smartphones war.

Umsätze aus dem Spielebereich dominierten

"Wann kommt endlich das Beamen?"
HolodeckWas für Science-Fiction-Fans schon lange bekannt ist, beschäftigt derzeit ein Team von amerikanischen Wissenschaftlern: Lee Sheldon, Professor am Rensselaer Polytechnic Institute und Star-Trek-Autor, versucht ein Holodeck zu bauen, wie es in der SciFi-Serie Star Trek vorkommt. Das "Emergent Reality Lab" soll seinen Benutzern das Gefühl von Temperatur, Wind, Bodenbeschaffenheit und Gerüchen vermitteln - ganz so, als befinde er sich in einer realen Umgebung. In einem Testlauf habe man Studenten mit dem Holodeck nach China versetzt, damit sie die chinesische Sprache lernen. Quelle: Screenshot
Bereits im Vorfeld hatten Forscher der University of Southern California versucht, virtuelle Welten innerhalb eines Raumes zu schaffen. Die Universitätsforscher nutzen unter anderem die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift, einen Motion Controller Razor Hydra und Playstation Move, um durch die virtuellen Welten zu wandern. Mit einem Holodeck, wie in der TV-Serie, hatte das aber noch nicht viel zu tun. Wissenschaftler der Universität in Tokio arbeiten eher an 3D-Projektionen als Grundlage für das Holodeck. 2009 stellten sie erstmals Holoprojektionen vor, die bei Berührung Druck ausübten. Quelle: dpa
BeamenKönnten wir uns von einem Ort zum anderen beamen, wären so viele Probleme gelöst: Keine Fernbeziehungen mehr, Familien könnten sich öfter sehen und weder Autos, noch Schiffe, noch Flugzeuge würden die Luft verpesten. Im Kleinen ist das sogar schon möglich. Wissenschaftlern ist es bereits gelungen ein Photon über eine Distanz von 144 Kilometern zu teleportieren. Doch vielmehr als eine verschlüsselte Nachricht, ist das noch nicht. Quelle: dpa
Augmented RealityEine Brille oder Kontaktlinsen, die einem die Fähigkeiten des Terminator verpassen - daran wird schon lange geforscht. Erste Ergebnisse sind auch schon auf dem Markt. So zum Beispiel die Ski-Brille Oakley Airwave. Das Display der Brille blendet Informationen wie Geschwindigkeit und Temperatur oder SMS ein. Für das nächste Jahr wird mit der Markteinführung der Googles Project Glass gerechnet, die ebenfalls Informationen über die Umgebung ausspuckt. Ein relativ neuer Trend ist die Kontaktlinse, mit der künftig auch das US-Militär arbeiten könnte, um den Soldaten so zusätzliche Informationen zu Drohnen und Satelliten zu liefern. Quelle: dpa
Autonome FahrzeugeGoogle hat im Mai 2012 die erste US-Lizenz für ein fahrerloses Auto erhalten, sofern sich Personen an Bord befinden, die im Notfall eingreifen könnten. Bislang sind die Testfahrzeuge unfallfrei unterwegs. Auch Toyota soll inzwischen mit recht weit sein und erste fahrerlose Autos getestet haben. Mit einer Markteinführung wird jedoch nicht vor 2020 gerechnet. Quelle: rtr
Der schlaue KühlschrankIntelligente Haushaltsgeräte gibt es bereits: Zum Beispiel den berühmten Kühlschrank, der sich per Online-Bestellung selbst wieder auffüllt. Im September 2011 stellte Siemens ein solches Gerät vor, das die fehlenden Lebensmittel per Smartphone-App orderte. Auch LG hat schon Schränke dieser Art entwickelt. Einheitliche Betriebssysteme oder Standards haben sich bisher allerdings noch nicht durchgesetzt. Quelle: dpa
SolarantriebEin Dach aus Photovoltaik treibt dieses Fahrzeug an. Während Hybrid-Fahrzeuge schon in Serie hergestellt werden, scheint dies für solarbetriebene Fahrzeuge erst einmal nicht möglich - witterungsbedingt. Quelle: dpa

Mit Apple gibt es laut Zuckerberg eine gute Zusammenarbeit, allerdings ist hier auch keine Wettbewerbsposition vorhanden. Apple ist, allen Anstrengungen zum Trotz, noch immer ein unbedeutender Spieler im mobilen Werbemarkt.

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft war noch das neue Produkt „Gifts“, Geschenke, eingeführt worden. Damit wollte Zuckerberg Amazon ein Stück vom großen Online-Handelskuchen wegnehmen, was aber nicht gelang. Gifts hatte keinen signifikanten Einfluss auf den Geschäftsverlauf, heißt es.

Bei den sonstigen Einnahmen, die bereinigt um Sondereffekte praktisch stagnierten, dominieren weiterhin Umsätze aus dem Spielebereich, wobei man hier eine „erfreuliche Diversifizierung“ sehe. Mit anderen Worten, es kommt nicht mehr alles alleine vom Partner Zynga. Die Spielefirma aus San Francisco musste zuletzt mehrere seiner Facebook-Spiele wegen sinkender Spielerzahlen einstellen und Mitarbeiter entlassen. Zyngas Chef-Gamedesigner Brian Reynolds hat laut Nachrichtenagentur Bloomberg gerade die Firma verlassen.

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Die Facebook-Neuerwerbung Instagram ist in den aktuellen Zahlen noch nicht berücksichtigt. Zuckerberg trat aber Gerüchten entgegen, nach dem jüngsten Ärger um eine Veränderung der Nutzungsbestimmungen gehe die Nutzung zurück. In der Neujahrsnacht habe es einen neuen Rekord gegeben. Rund 600 Millionen Fotos wurden an einem Tag hochgeladen. Allerdings gab es im Analystengespräch keine harten Angaben zu Nutzerzahlen oder wie mit dem Fotodienst Geld verdient werden könne.

Die gerade erst in der Testphase eingeführte interne Suche „Graph Search“ bezeichnete Zuckerberg als einen der Pfeiler für das künftige Wachstum. Es sei aber noch zu früh, mehr darüber zu sagen. Ovum-Analyst Zoller gibt Facebook allerdings wenig Zeit: „Der Druck auf die Monetarisierung des Dienstes wird in den kommenden Quartalen schnell wachsen.“

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