Apple-Entwicklerkonferenz Apple zeigt die neuesten Entwicklungen

Apple hat bei seiner Entwicklerkonferenz WWDC Updates für OS X sowie iOS vorgestellt. Und lanciert eine neue Programmiersprache. Das Protokoll des Abends mit allen Einzelheiten.

Apple hat bei seiner alljährlichen Entwicklerkonferenz, der World Wide Developers Conference (WWDC), Updates für seine Betriebssysteme iOS und OS X vorgestellt. Einige Funktionen, wie die Heimautomation und die Anbindung an Gesundsheitsfunktionen über die App Health wurden bereits im Vorfeld erwartet. Andere Dinge wiederum überraschten die anwesenden Entwickler: Mit Swift hat Apple eine neue Programmiersprache vorgestellt, die im Herbst zusammen mit iOS 8 offiziell an den Start gehen soll. Unser Protokoll der Präsentation.

+++ 20:58 Uhr +++

Zum Abschluss rief Tim Cook alle an den Updates beteiligten anwesenden Apple-Entwickler dazu auf, aufzustehen – eine nette Geste angesichts dessen, dass lediglich ein paar Hauptakteure auf die Bühne durften. Damit schließt Cook schließt die Keynote, die insgesamt fast zwei Stunden dauerte - für Apple eine ungewöhnliche lange Veranstaltung.

Die zehn Erfolgsgeheimnisse des IT-Konzerns
Wie macht Apple das nur? Aktuell ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Der Börsenwert liegt bei mehr als 580 Milliarden Dollar. Und Apple  hat Barreserven in Höhe von  216 Milliarden  Dollar. Zehn Gründe warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent. Quelle: REUTERS
1. Der NetzwerkeffektDie IT-Welt funktioniert nach anderen Regeln als der Rest der Wirtschaft. Eine besondere Rolle spielt der sogenannte Netzwerkeffekt. Beispiel Microsoft: In der Ära des PCs hatte der Konzern ein Quasi-Monopol im Bereich der Desktop-Betriebssysteme und der Office-Software. Der Grund: Sobald MS-DOS und später Windows gegenüber damals konkurrierenden Systemen wie CP/M nur einen hauchdünnen Vorsprung hatte, entwickelten Softwareentwickler vornehmlich für das Microsoft-System, um möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Andererseits wurde die Microsoft-Plattform mit der verfügbaren Software auch für die Kunden immer attraktiver. Die große Verbreitung von Office in der PC-Ära machte auch diese Software zum Quasi-Standard: Wer die Dokumente von Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern lesen und bearbeiten wollte, musste zur Microsoft-Software greifen. Quelle: dpa
1. Der NetzwerkeffektIm mobilen Markt hat Apple die Nase vorn. Zwar werden in absoluten Zahlen im Smartphone-Markt mehr Geräte mit Android-System verkauft – doch Android-Nutzer zeigen im Schnitt deutlich weniger Bereitschaft, Geld für Apps auszugeben. Quelle: AP
2. Zulieferer in vielen LändernApples Zulieferer beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Menschen in 20 Ländern. Apple steht wegen der Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in der Kritik. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das vornehmlich in China produzieren lässt, wurde zum Symbol für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es Apple durch Kontrollen bei Zulieferern gelungen, Verstöße gegen Arbeitszeit-Beschränkungen zu reduzieren. Die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche sei im vergangenen Jahr zu 97 Prozent eingehalten worden, erklärte der Konzern in seinem jährlichen Bericht zur Lage bei den Zulieferern. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Wert von 92 Prozent angegeben. Die durchschnittliche Arbeitszeit für fest angestellte Mitarbeiter bei Zulieferern lag jetzt bei 55 Stunden pro Woche. Quelle: dpa
3. MargeDie Marge pro verkauftem Gerät ist traditionell besonders hoch bei Softwareherstellern: Nachdem ein Software-Produkt entwickelt ist, sind die Kosten pro verkauftem Medium sehr gering, der Verkaufspreis hoch. Apple verkauft zwar auch Software, verdient sein Geld aber hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware. Der Konzern erreicht allerdings auch bei der Hardware Margen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Analysten schätzen die Marge pro verkauftem Gerät zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders groß ist die Marge beim iPhone – und davon hat Apple wiederum besonders viele Geräte verkauft: im Jahr 2015 mehr als 231 Millionen Stück. Quelle: REUTERS
4. Konzentration auf das WesentlicheAuch bei den Produktkategorien herrscht Übersichtlichkeit. Das aktuelle iPhone SE gibt es jeweils mit unterschiedlicher Speicherausstattung – auf verwirrende Produktbezeichnungen mit langen Zahlenreihen und verschiedenen Ausstattungen verzichtet der Konzern komplett. Mit der Konzentration auf das Wesentliche hat Apple auch beim Produktdesign Trends gesetzt: Überflüssiges wird weggelassen. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich. Damit liegt Apple ganz auf der Linie des heimlichen Vorbilds, dem deutschen Braun-Designer Dieter Rams. Quelle: dpa
Apple-Museum Quelle: dpa

+++ 20:55 Uhr +++

Entwickler können bereits ab sofort Einblick in Swift bekommen – ein entsprechendes iBook steht zum Download bereit. Sobald iOS 8 dann offiziell verfügbar wird, können Entwickler ihre in Swift geschriebenen Anwendungen direkt veröffentlichen. Die iOS 8 Beta wurde direkt veröffentlicht, im Herbst soll die offizielle Veröffentlichung folgen. iOS 8 ist laut Apple-CEO Tim Cook das größte Update seit Eröffnung des App Stores.

+++ 20:51 Uhr +++

Huch – Apple stellt eine neue Programmiersprache namens Swift vor. Damit hat wohl niemand gerechnet. Apple gibt an, dass Swift deutlich schneller als das jetzt benutzte Objective-C ist, egal in welchen Bereichen. Die Entwickler im Saal zeigen sich begeistert und geben fleißig Applaus. Swift soll laut Craig Federighi das Programmieren deutlich einfacher machen und basiert auf Cocoa und Cocoa Touch. Die gute Nachricht für Entwickler: Aktueller Code und Swift-Code können nebeneinander verwendet werden. Mit einer Demo wird das gezeigt: Der Code-Editor zeigt direkt an, welche Effekte die Eingaben haben. Laut Apple soll Swift alles können – von der simplen Textanwendung bis hin zu 3D-Spielen. Angesichts der potentiellen Nutzerbasis bei den Entwicklern sollte man davon auch ausgehen können.

+++ 20:43 Uhr +++

Mit iOS 8 zieht Heimautomation in das iPhone ein. In Kürze können Nutzer mit dem HomeKit Türen öffnen und schließen, Licht dimmen oder die Heizung herunterdrehen. In der Präsentation wurden zahlreiche Hersteller gezeigt, deren Hardware sich mit dem HomeKit ansteuern lassen.

Um die Leistung des iOS-Geräts für Spiele besser zu machen, führt Apple „Metal“ ein. Dieses Feature soll es Anwendungen einfacher machen, den Grafikprozessor besser ausnutzen zu können. Eine Handvoll Spielestudios wie CryTek und Epic Games sind bereits in Metal eingeweiht worden. Mit Hilfe von OpenGL laufen Animationen in Spielen noch flüssiger, dies ist in der Präsentation sehr eindrucksvoll zu sehen – iOS wird als Spieleplattform immer ausgefeilter.

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