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Aufsichtsratswahl bei SAP Wenn ein Kindergarten zum Politikum wird

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Langjähriger Konflikt bricht wieder auf

Rivalin Kuntz-Mayr bestreitet einen Interessenkonflikt: „Ich habe nie persönlich Geld oder Zuwendungen anderer Art für mein ehrenamtliches Engagement als Geschäftsführerin von family & kids @ work erhalten.“ Und zur umstrittenen Betriebsvereinbarung über die Erfolgsbeteiligung sagt sie: „Ich gehörte dem Verhandlungsteam nicht an; die Vereinbarung hat eine Betriebsratsmehrheit beschlossen.“

Mit dem Streit um die Nähe einzelner Betriebsräte zum Arbeitgeber bricht ein seit Jahren schwelender Konflikt über die Ausrichtung der Arbeitnehmervertretung bei SAP neu auf. Den Konzerngründern um Hopp und Plattner war es über Jahre gelungen, mit großzügigen Leistungen in der Softwareschmiede als einzigem Konzern einen echten Betriebsrat zu verhindern. Bis die IG Metall 2006 das im Betriebsverfassungsgesetz fixierte Gremium in Walldorf erzwang, hatte die Belegschaftsvertretung bei SAP nur aus den Arbeitnehmern bestanden, die das Aktienrecht für den Aufsichtsrat in Konzernen mit mehr als 2000 Mitarbeitern vorschreibt.

Vor diesem Hintergrund wird nun das Wirken der beiden Betriebsrätinnen Kuntz-Mayr und Boulay zum großen Aufsichtsratswahlkampfthema bei SAP. Denn ohne Geld direkt oder indirekt aus dem Konzern hätte deren Firma family & kids @ Work 2010 nie die zwei Kindergärten errichten können.

Gelder flossen zu einem auffälligen Zeitpunkt

So überließ SAP für das „Haus der kleinen Füße“ am Standort St. Leon-Rot das 6000 Quadratmeter große Grundstück zur kostenlosen Nutzung, die Dietmar-Hopp-Stiftung spendete 2011 eine Summe von 100.000 Euro. Für den im Jahr 2012 errichteten Kindergarten „Haus der kleinen Hände“ am Konzernsitz Walldorf fungierte die Stiftung von Hopp als Bauherr und übernahm Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro. Hinzu kamen weitere 2,9 Millionen Euro, mit denen SAP family & kids @ work laut Geschäftsbericht in den Jahren 2011 und 2012 unterstützte. Im Jahr 2013 zahlte SAP weitere 809.000 Euro. „Meine Stiftung engagiert sich seit vielen Jahren für soziale Projekte und die Förderung der Jugend“, sagt Hopp zu seinem Engagement.

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    Zum Zankapfel wird das Thema bei den Aufsichtsratswahlen, weil die Millionen an die Firma der Vizevorsitzenden in einer heiklen Phase flossen: nämlich im Umfeld der Verhandlungen des Managements mit dem Betriebsrat über eine Umstellung der Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter in den Jahren 2012 und 2013. Am Ende stimmte der Betriebsrat mehrheitlich zu, dass SAP-Mitarbeiter ab Anfang 2013 schlechter gestellt wurden. Während ein Mitarbeiter vorher im Schnitt einen Bonus in Höhe von 165 Prozent eines Monatsgehalts erhielt, muss er sich heute mit 100 bis 120 Prozent eines Monatsgehalts zufriedengeben.

    „Schlechter hätte es für uns Mitarbeiter nicht laufen können“, wettert Wegner in seiner Mail an die Mitarbeiter. Einer internen Quelle zufolge spart SAP durch die Absenkung geschätzt 66 Millionen Euro pro Jahr. „Das ist reine Spekulation. Die Änderung sichert die Mitarbeiter ab, wenn das Unternehmen seine Ziele nicht erreicht“, kommentiert SAP und erklärt zum möglichen Interessenkonflikt von Kuntz-Mayr, diese habe nie persönlich Geld oder Zuwendungen anderer Art erhalten.

    IT



    Damit drohen SAP bis zum Ende der Aufsichtsratswahlen am 4. Februar unruhige Zeiten. „In der SAP läuft ein schmutziger Wahlkampf“, schreibt eine SAP-Mitarbeiterin unter dem Decknamen Roxana in einer E-Mail an die WirtschaftsWoche. Hier würden zwei Kandidaten aus dem Betriebsrat „die derzeitige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christiane Kuntz-Mayr durch eine systematische Diskreditierungskampagne versuchen, in der Belegschaft schlecht zu machen“.

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