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Anleger enttäuscht von Quartalszahlen Twitter-Aktie stürzt ab

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Börsenrummel schiebt Twitters Anzeigengeschäft an

Twitter-CEO Dick Costolo Quelle: AP

Das Paradoxe ist, dass Twitter-Chef Dick Costolo bis auf den schwächelnden Nutzerzuwachs und die schwindenden Timeline Views gute Zahlen beim Umsatz vorlegen konnte. Im Jahresendquartal setzte sein Unternehmen 243 Millionen Dollar um, ein stolzes Plus von 116 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Analysten hatten nur mit 218 Millionen Dollar gerechnet. Zumindest bei den Anzeigeneinnahmen konnte Twitter also vom Börsenrummel profitieren. Der Umsatz pro internationalen Nutzer stieg von 23 Cent auf 34 Cent, in den USA von 2,10 Dollar auf 2,89 Dollar. Dieser kräftige Anstieg kaschierte das spärliche Wachstum bei den Nutzerzahlen. Für das laufende Jahr stellt Costolo einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar in Aussicht. Beobachter erwarten sogar 1,4 Milliarden Dollar.

Doch das ändert nichts daran, dass Twitter immer noch mehr Geld verliert als es einnimmt – im Gegensatz der Konkurrenz von Facebook, Google und Yahoo, mit denen der Kurznachrichtendienst um Werbekunden konkurriert.

2013 waren es 645 Millionen Dollar Verlust bei einem Umsatz von 665 Millionen Dollar, im Jahr davor 79 Millionen Dollar Miese bei einem Umsatz von 316 Millionen Dollar. Die kräftige Steigerung beim Verlust liegt jedoch vornehmlich an den Kosten für Mitarbeiteraktien, die 521 Millionen Dollar ausmachten. Allerdings sind auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich gestiegen. Sie haben sich von 119 Millionen in 2012 auf 594 Millionen Dollar verfünffacht. Und dort wird Costolo wohl nachlegen müssen, um die Nutzerzahlen mittels attraktiverer Funktionen anzukurbeln. „Wir werden ein Twitter entwickeln, das für jedermann verständlich ist“, versprach Costolo im Gespräch mit Analysten.

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Bislang warb Twitter damit, bei den Nutzerzahlen noch kräftig Raum zum Wachsen zu haben. Doch es mehren sich Zweifel, wie attraktiv der Kurznachrichtendienst für die breite Allgemeinheit ist und es nicht doch eher um ein Nischenprodukt handelt.

Stimmt letzteres, würde das die Attraktivität der Plattform für Werbekunden schmälern und Twitter Wachstumsprobleme bereiten. Denn neunzig Prozent des Umsatzes wird mit Werbung erzielt.

Costolo muss also mit neuen Diensten aufwarten. Und gleichzeitig die Werbekunden hofieren. Einer handverlesenen Gruppe von Marketingchefs großer US-Konzerne hatte er jüngst Kommunikationskanäle mit ihren Kunden versprochen, die diese besser managen können.

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