Blizzard-Übernahme Mega-Deal in der Gaming-Branche

Activision Blizzard kauft den Publisher von Candy Crush Saga - der größte Deal des Jahres in der boomenden Games-Industrie. Damit wird die Spieleschmiede Blizzard zum größten Herausgeber von mobilen Spielen.

Eine Jugendliche spielt auf ihrem Smartphone

Activision Blizzard, einer der größten Hersteller von Videospiel-Blockbustern wie WarCraft, StarCraft, Diablo oder Call of Duty, ist nun auch der größte Publisher für mobile Games. Fast 6 Milliarden Euro hat das Entwicklerstudio aus Kalifornien für das britische Unternehmen King Digital Entertainment gezahlt.

King Digital ist vor allem für seine Candy Crush Saga bekannt, ein Puzzle-Videospiel bei dem der Spieler bunte Steinchen in die richtige Reihenfolge bringen muss. Bei Facebook und als App ist das Spiel ein Hit, schon 2014 knackte Candy Crush Saga die Grenze von 50 Millionen Nutzern pro Monat.

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Der Mega-Deal ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass die Gaming-Industrie derzeit einen enormen Boom erlebt. Schon vergangenes Jahr reihte sich eine Schlagzeile an die nächste: Im März 2014 übernimmt Facebook das Virtual Reality Projekt „Oculus VR“ für 2 Milliarden Dollar. Im August schnappt sich Amazon die Streamingplattform Twitch für 970 Millionen Dollar – und lässt mit dem Gebot sogar Mitbewerber Google hinter sich. Im September 2014 legt Microsoft 2,5 Milliarden Dollar für den Minecraft-Entwickler Mojang hin.

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Activision Blizzard sorgte selbst für einen der größten Deals in der Geschichte der Gaming-Branche. Schon 2008 fusionierte das Unternehmen aus Activision und Blizzard – ein Geschäft, dass von Experten auf fast 19 Milliarden Dollar geschätzt wurde. Dass Activision Blizzard sich nun neben dem PC- und Konsolenmarkt noch den Mobile Games zuwendet, ist naheliegend. Gaming auf Smartphone und Tablet liegen voll im Trend.

Den Markt teilen sich die drei Plattformen zu jeweils gut einem Drittel auf, wobei PCs weiterhin an der Spitze stehen (37 Prozent), gefolgt von Mobile (33 Prozent) und zuletzt den Konsolen (28 Prozent).

Free-to-Play auf dem Vormarsch

„Mit den kombinierten Umsätzen und Gewinnen festigen wir unsere Position als größtes und profitabelstes Einzelunternehmen in der interaktiven Unterhaltungsindustrie,“ erklärt Activision Blizzard Firmenchef Bobby Kotick den Deal. Damit erweitert Activision Blizzard auch das eigene Geschäftsmodell. Ihre Spiele-Blockbuster verkauft die Firma nämlich bisher nach dem Prinzip: Einmal zahlen und dann spielen. Activision Blizzards neuster Titel Call of Duty Black Ops 3 kostet für den PC beispielsweise rund 60 Euro. Der Käufer erhält ein vollwertiges, in sich abgeschlossenes Spiel.

Die größten Softwarehersteller der Welt
Platz 10: Salesforce.comCEO Marc R. Benioff schafft es mit Salesforce gerade eben in die Top Ten der umsatzstärksten Softwareunternehmen. Die Firma setzte 2013 3,8 Milliarden Dollar mit Software um. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 33,3 Prozent und macht das Unternehmen zum wachstumsstärksten innerhalb der Top Ten - damit ging es um zwei Plätze nach oben. Salesforce.com bezeichnet sich selbst als Pionier für Cloud Computing im Bereich Geschäftsanwendungen und wirbt damit, dass Unternehmen so die Kosten etwa für Hardware und IT-Management reduzieren können. Salesforce.com wurde 1999 aus der Wiege gehoben und sitzt in München, Düsseldorf und Darmstadt. Datenquelle: Erhebung der Umsatzzahlen von Gartner Quelle: REUTERS
Platz 9: CA TechnologiesEinen Platz abwärts ging es für CA Technologies. Mit 4,2 Milliarden Dollar Umsatz mit Software-Verkäufen 2013 liegt die Wachstumsrate bei -2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen bietet IT-Management-Software und -Lösungen an. Rund 14.000 Mitarbeiter sind bei CA angestellt, davon 5300 Entwickler. Gegründet wurde CA 1976 und hat heute 150 Niederlassungen in mehr als 45 Ländern. Neben Unternehmen zählt CA Technologies auch Behörden und Bildungseinrichtungen zu seinen Kunden. Quelle: Gemeinfrei
Platz 8: VMwareMit einer Wachstumsrate von 14,1 Prozent im Vergleich zu 2012 ging es für VMware um einen Rang nach oben. 2013 machte die Firma 4,8 Milliarden Dollar Umsatz mit Software. Im Bild: Der Vorstandsvorsitzende Pat Gelsinger, der 2012 zum Unternehmen stieß. VMware ist ein amerikanisches Unternehmen, das Software im Bereich der Virtualisierung entwickelt. Gegründet wurde es 1998, heute arbeiten rund 13.000 Menschen bei VMware. Die Firma mit Sitz in Palo Alto ist international aktiv. Das bekannteste Produkt ist VMware Workstation, das mehrere parallel laufende Betriebssysteme (Windows, Linux und andere) auf einem Rechner ermöglicht. Quelle: dpa
Platz 7: Hewlett-PackardKonstant auf Rang sieben kann sich HP halten. Mit 4,9 Milliarden Dollar Software-Umsatz sank die Wachstumsrate leicht um -2,7 Prozent. Der 1939 gegründete und weltweit tätige Konzern beschäftigt rund 317.500 Mitarbeiter und sitzt in Palo Alto. Es ist eines der größten US-Technologieunternehmen und war einst das erste seiner Art im Silicon Valley. Die Produktpalette reicht von Softwarelösungen über Server bis zu Notebooks. Quelle: AP
Platz 6: EMCEbenfalls auf dem gleichen Platz wie im Vorjahr bleibt EMC. Das Unternehmen legte eine Wachstumsrate von 4,9 Prozent im Vergleich zu 2012 hin und kam 2013 auf einen Umsatz von 5,6 Milliarden Dollar mit Software-Verkäufen. Der IT-Konzern setzt auf Cloud Computing und unterstützt nach eigenen Angaben andere Firmen dabei, ihre Informationen zu speichern, zu managen, zu schützen und zu analysieren. EMC ist in mehr als 100 Ländern und quer durch alle Branchen aktiv. Weltweit beschäftigt EMC etwa 60.000 Mitarbeiter und hat 400 Vertriebsniederlassungen. Quelle: AP
Platz 5: SymantecStabiler Software-Umsatz auch beim fünftplatzierten Symantec. Wie im Vorjahr machte das US-Unternehmen 6,4 Milliarden Dollar. Im Bild: Symantec-CEO Steve Bennett. Die Firma wurde 1982 gegründet und sitzt in Mountain View in der Nähe des Silicon Valley. Nach eigenen Angaben betreibt Symantec Niederlassungen in 40 Ländern und beschäftigt rund 18.500 Mitarbeiter. Das bekannteste Produkt der Firma ist wohl das Anti-Viren-Programm Norton AntiVirus. Quelle: REUTERS
Platz 4: SAPDas deutsche Unternehmen steht wie 2012 auf Rang vier, verzeichnete aber eine Wachstumsrate von 9,5 Prozent. 18,5 Milliarden Dollar Umsatz machte der Konzern 2013 mit seinen Software-Produkten. 1972 gegründet und mit Sitz in Walldorf beschäftigt SAP heute rund 65.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen macht Software für die Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse (Buchführung, Vertrieb, Lagerhaltung etc.). Quelle: dpa
Platz 3: IBM29,1 Milliarden Dollar setzte IBM 2013 mit Software um - ein Plus von 1,4 Prozent zum Vorjahr. Die Abkürzung steht für International Business Machines Corporation. IBM wurde bereits im Jahr 1911 gegründet und sitzt in Armonk in den USA. Rund 434.000 Menschen arbeiten international für IBM, in Deutschland sind es etwa 21.000. Der Konzern bietet neben Software auch Hardware und Dienstleistungen im IT-Bereich an. Bis Ende 2004 bot IBM auch Notebooks an, die sogenannten ThinkPads. Die PC-Sparte verkaufte der Konzern Anfang 2005 an Lenovo, da er das Ende der PC-Ära kommen sah. Quelle: dapd
Platz 2: OracleDicht darauf folgt Oracle mit 29,6 Milliarden Dollar Software-Umsatz in 2013. Durch das Wachstum um 3,4 Prozent verdrängte der Konzern IBM vom zweiten Platz. Der US-Softwarehersteller mit Sitz in Redwood Shores wurde 1977 gegründet und beschäftigt etwa 115.000 Mitarbeiter. Das bekannteste Produkt ist die Oracle Database, ein System zum Management von Datenbanken. Seit 2010 stellt Oracle auch Hardware her. Quelle: dapd
Platz 1: MicrosoftUnerreicht auf Platz eins verhaftet sitzt Microsoft mit 65,7 Milliarden Dollar Umsatz mit Software in 2013. Im Vergleich zu 2012 konnte Microsoft sich sogar noch um 6 Prozent steigern. Für den weltweit tätigen Konzern mit Sitz in Redmond arbeiten rund 100.000 Mitarbeiter. Bekannt ist Microsoft durch sein Betriebssystem Windows und die Büro-Software Office mit Word, Excel und Co. Daneben bietet Microsoft auch Entwicklungsumgebungen, Serverprodukte, Spiele und sogar eine Fernsehplattform (in Deutschland von Telekom Entertain genutzt) an. 2013 kaufte Microsoft für gut 5 Milliarden Euro die Mobilfunksparte von Nokia. Quelle: dpa

King Digital Entertainment setzt dagegen auf das sogenannte Free-to-Play-Modell: Spieler haben kostenfrei Zugriff auf eine Basisvariante des Spiels, Erweiterungen und virtuelle Güter, die dem Spieler Vorteile verschaffen, kosten hingegen Geld.

Insbesondere im Bereich dieser Mikrotransaktionen und dazugehöriger Bezahlmethoden für virtuelle Gegenstände kennt sich King Digital Entertainment also aus. Für Activision Blizzard eine sinnvolle Ergänzung, denn Free-to-Play ist auf dem Vormarsch.

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Konkurrent Riot Games zeigt beispielsweise mit League of Legends, dem meistgespielten Videospiel der Welt, das dieses Geschäftsmodell von Erfolg gekrönt ist.

Sowohl King Digital Entertainment als auch Activision Blizzard führt das auf den Gamesmarkt spezialisierte Forschungsinstitut Newzoo in den Top 10 der Videospielfirmen der Welt. Die Übernahme lässt sich also ohne Umschweife als der größte Deal des Jahres in der boomenden Games-Industrie bezeichnen.

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