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Boom der Aktie Facebook-Aktie ist von der Reichweite abhängig

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Teurere Anzeigen

So sieht der neue Facebook-Newsfeed aus
Mark Zuckerberg Quelle: rtr
Das neue Design ist stark an die aktuellen Apps für Smartphones und Tablets angelehnt, künftig soll Facebook auf allen möglichen Geräten gleich aussehen. Quelle: Presse
Das Unternehmen startet eine Art Kampagne, mit der Nutzern die Änderungen erklärt werden. Quelle: Screenshot
Klarere Formen: Die neue Gestaltung setzt ähnlich wie der abgeschlagene Konkurrent myspace auf großflächige Bilder. Die Nutzer bekommen auch mehr Möglichkeiten, die Informationen zu filtern. Man kann sich zum Beispiel mit wenigen Handgriffen alle Nachrichten aller Bekannten anzeigen lassen, oder nur die von besonders engen Freunden, oder auch nur Neuigkeiten zu bestimmten Themen wie Musik, Spiele, Sport oder Kino. Quelle: Presse
Diese persönlichen Einstellungen sollen sich, heißt es laut Gründer Zuckerberg, besonders leicht an der Seite der Nachrichtenanzeige einstellen lassen. Quelle: Presse
Bei der Vorstellung trug Zuckerberg auch das alte Credo vor: Er wolle die Welt offener gestalten und die Menschen verbinden. Ähnlich großspurig kündigte er an, Facebook werde durch die Änderungen, „d ie beste personalisierte Zeitung der Welt". Quelle: AP/dpa
Ende Januar hatte Zuckerberg die „graph search“ vorgestellt. Ausgehend von einem Ort sollen so Freunde gefunden werden. Quelle: AP/dpa

Zu allem Überfluss sorgt nun auch noch die NSA-Affäre für negative Schlagzeilen. Der Verdacht, dass die großen IT-Unternehmen Daten direkt an den amerikanischen Geheimdienst weitergegeben haben könnten, lastet schwer. Wie sehr sie die Nutzerzahlen am Ende wirklich beeinflusst, ist derzeit nicht bekannt.

Dennoch wehrt sich Facebook lautstark. Im Transparenzbericht wurde bereits beteuert, dass die Herausgabe der Nutzerdaten meist abgelehnt werde. Gleichzeitig wetterte Zuckerberg auf der Technologiekonferenz „Disrupt“ gegen die Internetspionage der des US-Geheimdienstes: „Ich denke, die Regierung hat es vergeigt“, sagte er in San Francisco. Dass Regierungsvertreter erklärt hätten, dass man ja keine Amerikaner ausspioniere, sei das für Facebook nicht hilfreich gewesen. „Das war echt übel“, sagte Zuckerberg. Schließlich sei es sein Job alle zu schützen, die Facebook nutzen.

Schützen muss er sie vor allem, damit sie bei der Stange bleiben. Das Netzwerk ist alles, was Facebook ausmacht. Schwindende Mitgliederzahlen wären für das Werbekonzept des Unternehmens – zwar nicht sofort – aber doch mittelfristig ein großes Problem.

Und schon jetzt muss Facebook kämpfen. Jeder der genannten Baustellen kostet das Unternehmen Geld. Das Investitionsvolumen ist seit den Anfängen so stark gestiegen, dass dem sozialen Netzwerk nichts anderes übrig bleibt, als seine Nutzer besser zu monetarisieren. Und das auch, um die hohe Börsenbewertung zu rechtfertigen.

Der Weg dahin kann eigentlich nur in teureren Anzeigen liegen. Denn das Einspielen von Werbung im Newsfeed der Nutzer hat seine Grenzen. Die Tatsache, dass Facebook lange Jahre werbefrei blieb, war der einzige Grund, warum das Netzwerk überhaupt so stark wachsen konnte. Inzwischen ist es für viele Nutzer die Hauptinformationsquelle – und sie wollen auf ihre individuellen Netzwerke nicht mehr verzichten. Daher wird die Werbung akzeptiert.

IT



Wie Facebook jedoch gegenüber den Anzeigenkunden eine Preiserhöhung begründen will, bleibt unklar. Denn der Einfluss der Werbung lässt sich nur sehr schwer messen. Außerdem steht Facebook in direkter Konkurrenz zu Google. Zwar behauptet Operativchefin Sheryl Sandberg gerne, dass Facebook Werbung nicht nur günstiger und effektiver als die Konkurrenz, sondern auch wesentlich einflussreicher sei. Doch Belege hat sie dafür bisher nicht erbringen können.

Mark Zuckerberg hat auf jeden Fall ein großes Interesse daran, dass die Reichweite, damit die Werbeeinnahmen und schließlich auch die Aktienwerte stabil bleiben. Er ist der größte Aktionär des Unternehmens. Der Finanzdienstleister Bloomberg schätzte das Gesamtvermögen zum Dienstag auf 21,3 Milliarden Dollar - fast eine Verdoppelung seit Jahresbeginn.

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