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Apple-Neuheiten im Überblick Halbwegs neues iPhone, neue Watch, neue Software

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Alles über die Apple Watch Series 2

Apple Watch 2: Schneller, neues Gehäuse und wasserdicht

Das kann es: Die erste Version wird seit April 2015 verkauft und es haben von Anfang an einige Features gefehlt, auf die Apple-Fans gehofft hatten: Einen eigenen GPS-Chip zum Beispiel, damit etwa beim Joggen die genaue Strecke aufgezeichnet werden kann – auch ohne iPhone in der Nähe. Zudem wird das Gehäuse wasserdicht, damit kann die Uhr auch beim Schwimmtraining getragen werden. Dazu wurde auch die Workout-App angepasst, dass der Trainingseffekt und Kalorienverbrauch beim Schwimmen genau berechnet werden. Auf Wunsch gibt es das Gehäuse jetzt auch aus widerstandsfähiger Keramik oder für Sportler in einer Nike-Variante mit einem besonders leichten Alu-Gehäuse.

Das ist gut: Viele der Kunden nutzen die Apple Watch vor allem wegen des Fitness-Trackings, die weiteren Apps sind eher ein Zusatz-Feature. Somit muss sich die Watch primär gegen andere Sportuhren messen lassen. Und das wird jetzt mit dem eigenen GPS-Chip und dem Schwimm-Training deutlich einfacher. Zudem bleibt die erste Generation der Uhr als 100 Dollar günstigeres Einstiegsmodell im Angebot – erhält aber dennoch den neuen Dual-Core-Prozessor.

Das ist schade: Die Apple Watch ist weiterhin auf ein iPhone angewiesen. Einige Experten hatten sich erhofft, dass Apple der Smartwatch eine eigene Sim-Karte mit LTE-Verbindung spendiert. Somit wäre die Uhr vom iPhone emanzipiert. Man hätte auch ohne das Smartphone in Bluetooth-Reichweite Nachrichten, Eilmeldungen und sonstige Push-Meldungen erhalten können.

Was Tim Cook bei Apple bewegt hat
Am 24. August 2011 beugte sich Steve Jobs dem Unausweichlichen. Der todkranke Apple-Mitgründer gab nach jahrelangem Kampf gegen den Krebs schließlich den Posten des Firmenchefs ab. Jobs wechselte noch an die Spitze des Verwaltungsrates und versprach, für das Unternehmen dazu sein – doch es dauerte keine eineinhalb Monate mehr, bis er am 5. Oktober starb. Quelle: AP
Sein Lebenswerk legte er in die Hand von Tim Cook, der ihn schon zuvor bei Krankheits-Abwesenheiten vertrat und als Zuständiger für das operative Geschäft das Unternehmen in- und auswendig kannte. Die Planke hätte für den damals 50-Jährigen Cook kaum höher liegen können. Jobs hatte mit einer Erfolgsserie aus iMac, iPod, iPhone und iPad ganze Branchen umgepflügt und unter anderem den Smartphone-Boom in Gang gebracht. Viele Marktbeobachter stellten in Frage, dass Cook, der vor allem als Optimierer von Apples Produktionskette bekannt war, diesem Erbe gewachsen ist. Lesen Sie hier die Analyse zu den aktuellen Problemen des Konzerns. Quelle: dpa
Fünf Jahre später sitzt Apple auf einem Geldberg von gut 230 Milliarden Dollar und hat gerade das milliardste iPhone verkauft. Zwischendurch fuhr der Konzern im vergangenen Weihnachtsgeschäft mit 18,4 Milliarden Dollar den höchsten Quartalsgewinn der Geschichte ein. Zugleich wurde das iPhone zum wichtigsten Apple-Produkt und brachte zeitweise mehr als zwei Drittel des Konzerngeschäfts ein. Und als in diesem Jahr die Anziehungskraft der iPhones nachließ, bedeutete das auch einen spürbaren Rückgang für das gesamte Apple-Geschäft. Quelle: dpa
Cook gab sich in einem jüngsten Interview mit der „Washington Post“ trotzig: „Ja, für uns geht es dieses Jahr etwas runter. Es geht nicht jedes Jahr nach oben, wissen Sie.“ Auch wenn das weltweite Smartphone-Geschäft derzeit schwächele, sei es auf lange Sicht „der beste Markt der Welt“, weil schließlich jeder eins haben werde. Quelle: dpa
In Cooks Amtszeit stieß Apple bisher in eine neue Produktkategorie vor. Die im April 2015 gestartete Apple Watch eroberte zwar aus dem Stand die Marktführung bei Computer-Uhren. Doch Verbraucher zögern noch. Der Konzern veröffentlicht immer noch keine Zahlen, aber nach Einschätzung von Marktforschern verkaufte Apple im Start-Quartal noch 3,6 Millionen seiner Uhren, inzwischen sollen es um die eineinhalb Millionen pro Vierteljahr sein. Auch das wäre noch ein gutes Geschäft – aber nicht unbedingt die steile Erfolgskurve, die viele von Apple bei einem neuen Produkt erwarten. Quelle: dpa
Cook stellt weiterhin mehr in Aussicht. „Wir haben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hochgefahren, weil wir massiv in die Zukunft investieren – sowohl in heutige Produktlinien als auch in Dinge, die heute noch nicht sichtbar sind, unter anderem im Diensteangebot.“ Die Tech-Welt hat sich in den fünf Jahren massiv verändert. Heute spielen künstliche Intelligenz und selbstlernende Maschinen eine zentrale Rolle. Und nicht nur Google arbeitet daran, sie in den Alltag zu bringen, sondern auch Facebook und Amazon: Eines der erfolgreichsten Produkte des weltgrößten Online-Händlers in den USA ist der vernetzte Lautsprecher Echo, mit dem sich Nutzer unterhalten können. Virtuelle Realität steht vor dem Sprung in den Massenmarkt, und die gesamte Autobranche wird von der Digitalisierung umgekrempelt. Quelle: AP
Cooks Job ist es, den Platz von Apple in dieser neuen Welt zu sichern. Er kaufte in der bisher größten Übernahme des Konzerns für drei Milliarden Dollar den Kopfhörer-Anbieter Beats, um schneller ins Geschäft mit Musik-Streaming aus dem Netz zu kommen. Er betont die Anstrengungen des Konzerns bei künstlicher Intelligenz, angefangen mit der Sprachassistentin Siri. Er investierte eine Milliarde Dollar in den chinesischen Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing – und seit über einem Jahr gibt es Berichte, Apple baue ein Auto. Quelle: dpa

Dann kommt es: Bestellt werden kann ab dem 9. September, ausgeliefert wird ab dem 16. September, also eine Woche später.

watchOS 3: „Eine ganz neue Uhr“

Das kann es: Auch die Besitzer einer Apple Watch der ersten Generation bekommen neue Funktionen. Apple verspricht sogar, dass es sich „wie eine ganz neue Uhr“ anfühlen wird. Damit sind natürlich nicht nur neu designte Ziffernblätter gemeint: Die Apps starten schneller und sollen sich direkt, wenn verfügbar, mit aktuellen Informationen öffnen.

Das sind die größten Meilensteine des IT-Giganten
Steve Jobs (rechts) und Steve Wozniak Quelle: dpa
Apple II Quelle: AP
Jobs Quelle: AP
1982 - 19841982 holt Jobs den deutschen Designer Hartmut Esslinger und sein Team nach Kalifornien, um das Aussehen der Apple Computer neu zu definieren. Der Apple Macintosh von 1984 ist seitdem ein Stück Designgeschichte. Quelle: dpa
1985Krise bei Apple. Jobs sucht den Machtkampf mit CEO John Sculley, der in Jobs Rauswurf endet. Quelle: dpa
1991: der erste LaptopApple bringt seinen ersten erfolgreichen Laptop auf den Markt, das PowerBook 100. Quelle: AP
PDA Apple Newton Quelle: dpa

Zudem wurden die Workout-App sowie die Nachrichten (analog zu iOS 10) aufgefrischt. Neu ist auch, dass die Aktivitätsdaten mit Freunden oder Familienmitgliedern geteilt werden können – nur um die Motivation zu erhöhen, versteht sich.

Nettes Zusatz-Feature: Erkennt die Uhr den eigenen Mac-Rechner in der Nähe, loggt es den Nutzer automatisch ein. Sprich: Das Entsperren per Passwort fällt weg, die Präsenz der Uhr reicht aus.

Das ist gut: Wenn die Apps schneller starten, wäre das ein großer Fortschritt. Es bleibt aber abzuwarten, wie gut das auch auf der älteren Hardware der ersten Apple Watch funktioniert oder ob nur das neue Modell die Vorteile voll ausnutzen kann. Erfreulich ist aber auch, dass einige der Neuheiten vom Nutzer her gedacht sind, etwa die aktuellen Infos beim App-Start – sofern die Funktion auch bald von vielen Apps unterstützt wird und nicht als netter Vorführeffekt wieder verschwindet.

Das ist schade: Von den Gesundheits-Funktionen, die vor dem Start der ersten Apple Watch gepriesen wurden, ist nichts mehr zu hören. WatchOS 3 verbessert das Fitness-Tracking, aber von einer Blutdruck-Messung oder der Verbindung zu Ärzten oder anderen Gesundheitseinrichtungen taucht in dem neuen Betriebssystem nichts mehr auf. Ob sich Apple wegen der mangelnden Verkaufszahlen mit weiteren Investitionen zurückhält, kann nur gemutmaßt werden. Vielleicht überrascht der Konzern bald auch wieder mit einem "One more thing".

Dann kommt es: Zusammen mit iOS 10 wird das neue Smartwatch-System ab dem 13. September zum Download bereit stehen.

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