Auf zwei Bildschirmen Wie sich Second Screens bei der Werbung auszahlen

Bei der sechsten Staffel der TV-Serie „Mad Men“ sagten viele Fernseherzuschauer nebenher im Netz ihre Meinung. Die Verknüpfung von TV und Internet kann sich auch für Werbetreibende lohnen.

Don Draper und Megan Draper (dargestellt von Jon Hamm und Jessica Pare) in der neuen Staffel der US-Serie

Die Fernsehserie „Mad Men“ über die Werbeindustrie in den 1960er-Jahren ist am Sonntagabend in den USA in die sechste Staffel gestartet und das Netz kannte kein Halten. Der Hauptcharakter der vielfach ausgezeichneten Serie, Don Draper, fesselt die Zuschauer trotz zahlreicher persönlicher Schwächen. Für den Fernsehsender AMC bleibt die Serie ein ungekannter Erfolg.

In den Stunden um die Ausstrahlung gingen die allein über den Kurznachrichtendienst Twitter versendeten Meldungen mit Begriffen wie „AMC“ oder „Mad Men“ in die Hunderttausende. Ganz ähnlich verhält sich es, wenn in Deutschland die Krimiserie Tatort läuft oder eine Folge von „Wetten, dass..?“

Verkaufstrend Multi-Channel

Der klassischen Fernsehabend ist Geschichte: Couch, TV, Chips und ein Kaltgetränk nach Wahl reichen heute nicht mehr aus. Der TV-Konsum wird in aller Regel von weiteren Geräten ergänzt – von Laptop, Smartphone oder Tablet. Verschiedene Bildschirme zur selben Zeit, das ist die Realität, die neue Chancen für den Handel bietet. Mit cleveren Verknüpfungen der Inhalte auf den parallel genutzten Bildschirmen könnten neue Umsatzkanäle erschlossen werden.

Umsatzzahlen steigen während der entsprechenden Werbespots

Die Ideen sind vielfältig, in der Realität aber sieht die Nutzung der sogenannten Second Screen bescheiden aus. „Es wird seit Jahren davon geredet, aber die Umsätze sind noch sehr homöopathisch“, sagt Achim Himmelreich, Partner bei Mücke Sturm Consulting. Dabei ist nachgewiesen, dass viele Nutzer mit dem zweiten Bildschirm Inhalte verfolgen und vertiefen, die im Fernsehen laufen.

Auf den Zusammenhang hingewiesen hat ein Blogger im vergangenen November anhand von häufig aufgerufenen Wikipedia-Beiträgen zur Prime-Time. Mit der richtigen Werbung gelingt Ähnliches auch Unternehmen: Wenn der Online-Versandhändler Zalando einen TV-Spot ausstrahlt, verdreifachen sich die Nutzerzahlen, die via Smartphone und Tablet auf die Internetseite kommen, berichtete Christian Meermann, Chief Marketing Officer bei Zalando, im vergangenen November.

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