Bildungsinitiative Apple bringt „Jeder kann programmieren“ nach Europa

Der Technologiesektor wächst auch in Europa so stark, dass der Branche die Fachleute fehlen, die programmieren können. Deshalb fördert Apple Programmierkurse an Schulen und Universitäten – nun auch in Deutschland..

Apple bringt „Jeder kann programmieren“ nach Europa Quelle: AP

HarlowApple dehnt seine Bildungsinitiative „Jeder kann programmieren“ auf 16 Länder in Europa aus. An 70 Schulen, Hochschulen und Universitäten in Europa soll ein von Apple entwickelter Lehrplan eingeführt werden, die Studierende in die Lage versetzen soll, mobile Apps zu schreiben, kündigte Apple-Chef Tim Cook am Freitag in Harlow im Südosten Englands an. Damit wolle man die Studenten mit den nötigen Fähigkeiten ausstatten, damit sie in der boomenden App-Economy Karriere machen könnten.

„Wir glauben, dass jeder Mensch lernen sollte, wie man programmiert“, sagte Apple-Chef Tim Cook der Deutschen Presse-Agentur. „Egal, ob Du ein Mode-Designer bist oder ein Arbeiter in der Fabrik oder als Ingenieur oder Lehrer arbeitest: Programmieren wird immer wichtiger für Dich. Software berührt alle Ebenen.“

An dem Programm beteiligen sich Bildungseinrichtungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Schweden, Dänemark, Norwegen, Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Irland, Luxemburg, Polen und Portugal. In Deutschland sind Schulen und Universitäten in Karlsruhe, Düsseldorf, Gehrden, Kall-Steinfeld, München, Potsdam und Aachen mit dabei.

Cook trat Befürchtungen entgegen, die Kurse seien zu dicht an den kommerziellen Interessen an Apple ausgerichtet. „Wir haben die Initiative von Anfang an gemeinsam mit Lehrern entwickelt und nicht nur zum Schluss ein Feedback abgefragt.“ Teil des Konzeptes sei auch, dass Dozenten und Lehrer das Curriculum an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen könnten. „Wir übernehmen eher die Rolle eines Moderators. Die wichtigsten Beteiligten sind die Lehrkräfte und die Studierenden. Unser Curriculum soll ihnen helfen und keine Einschätzungen des Lehrers ersetzen.“

Die Programmiersprache Swift wurde 2014 von Apple vorgestellt und steht seit 2015 unter einer Open Source Lizenz, die eine freie Nutzung von Swift auch für kommerzielle Projekte ermöglicht. Populäre Apps wie Airbnb, Kayak, Tripadvisor, Venmo und Yelp wurden nach Angaben von Apple mit Swift entwickelt. Swift-Erfinder Chris Lattner arbeitet unterdessen bei Google und treibt bei dem Internetriesen Entwicklungen rund um Swift voran.

An dem Programm beteiligt sich auch die Technische Universität München. Der Lehrstuhl für Angewandte Softwaretechnik konzentriert sich laut Apple darauf, seinen Studenten mit Swift und anderen Tools praxisnahes Software-Engineering und unternehmerisches Wirtschaftswissen zu vermitteln. Hierbei werde mit regionalen Unternehmen wie BMW und Siemens zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass das Lernen für den heutigen Arbeitsalltag relevant ist.

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