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Apple zögert, Netflix investiert Die riskante Milliarden-Wette auf das Streaming-Geschäft

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Das Ringen um teure Blockbuster

Für Netflix war das trotz des hohen Preises anfangs ein attraktiver Deal: In den ersten beiden Jahren bekamen Netflix-Kunden Kinofilme wie „Die Tribute von Panem“ oder „World War Z“ im Streaming-TV exklusiv zu sehen. Das trug zum Abo-Wachstum bei. Doch 2012 verlor Netflix das Alleinstellungsmerkmal, als Epix dieselben Rechte auch an Amazon verkaufte. Amazon hat den Vertrag im Februar verlängert, nun steigt auch der Netflix-Konkurrent Hulu ein und darf künftig Epix-Produktionen zeigen.

Dass damit die Rechte für Netflix deutlich an Attraktivität verloren haben, erklärte kurz nach Bekanntwerden des Deals Inhalte-Chef Ted Sarandos. Netflix, sagt Sarandos, habe seine Strategie geändert und setze künftig in erster Linie auf exklusive Inhalte sowohl bei Serien wie „House of Cards“, „Orange ist the new black“ oder „Sense8“ als auch bei längeren Streifen.

Noch in diesem Jahr sollen Filme von Regisseurin Sofia Coppola und Adam Sandler bei Netflix starten, und den Hochkaräter „War Machine“ mit Superstar Brad Pitt hat das Unternehmen ebenfalls in der Pipeline für 2016. Außerdem soll im kommenden Jahr eine Reihe von Disney-Produktionen ausschließlich bei Netflix zu sehen sein.

Strategieschwenk bei Netflix

Das erfordert zumindest von jenen Kunden in den USA ein Umdenken, die dem Unternehmen seit den Anfangstagen die Treuer halten. Denn ursprünglich war Netflix als DVD-Versender gestartet, der seinen Nutzern so ziemlich attraktiven Streifen ins Haus schickte. Vom Anspruch, allen alles servieren zu können, hat sich das Unternehmen im Streaming-Business jetzt verabschiedet.

Wie die neuen Streamingdienste die Unterhaltungswelt verändern

Einen großen Teil der neuen Stoffe lässt Sarandos stattdessen teuer selbst produzieren: 2016 rechnet er damit, dass sich die Kosten für Netflix-eigene Inhalte auf fünf Milliarden Dollar summieren werden. Experten schätzen, dass Netflix bis 2020 mindestens acht Milliarden Dollar in eigene Stoffe stecken wird.

Was klingt wie eine riskante Wette, kann sich aber dennoch auszahlen. Zum einen steigen die Abonnentenzahlen derzeit sichtbar weiter an. Mit jedem weiteren Kunden sinken – pro Kopf gerechnet – die Ausgaben und es steigen die Chancen auf eine Refinanzierung. Hinzu kommt jedoch vor allem, dass Netflix tatsächlich nur über eigene Inhalte die Chance hat, sich vom wachsenden Wettbewerb zu differenzieren. „Was bringt es Netflix, wenn sie horrende Preise zahlen für Filmpakete, die sich kaum vom Wettbewerb unterscheiden“, sagt Medienexperte Goldhammer, „das macht sie nur austauschbar, während eigene Inhalte für eine Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb sorgen und den Vorteil haben, bis ans Ende aller Tage ausgestrahlt und auch sublizensiert werden zu können.“

In Arbeit
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Netflix-Boss Hastings hat daher auf Dauer-Optimismus geschaltet und strahlt reichlich Zuversicht aus. Das zeigt sich auch an Netflix‘ jüngstem Zug: Das Medienunternehmen wird wohl 2017 symbolträchtig und Wege-verkürzend seine bisherigen Außenbüros in Beverly Hills auflösen und nach Hollywood ziehen. Im Icon-Gebäude, einem Projekt, das gerade im Entstehen ist, mietet sich Netflix groß ein – in Sichtweite des legendären, 137 Meter langen Hollywood-Schriftzuges auf den Hollywood-Hills.

Das 14-stöckige Gebäude am Sunset Boulevard wächst gerade auf dem Gelände der Sunset Bronson Studios heran – geschichtsträchtiger Boden, denn hier befanden sich in den 20er Jahren die Warner Bros. Studios, wo 1927 mit „The Jazz Singer“ der erste vertonte Spielfilm gedreht wurde. Die Botschaft, die hinter der Wahl des Standorts steckt, ist offensichtlich: Netflix zeigt Muskeln und sieht sich als wesentlichen Mitspieler im Entertainment- und Film-Geschäft.

Darum siedelt sich der Konzern in dessen Zentrum an – und setzt so seine Duftmarke, bevor Apple in die Puschen kommt.

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