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Ballmer-Nachfolge Wer macht das Rennen beim Kampf um den Microsoft-Chefsessel?

Ford-CEO Alan Mulally, Ex-Nokia-Chef Stephen Elop oder der einstige Sype-Chef Tony Bates: Was für und gegen die wichtigsten Kandidaten spricht.

Wer wird nach Steve Ballmer auf Microsofts Chefsessel platz nehmen? Laut Insidern sollen drei Kandidaten zu den aussichtsreichsten Bewerbern zählen. Quelle: dpa

Aus angeblich mit der Sache vertrauten Kreisen sind in den USA mehrere Kandidaten für die Nachfolge von Microsoft-Boss Steve Ballmer durchgesickert. Zu den aussichtsreichsten Bewerbern sollen demnach unter anderem der Ford-Chef Alan Mulally, der frühere Nokia-CEO Stephen Elop sowie der einstige Skype-Chef Tony Bates zählen.

Wirklich überraschend sind alle drei Namen nicht. So wird etwa Mulally bereits seit Monaten als heißer Kandidat für den Microsoft-Chefsessel gehandelt. Für ihn spricht seine Erfahrung bei der Sanierung von Ford: Mulally hat den Automobilkonzern seit seinem Amtsantritt 2006 erfolgreich umgebaut und als einzigen der großen US-Riesen ohne staatliche Hilfe durch die schwere Krise nach 2008 gesteuert.

Wer übernimmt nach Steve Ballmer?
Hans VestbergMicrosoft zog Mitte Januar den Konzernchef des schwedischen Netzwerkausrüsters Ericsson als neuen CEO in Betracht. Der hat dem Software-Unternehmen allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er sei seinem Unternehmen verpflichtet und werde deshalb nicht als Nachfolger von Steve Ballmer als Microsoft-Chef zur Verfügung stehen. Weder Ericsson noch Microsoft wollten die Personalie kommentieren. Damit sind bei Microsoft noch folgende Kandidaten im Rennen... Quelle: AP/dpa
Stephen ElopNur wenige Tage nach der Rücktrittsankündigung von Microsoft-Chef Steve Ballmer machen die britischen Buchmacher das Rätselraten um dessen Nachfolge zu ihrem Geschäft. Der größte Wettanbieter des Landes, Ladbrokes, startete das Rennen. Bisher führt Nokia-Chef Stephen Elop mit einer Wahrscheinlichkeit von 5/1 die Kandidatenliste an. Der 49-jährige Elop kennt sich bei dem weltgrößten Softwarekonzern aus. Bevor er zu dem finnischen Handykonzern kam, leitete der Kanadier bei Microsoft die Geschäftskunden-Sparte. Zählbaren Erfolg kann er allerdings nicht vorweisen. Der einstige Branchenprimus Nokia kämpft unter seiner Führung mit dem Überleben. Der Marktanteil ist auf drei Prozent geschrumpft, während Samsung und Apple das Smartphone-Geschäft fast unter sich ausmachen. Quelle: REUTERS
Kevin Turner Neben Elop sind noch andere bekannte Manager im Spiel. Der interne Kandidat von Microsoft, der bisher fürs operative Geschäft zuständige Kevin Turner, liegt bei Ladbrokes bisher an zweiter Stelle. Turner ist seit 2005 bei Microsoft. Quelle: REUTERS
Steven Sinofsky Den dritten Platz nimmt bisher der frühere Microsoft-Manager Steve Sinofsky ein, der die Firma im November verlassen hat. Auf ihn folgt die erste Frau: Julie Larson-Green, die bei Microsoft das Geräte-Geschäft verantwortet. Quelle: AP
Bill GatesMicrosofts Mitbegründer und Aufsichtsratschef Bill Gates wäre für viele ein Wunschkandidat an der Spitze. Er bringt die nötige Visionskraft mit, kennt die Dynamiken am Markt und brächte vor allem Ruhe in den Konzern. Die Wahrscheinlichkeit, dass er das Amt wieder übernimmt ist jedoch sehr gering. Gates hatte sich bewusst aus dem operativen Geschäft bei Microsoft zurückgezogen, um sich verstärkt der Arbeit der Bill und Melinda Gates Stiftung zu widmen. Dieser Arbeit wird er kaum den Rücken kehren. Quelle: REUTERS
Reed Hastings Der Chef der extrem erfolgreichen Online-Videothek Netflix kennt das mobile Geschäft - und Microsoft. 2007 trat er dem Vorstand des Unternehmens bei. Damals sagte er: "Es gibt nur wenige Unternehmen, die einen so großen Einfluss auf das Leben von Millionen Menschen haben, wie Microsoft. Ich freue mich darauf an der Neuausrichtung des Konzerns mitzuwirken." Auch Gates und Ballmer zollte er damals seinen Respekt und bekannte öffentlich: "Es ist enorm motivierend für ein bis zwei Tage im Jahr mit Bill Gates und Steve Ballmer in einem Raum zu sein. Es hilft mir zu verstehen, wie und warum Microsoft seit über 30 Jahren so erfolgreich ist." Allerdings scheint es, als habe Hastings vorerst genug von Microsoft gelernt. Ende November 2012 verließ er den Aufsichtsrat. Seit Juni 2011 bis heute sitzt er zudem dem Facebook-Vorstand vor. Ein Wechsel an die Konzernspitze von Microsoft scheint aber nicht ausgeschlossen. Quelle: dapd
Vic GundotraAls Rückkehrer könnte Googles Vize-Chef Vic Gundotra gefeiert werden. Derzeit ist er für die Social-Network-Sparte beim Suchmaschinen-Anbieter verantwortlich. Vorher betreute Gundotra allerdings die Software-Entwicklung bei Microsoft und warb vor allem junge Talente an. Experten glauben, er könne den nötigen frischen Wind in das Unternehmen bringen und dabei viel Microsofterfahrung mitbringen. Quelle: AP

Derlei Erfahrung könnte ihm bei Microsoft von Nutzen sein: Der Redmonder Softwarekonzern steht ebenfalls vor einer Umstrukturierung, weil er im wichtigen Mobilmarkt rund um Smartphones und Tablets den Anschluss an die Rivalen Apple und Google verloren hat. Gegen Mulally spricht freilich sein Alter – er wurde im August 68 – sowie seine fehlende Erfahrung in der IT-Branche.

Mit letzterem könnte dagegen der Ex-Nokianer Elop wuchern. Mehr noch: Er kennt Microsoft aus dem Effeff. Schließlich leitete er vor seinem Wechsel an die Spitze des finnischen Handy-Herstellers Ende 2010 die wichtige Office-Sparte bei den Redmondern. Schon damals deutete sich an, dass Elop Nokia früher oder später in die Hände von Microsoft führen könnte, wie die „WirtschaftsWoche“ bereits im September 2010 analysiert hat. Seit der Ankündigung der Übernahme Anfang September hat Elop diese Mission erfüllt, zumindest aus der Sicht von Microsoft.

Steve Ballmers Karriere

Kein Wunder also, dass der 49-jährige Kanadier aktuell als aussichtsreichster Bewerber für die Ballmer-Nachfolge gilt. Allerdings ist sein Microsoft-Stallgeruch gleichzeitig auch sein größtes Manko: Um den Redmonder Riesen neu aufzustellen, muss der neue CEO einige unpopuläre Maßnahmen treffen. Das dürfte einem externen Kandidaten deutlich leichter fallen.

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Das wiederum könnte die Chancen für den Ex-Skype-Chef Tony Bates erhöhen. Zwar arbeitet der 46-Jährige seit dem Kauf des Internet-Telefondienstes im Mai 2011 für Microsoft, aktuell verantwortlich für den Bereich Business Development. Daher kennt Bates die Problembereiche des Konzerns inzwischen gut genug, dürfte aber noch nicht so tief verwurzelt sein, dass er vor radikalen Schritten zurückschreckt.

Bates hat im Gegensatz zu Mulally und Elop freilich keine Führungserfahrung in Großkonzernen – bei einem Tanker wie Microsoft mit knapp 100.000 Mitarbeitern ja kein ganz unwichtiger Bestandteil im Bewerberprofil. So oder so dürfte eine Entscheidung erst 2014 fallen – laut den jetzt zitierten Unternehmenskreisen könnte sich die Kandidatensuche noch einige Monate hinziehen.

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